Aachen - „Aachener Sprachpaten“: Bücher als Hilfe zur Integration

„Aachener Sprachpaten“: Bücher als Hilfe zur Integration

Von: maxs
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Bücher als Hilfe zur Integration: Die "Aachener Sprachpaten" um Initiatorin Katrin Clemens (1. Reihe links) setzen sich mit viel Engagement für das Projekt ein. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Kernpunkt der Initiative ist es, zielgerichtet dort zu helfen, wo es nötig ist“, sagt Karin Clemens. Sie hat die „Aachener Sprachpaten“ vor gut einem Jahr gegründet und es sich zur Aufgabe gemacht, die Integration der zahlreichen Flüchtlinge in Aachen voranzutreiben und zu vereinfachen.

„Jeder soll die Chance bekommen, möglichst schnell und gut Deutsch zu lernen, da die Integration nur durch die Beherrschung der Sprache funktionieren kann“, ist sie überzeugt. Das Konzept ist recht schnell erklärt: In zahlreichen Buchhandlungen in Aachen und Umgebung gibt es die sogenannten „Buchkisten“, in denen sich Bücher befinden, die passend auf die Bedürfnisse von Flüchtlingen abgestimmt sind und dort ankommen, wo sie tatsächlich gebraucht werden.

Jeder, der ein Buch symbolisch aus einer solchen Bücherkiste kauft, spendet somit unmittelbar an die Flüchtlinge. Sämtliche Bücher gehen anschließend an Integrationskurse von Schulen sowie an ehrenamtliche Lehrer, die Flüchtlinge unterrichten. Getreu dem Motto der „Aachener Sprachpaten“ – „Jede Buchspende ist ein Stück Zuhause - mit Ihrer Buchspende helfen Sie dabei“ – sollen möglichst viele Bücher an den Mann und natürlich auch die Frau gebracht werden. Die Auswahl umfasst dabei von Kinderbüchern über einfache Romane bis hin zu Schul- und Fachbüchern alle Bereiche. Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt die Tatsache, dass in gut einem Jahr bereits knapp 800 Bücher aus den Spenden an die Flüchtlinge verteilt wurden.

Sarah Irak, Lehrerin am Aachener Rhein-Maas-Gymnasium, findet es schön zu sehen, dass „Aachener Bürger so direkt bei der Einbürgerung neuer Mitbürger helfen können“. Dies sei die beste Form des „gemeinsamen Zusammenlebens und des gegenseitigen Respekts sowie der Anerkennung“. „Für Jugendliche in der Ausbildung ist es besonders wichtig, Fachbücher zu erhalten. Diese nützliche Möglichkeit besteht nun für viele der Flüchtlinge“, ist auch Anna Klein vom Patenprojekt „Aachener Hände“, die die „Aachener Sprachpaten“ von Anfang an unterstützt, von der Arbeit überzeugt. Sirit Coeppicus, ebenfalls ehrenamtlich tätig, fasst passend zusammen, dass „jeder die Möglichkeit haben sollte, Deutsch zu lernen. Durch die Bücher reichen wir den neu ankommenden Flüchtlingen eine Hand und bilden eine Brücke“.

Im Gespräch stellt Karin Clemens dann aber doch fest, dass die Bereitschaft, Bücher zu spenden, in der letzten Zeit etwas nachgelassen habe und erinnert daran, dass es „weiterhin einen großen Bedarf“ gebe und das Bewusstsein geweckt werden müsse, dass die Spenden weiterhin notwendig seien. „Die Bürger sehen außerdem direkt, dass ihre Hilfe ankommt, denn in den sozialen Netzwerken wird in regelmäßigen Abständen veröffentlicht, wo die gespendeten Bücher gelandet sind“, erklärt sie.

Bevor Karin Clemens und die weiteren Ehrenamtler sich weiter darum kümmern, dass die gespendeten Bücher an die richtigen Stellen gelangen, gibt sie zu verstehen, dass es nicht nur positive Auswirkungen bei den Flüchtlingen gebe: „Ich habe in der Zeit viele tolle Menschen kennengelernt und viele schöne Erfahrungen gemacht, sodass sozusagen ein Win-Win-Situation für alle Beteiligten entsteht.“ Sie hofft zwar, dass ihre Arbeit „irgendwann nicht mehr notwendig ist“, hält dies aber zurzeit für „utopisch“. Ihre Überzeugung für die Arbeit werde sie jedoch „so schnell nicht verlieren“, versichert sie.

Weitere Informationen über die „Aachener Sprachpaten“ sind auf der Homepage www.aachenersprachpaten.de sowie auf der Facebookseite https://www.facebook.com/aachenersprachparten zu finden.

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