Aachener Norden: Kann altes Depot ein Heilsbringer sein?

Von: Katrin Haas
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Vom Quellenhof bis zu den Gasballons reicht der Aachener Norden und vereint Rehmviertel, Ludwig Forum und Blücherplatz. Mit dem Programm „Soziale Stadt“, der Stadtteilkonferenz und dem Umbau des ehemaligen Straßenbahndepots an der Talstraße wollen Politiker, Anwohner und Unternehmen die Identität des Nordens stärken.

Im Rahmen der neu geschaffenen Reihe „nord-ig talkin“ der Stadtteilkonferenz diskutierten die Beteiligten in den Räumen des Das Da Theaters, ob das Depot Talstraße und die Kreativwirtschaft als „strahlender Leuchtturm“ im Viertel funktionieren können.

In einem Impulsvortrag präsentierten die Architekten Markus Ulrich und Joachim Schmidt von „archigraphus“ ihre Ideen für das Depot: „Wenn die Kommunikation stimmt“, erklärte Ulrich, dann kann ein Neben- und ein Miteinander von Hochkultur und Kultur für die Massen funktionieren. Dazu dürfe das Depot aber kein einsamer Leuchtturm der Hochkultur sein, sondern müsse auch darüber hinaus strahlen.

Dieter Begaß, Fachbereichsleiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen, warb dafür, dass Kultur und Soziales sich nicht ausschließen dürfen. „Dazu gehört eine enorme Offenheit von Seiten der Bewohner“, meinte Robert Mertens, Inhaber der Galerie Freitag18:30. In seiner Galerie hat er schon viele positive Erfahrungen gemacht: „Man muss die Bewohner in die Kunst integrieren.“

Fabian Seibert von der Designmetropole Aachen will die Erwartungen an die Kunst ein bisschen dämpfen: Der Norden habe sehr viel Potenzial, „aber Aachen wird nicht das neue New York.“ Alle Beteiligten müssten ihren Kulturbegriff erweitern, damit das Experiment gelingen kann. Tom Hirtz, Leiter des Das Da Theaters und Gastgeber des Abends, sieht sowohl die Hoffnung als auch Gefahren für den Stadtteil – beispielsweise kritisierte er „Fehlentwicklungen“ wie am Schlachthof.

Die Moderatoren, Monika Mann-Kirwan und Michael Omsels, wollten von den Teilnehmern wissen, ob der Norden eine Leitidee, ein konkretes Ziel brauche. Hirtz erklärt: „Wir steuern uns am liebsten selbst. Ich glaube, solche Dinge müssen sich natürlich ergeben.“ Er mahnte auch an, vor lauter Netzwerken nicht das Handeln zu vergessen und auch mal die vorgegebenen Straßen zu verlassen: „Wir haben ganz oft den Feldweg genommen.“

Eine Leitidee von oben vorgeben, ein Ziel vor Augen haben – oder doch lieber die Menschen machen lassen und auf das Engagement der Einzelnen vertrauen? Für den Norden mit seinen vielfältigen Strukturen kann es, so die Teilnehmer, keine einfache Standardlösung geben, da sei Kreativität gefragt. Und von der haben die Menschen und Macher im Norden jede Menge.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert