Aachen/Halifax - Aachener Soldaten bei Weltkriegsgedenken in Halifax

Aachener Soldaten bei Weltkriegsgedenken in Halifax

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Gemeinsam für den Frieden: Die Abordnung der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik gedachte der Toten der Weltkriege mit dem Yorshire Regiment sowie britischen Kriegsveteranen und Bürgern der Stadt Halifax. „Tief bewegt nehmen wir wahr, dass Sie uns die Hand der Versöhnung entgegenstrecken“, sagte Pfarrer Jens-Peter Bentzin (kleines Bild) in seiner Predigt. Foto: Evangelischer Kirchenkreis Aachen

Aachen/Halifax. Mit einer ergreifenden Gedenkfeier und einem Gottesdienst haben am Sonntag die Menschen in Halifax gemeinsam mit einer Delegation aus der Partnerstadt Aachen der Opfer der Weltkriege gedacht. Zum ersten Mal überhaupt hat dabei eine Fahnenabordnung der Bundeswehr an den Gedenkveranstaltungen zum „Remembrance Day“ in Großbritannien teilgenommen.

Im Halifax Minster predigte vor rund 1000 Besuchern Pfarrer Jens-Peter Bentzin aus dem Evangelischen Kirchenkreis Aachen. Bei der Kranzniederlegung am Ehrenmal wurden die deutsche und die britische Nationalhymne gespielt.

„Wir senken unsere Häupter in Scham und Demut. Wir gedenken der Namen der Opfer und verneigen uns vor ihnen. Tief bewegt nehmen wir wahr, dass Sie uns die Hand zur Versöhnung entgegenstrecken“, sagte Bentzin in seiner Predigt. Der traditionelle Remembrance Day steht in Halifax in diesem Jahr unter dem Thema „Versöhnung und gemeinsames Gedenken in Europa“. Anlass ist der 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges. Aachen und Halifax sind seit mehr als 60 Jahren durch eine Städtepartnerschaft verbunden. Die jüngste Einladung ging auf die Initiative des anglikanischen Vikars im Halifax Minster, Reverend Canon Hilary Barber, und seines Monschauer Amtskollegen Bentzin zurück.

„Wir werden unsere Toten nie vergessen. Aber 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist es an der Zeit, Hass und Bitterkeit zu überwinden und gemeinsam Versöhnung und Frieden zu suchen“, sagte Reverend Barber. In den vergangenen Jahrzehnten sei die Freundschaft zwischen Aachen und Halifax so stark geworden, dass er sich zu dem historischen Schritt entschlossen habe, Deutsche zu diesem britischen Gedenktag einzuladen. In seiner Ansprache am Ehrenmal hieß er die Gäste aus Aachen als „Brüder und Schwestern“ willkommen.

Neben den Soldaten der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik in Aachen und den Vertretern des Evangelischen Kirchenkreises nahm auch Bürgermeisterin Margrethe Schmeer an den Feierlichkeiten teil. Gemeinsam mit der Bürgermeisterin von Halifax, Pat Allen, schloss sie sich der Prozession an und legte am Ehrenmal einen Kranz aus Mohnblüten nieder, in Großbritannien das Symbol für das Gedenken am Remembrance Day.

„Unsere deutsche Sicht auf die Vergangenheit ist durch die Ereignisse zwischen 1933 und 1945 so gebrochen, dass wir die Bedeutung des Weltkriegsgedenkens zum Jahrestag der deutschen Kapitulation im November 1918 bei unseren Nachbarn oft gar nicht so im Fokus haben“, sagte die Bürgermeisterin nach ihrer Rückkehr. „Umso eindrucksvoller war es, ein solches Gedenken verbunden mit Gesten der Versöhnung nun mitzuerleben. Es hat wohl Geschichte geschrieben, dass dazu eine deutsche Delegation auf englischem Boden eingeladen war. Für den großherzigen Empfang können wir alle nur sehr dankbar sein.“

Das Partnerschaftskomitee Aachen-Halifax/Calderdale vertraten dessen Vorsitzende Hannegret Stuckenburg und ihr Stellvertreter Karlheinz Dannert. „Die Gedenkfeier und vor allem die Zeremonie am Ehrenmal ging mir sehr nahe“, sagte Stuckenburg. „Ich war inzwischen bestimmt schon 15 Mal in Halifax, aber die Emotionalität an diesem Tag hat mich doch überrascht.“

Pfarrer Jens-Peter Bentzin bezeichnete das Erlebnis, am Remembrance Day im vollbesetzten Halifax Minster auf Englisch zu predigen, als außergewöhnliche Ehre und einmalige Erfahrung. „Obwohl die Einladung an uns auch nicht unumstritten war, kamen nach dem Gottesdienst viele Menschen auf mich zu und haben mir persönlich dafür gedankt, dass wir da waren“, sagte Bentzin. „Manche hatten Tränen in den Augen, als sie erzählten, was sie während der Gedenkfeier empfunden hatten.“

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