Aachener Kurkliniken: 54 Stellen fallen weg

Von: Oliver Schmetz
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Aachen. Der Kliniklandschaft im Aachener Kurviertel Burtscheid stehen tiefgreifende Veränderungen bevor. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilt, soll es eine Weiterexistenz der Schwertbad-Klinik und der benachbarten Rheumaklinik in der jetzigen Form nicht mehr geben.

Dies habe der Arbeitgeber auf einer Beschäftigtenversammlung mitgeteilt. Die beiden Kurkliniken, die zur katholischen Marienhaus GmbH in Rheinland-Pfalz gehören, sollen demnach zu einer „neuen Einheit“ zusammengeführt werden. Für diese neue Klinik solle außerdem nach einer „mehrjährigen Übergangszeit“ an anderer Stelle ein Neubau errichtet werden.

Für insgesamt 54 Vollzeitkräfte aus Schwertbad und Rheumaklinik - insgesamt arbeiten in beiden Häusern zusammen 177 Vollzeit- und 117 Teilzeitkräfte - gibt es laut Verdi in dieser neuen Reha-Klinik „keine Verwendung“ mehr. Und: Die Rheumaklinik-Mitarbeiter, die in die neue Klinik übergehen, sollten nach dem Wunsch des Arbeitgebers auf freiwilliger Basis auf 20 Prozent ihres bisherigen Gehalts verzichten. Damit würden sie so wenig verdienen wie die Schwertbad-Kollegen, die wie berichtet seit Monaten mit dem Arbeitgeber im Tarifstreit um eine bessere Bezahlung liegen. Für Verdi ist dies ein Fall von „Erpressung“ nach dem Motto: „Verzicht auf faire Vergütung oder Jobverlust.“

Heribert Frieling, Sprecher der Marienhaus GmbH, bestätigt auf AZ-Anfrage die Pläne. Bis 2017 solle die neue Reha-Klinik fertig sein, 35 Millionen Euro wolle der Kirchen-Konzern investieren. Ein Standort stehe noch nicht fest, solle aber ebenfalls in Burtscheid gefunden werden. „Die wirtschaftliche Lage beider Häuser ist so, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt“, verteidigt er die Pläne. „Gleichwohl vertrauen wir in den Reha-Standort Burtscheid.“ Man wolle den Beschäftigten mit dem Neubau eine langfristige Perspektive geben und appelliere deshalb an sie, freiwillig auf Gehalt zu verzichten.

„Wir bauen darauf, dass das Konzept auch für die Mitarbeiter seinen Charme hat“, sagt Frieling. Ob diese mitziehen, zeichnet sich möglicherweise schon am Donnerstag ab. Dann lädt Verdi im Verdi-Haus in der Harscampstraße 20 in Aachen zur Mitgliederversammlung auf, um die weitere Vorgensweise in Sachen Schwertbad und Rheumaklinik abzustimmen.

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