Aachen - Aachener Parks: Grünflächen werden zu offenen Ateliers

Aachener Parks: Grünflächen werden zu offenen Ateliers

Von: Kristina Toussaint
Letzte Aktualisierung:
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„Offene Gesellschaft auf Tour“: Marita Jansen, Hans-Joachim Geupel, Sebastian Schmidt und Todde Kemmerich (von links) laden in die Aachener Parks und präsentieren bereits einen Teil der neuen Skulptur, die gemeinsam mit Bürgern vollendet werden soll. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Offene Gesellschaft auf Tour“ – unter diesem Titel stellen die Aktionskünstler Sebastian Schmidt und Todde Kemmerich in den kommenden Wochen in mehreren Parks ein offenes Atelier zur Verfügung.

Unabhängig von Religion, Nationalität, Hautfarbe, Geschlecht und Alter sollen sich Menschen hier begegnen und bei der Gestaltung einer gemeinsamen Skulptur mit einer zentralen Frage befassen: Was verbindet uns Menschen miteinander? Los geht es am kommenden Wochenende im Kennedypark.

Ein riesiger Ring wird an jeder Station der „Tour“ entstehen, gestaltet von allen, die Lust haben, sich zu beteiligen. Der Ring eigne sich hervorragend als Symbol, denn er stehe für Öffnung und Verbindung zugleich – Öffnung der Gesellschaft und Verbindung unter den Menschen, so Todde Kemmerich. Die Idee ist, statt auf die Konflikte in der Gesellschaft zu schauen, einmal nur das Verbindende hervorzuheben. „Wir wollen alles zelebrieren, was Brücken schlägt und Menschen verbindet“, so Sebastian Schmidt.

An den drei Ateliertagen werden die 2,70 Meter hohen Ringskulpturen im Kunstwerkstattmobil und einem angeschlossenen Zelt mit Farben gestaltet werden. Dabei wird eine Mischung aus Harmonie und Chaos entstehen, ein Zusammenspiel aus einem Konzept und Einzelideen, sind Schmidt und Kemmerich überzeugt.

Jeder soll seine spontane Idee zu der Frage einbringen, was Menschen verbindet. „Das kann etwas so Kleines sein wie ein Lächeln“, so Schmidt. Die Skulpturen bleiben im Anschluss ein Jahr in den Parks stehen.

Entstanden ist die Aktion aus dem Wunsch der beiden Künstler, das Projekt der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen von einer Unterschriftenaktion zu einer lebendigen Begegnung zu machen. Mit der „Aachener Erklärung für Demokratie“ sollen sich möglichst viele Bürger aus Stadt und Städteregion für ein „Offenes Aachen“ aussprechen.

Unter den Ausspruch für Vielfalt und Menschenwürde haben seit der Geburt des Projekts im letzten Jahr rund 325 Erstunterzeichner ihren Namen gesetzt, darunter Bürgermeister und Vertreter von Institutionen. Das Ziel sei nun, auf mindesten 10.000 Unterschriften zu kommen, so Hans-Joachim Geupel von der Bürgerstiftung.

Die „Offene Gesellschaft“ ist von Freitag bis Sonntag jeweils von 12 bis 18 Uhr im Kennedypark neben dem Spielhaus in der Düppelstraße anzutreffen. Neben der Beteiligung mit Farbe und Pinsel kann sich auch auf bereitstehenden Instrumenten kreativ verbündet werden. Außerdem haben sich weitere Projekte angedockt: Beim „guerilla knitting“ werden Objekte im öffentlichen Raum mit Wolle „verbunden“ – und um Bindung geht es auch bei „eye to eye“: Zwei fremde Menschen schauen einander eine Minute lang in die Augen, ohne dabei zu sprechen.

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