Aachener Parkhausbrandstifter gefasst

Von: red/pol
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Großer Feuerwehreinsatz am 3. Dezember: Weil im Parkhaus Couvenstraße ein Auto brannte, kam es zu einem größeren Feuerwehreinsatz im Adventstrubel. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Acht Brandstiftungen an geparkten Autos im Aachener Stadtgebiet werden einem 45-jährigen Mann vorgeworfen, den jetzt die Aachener Kriminalpolizei festgenommen hat. Er soll unter anderem für den Brand im Parkhaus Couvenstraße am 3. Dezember verantwortlich sein. Bei seiner Vernehmung legte der Mann, der ohne festen Wohnsitz in der Region lebt, ein Teilgeständnis ab.

Insgesamt acht Taten im Zeitraum zwischen 31. Oktober und 3. Dezember legen die Ermittler dem Mann zur Last. Zunächst setzte er - wie er selbst angab - in der Richardstraße an einem geparkten Auto das wohl aus Kunststoff bestehende Gehäuse eines Außenspiegels in Brand. Nur ein paar Meter weiter wiederholte er dies an einem weiteren Auto.

Einen Tag später, an Allerheiligen, zündete er in der Martin-Luther-Straße wiederum das Spiegelgehäuse eines Audi A6 an. An den darauf folgenden Tagen nahmen die Taten noch an Intensität zu: Zunächst zündete er im Parkhaus Couvenstraße an einem dort stehenden Hyundai ein Papiertaschentuch an, das hinter einen Scheibenwischer geklemmt war.

Mehrere tausend Euro Sachschaden entstanden bei der nächsten Brandstiftung in der Martin-Luther-Straße. Dort hatte er nach Überzeugung der Ermittler ein geparktes Auto aus Belgien in Brand gesetzt. Die Feuerwehr hatte verhindern können, dass der Wagen völlig ausbrannte.

In der Folge schlug er noch zweimal im Parkhaus in der Couvenstraße zu. Dabei hinderten zufällig vorbeikommende Zeugen den 45-Jährigen am 8. November daran, eine weitere Brandstiftung zu begehen. Als die Zeugen eingriffen, hatte der 45-Jährige bereits gezündelt. Er floh.

Die Zeugenbeschreibungen des Mannes brachten die Ermittler auf die Spur des 45-Jährigen. Drei Wochen geschah nichts weiter. Am Samstag, 3. Dezember, brannte dann gegen 11 Uhr wieder ein Auto im Parkhaus Couvenstraße.

Dabei wurde eine Frau verletzt: Die Parkhaus-Mitarbeiterin atmete giftige Rauchgase ein, als sie zum brennenden Auto lief, um eventuell darin sitzende Menschen zu retten und um andere Leute aus dem Gebäude zu evakuieren. Sie erlitt eine Rauchgasvergiftung und musste ärztlich behandelt werden. Der Brandstifter konnte fliehen - zunächst unerkannt.

Doch eine Videokamera hat den Täter gefilmt. Die Auswertung der Bilder brachte die Ermittler vollends auf die richtige Spur. Es handelte sich um den polizeibekannten und mehrmals vorbestraften 45-Jährigen. Die Fahnder bekamen wegen des dringenden Tatverdachtes einen Haftbefehl zur Festnahme des Mannes ausgestellt. Das Ganze hatte, wie Polizeisprecher Paul Kemen am Dienstag erklärte, nur einen Haken: Der Mann war nirgends gemeldet. Also legten sich die Beamten tagelang auf die Lauer.

Schließlich konnten sie zuschnappen. Am Parkhaus in der Couvenstraße überwältigten sie den 45-Jährigen, der sich ohne Gegenwehr festnehmen ließ. Sechs Taten gestand er bereits. „Zwei weitere, die deutlich seine Handschrift tragen, bestreitet er“, sagte Polizeisprecher Kemen.

Zu seinem Motiv habe der 45-Jährige „widersprüchliche und wenig glaubhafte Angaben“ gemacht. Der bei den Taten entstandene Sachschaden beträgt nach Schätzung der Polizei mehrere tausend Euro.

Der Richter ordnete wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr Untersuchungshaft an.

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