Aachener Narrenzunft: Dreigestirn aus Köln gratuliert zum Geburtstag

Von: Holger Richter
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Zum 125-jährigen Bestehen zeigen die Tanzgruppen der Aachener Narrenzunft eindrucksvoll, was sie drauf haben. Foto: Andreas Herrmann, Martin Ratajczak
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Außerdem gratulieren die Leo-Rosen-Ordensträger Marcel Philipp, Helmut Etschenberg und Bernd Mathieu Narrenzunft-Präsident Wilm Lürken (v.l.) ebenso zum Jubiläum... Foto: Andreas Herrmann, Martin Ratajczak
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...wie das Kölner Dreigestirn und Aachens Prinz Thomas III.. Foto: Andreas Herrmann, Martin Ratajczak

Aachen. Da fehlten selbst Wilm Lürken die Worte. Denn zu vorgerückter Stunde tauchten mit dem leibhaftigen Kölner Dreigestirn Prinz Stefan (Jung), Bauer Andreas (Bulich) und Jungfrau Stefanie (Stefan Knepper) bei der Jubiläumssitzung zum 125-jährigen Bestehen der Aachener Narrenzunft am Sonntagabend drei ganz besondere Geburtstagsgäste auf, mit denen der Präsident der Narrenzunft nun wahrlich nicht gerechnet hatte.

Der Aachener Hofmarschall, Thomas Jägerberg, hatte das Kölner Dreigestirn mit in die Kurpark-Terrassen gebracht. Denn mit dem Aachener Prinzen Thomas III. (Jäschke) samt Hofstaat und Prinzengarde musste er sowieso dorthin. Und da sich die Tollitäten der beiden Domstädte zuvor zum jecken Gipfel im Quellenhof getroffen hatten, lag die Geburtstagsüberraschung für die Narrenzunft auf der Hand.

„Nicht verraten“

„Thomas Jägerberg hat mich nachmittags angerufen und erzählt, dass er die Kölner Gäste mitbringen würde“, erzählt Programmgestalter Hans Montag, „ich durfte allerdings nichts verraten.“ Und das tat er dann auch nicht, so dass die Überraschung tatsächlich gelang. Der Auftritt des Aachener Prinzen plus Dreigestirn aus Köln machte Moderator Wilm Lürken sprachlos.

Das sah bei einem anderen „Dreigestirn“ einige Stunden zuvor noch anders aus. Denn anlässlich des 125-jährigen Bestehens hatte sich die Aachener Narrenzunft entschieden, ihren Leo-Rosen-Orden gleich drei Mal zu vergeben. Und dazu hatten sich Wilm Lürken und Co. keine Geringeren als Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, Städteregionsrat Helmut Etschenberg sowie den Chefredakteur unserer Zeitung, Bernd Mathieu, ausgesucht.

Der ehemalige Narrenzunft-Präsident Leo Rosen hatte den Orden 1949 gestiftet, um damit Verdienste um das karnevalistische Brauchtum zu würdigen. Und diese haben sich die drei Auserwählten im Laufe ihrer Karrieren tatsächlich erworben, wie Wilm Lürken in einer ausführlichen Aufzählung ihrer Lebenswege feststellte.

Und so berichtete er beinahe minutiös vom Werdegang Marcel Philipps, dem als Sohn des Märchenprinzen Dieter I. von 1956 die jecken Gene quasi vererbt worden und dessen Kinder heute selbst im Kinderkarneval aktiv seien.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg hielt Lürken zwar vor, dass er einst den Eschweiler Rosenmontagszug auf eine Ebene mit dem Aachener gehoben hatte, dankte ihm aber für die Einführung des närrischen Prinzenempfangs immer am Morgen des Karnevalsfreitags. Und als größtes Verdienst Bernd Mathieus nannte er die Erfindung des Festivals der Öcher Lieder, mit dem er es schaffe, „den Europasaal des Eurogress an einem Wochentag pickepackevoll zu machen“.

„Bernd Mathieu hat bereits den Krüzzbrür-Orden und das Bundesverdienstkreuz erhalten. Doch das kann er nun alles weglegen, denn all das ist nichts gegen den Leo-Rosen-Orden“, sagte Lürken, bevor er die frisch mit Urkunde und Orden dekorierten Preisträger von der Bühne entließ. Allein, zu Wort kommen ließ er sie leider nicht.

Der viel zu lang geratene Monolog Lürkens, der als ehemaliger Vorsitzender des Festausschusses Aachener Karneval (AAK) kein Anfänger in der Szene ist, war der Schwachpunkt einer sehr guten Sitzung, für die Programmgestalter Hans Montag karnevalistische Schwergewichte wie Et Hühldöppe, die Oecher Penn, de Originale, Büttenredner Markus Krebs oder auch die 4 Amigos gewinnen konnte. Außerdem sorgten die Tanzgruppen der Narrenzunft und Stimmungssänger Montag selbst für ausgelassene Stimmung unter den rund 350 Jecken in den Kurpark-Terrassen.

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