Aachener Künstlerin sucht Unterstützung für Schule in Sansibar

Von: Günther Sander
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Ihr Herz schlägt für Afrika und die Kinder in Sansibar: Die Aachener Künstlerin Trude Adler finanziert mit ihren Bildern die selbst gegründete Schule auf der Insel im Indischen Ozean. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die ehemalige Lehrerin und Künstlerin Trude Adler, 1942 in Plön geboren, in Aachen wohnhaft, macht ihrem Nachnamen alle Ehre: Sie fliegt und reist. Die weite Welt ist ihr Zuhause. Sehr am Herzen liegt ihr Afrika. „Erlebtes Afrika“, davon schwärmt sie und weiß eine Menge zu berichten.

Eine ganz große Sache hat Trude Adler 2013 gestartet: Gemeinsam mit Dennis Mayemba gründete sie in Mwerea/Sansibar eine christliche Gundschule, in der Flüchtlingskinder aus Mosambik unterrichtet werden. Mit viel Engagement der Eltern sei das Schulgelände erschlossen und das Projekt gestartet worden.

In Mosambik komme es immer wieder zu Stammeskriegen. „Die Menschen fliehen ins Nachbarland Tansania, wozu auch die kleine Insel Sansibar gehört. Dort leben sie in Elend und Not, weil sie die englische Sprache nicht verstehen“, begründet die Künstlerin den gewagten Schritt, eine Schule, die den Namen „Trude-Adler-School“ trägt, ins Leben zu rufen.

In ihrer Wohnung ist der schwarze Erdteil überall präsent. „Ich wollte vor einigen Jahren zwei afrikanischen Mädchen helfen, habe zwei Patenkinder bekommen, Grace und Ahlam“, sagt sie stolz. Für die Kinder war eine Schule fremd, außerdem lebten sie in Armut. Da reifte in Trude Adler der Entschluss, sich sozial und finanziell zu engagieren, um den Kindern noch mehr zu helfen.

Vom Staat gibt es keinen Cent

Am 8. August 2013 öffnete ihre Schule die Pforten. Mit 18 Kindern sei der Anfang gemacht worden, derzeit werden 100 Kinder unterrichtet. Sie lernen die Landessprache, dazu Englisch, Schreiben, Lesen, Rechnen, Hygiene, gesunde Ernährung. „Aber sie sind halt sehr, sehr arm, es fehlt quasi an allem“, klärt sie auf. Fotos aus dem Unterricht zeigen Kinder, die auf Teppichen am Boden liegen und in ihren Heften ausschließlich mit Bleistiften schreiben.

Gerechnet wird mit Muscheln. Plastikmöbel seien nicht erwünscht, ab der vierten Klasse sind die Zimmer mit Tischen und Stühlen möbliert. Fünf Dollar müssen die Eltern monatlich als Schulgebühr entrichten. Die Lehrkräfte arbeiten für wenig Lohn. Das Land schieße kein Geld hinzu. In einem einzigen Raum besuchen außerdem 40 Kinder den angegliederten Kindergarten. Ganz toll werde das Schulfest zum Abschluss eines Schuljahres gestaltet, bei dem sogar Vertreter der Regierung zugegen seien. „Ich habe dort Mathe unterrichtet“, sagt sie.

Trude Adler möchte ihre Schule am Leben erhalten, sie benötigt dazu jedoch viel Geld. Immerhin kosten Miete und Strom jährlich 500 Euro, und an die Regierung müssen 600 Euro abgeführt werden. „Ich möchte noch viel Geld nach Sansibar schicken, alles über Misereor“, gibt sie zu verstehen.

Der Schulleiter macht Trude Adler stets Meldung, was benötigt werde. Bisher sei finanziell alles gut gelaufen. „Das kriege ich schon hin“, ist sie optimistisch. Ihre neuesten Planungen: Der Aufbau eines Vertreters für sie auf Sansibar und auch in Aachen. Damit nicht genug: „Ich möchte gerne eine Sekundarschule aus der Grundschule machen, hier muss es weiter gehen.“

Weiter geht es in jedem Fall künstlerisch mit Trude Adler, denn aus den Erlösen ihrer zahlreichen Ausstellungen schickt sie Geld für den Erhalt der Schule und zum Wohle der Kinder, die ihr sehr ans Herz gewachsen sind.

Zeichnungen, Fotografien, Raku-Technik, Batik, das sind ihre Lieblingsbeschäftigungen, mit denen sie bei Ausstellungen Aufsehen erregt und zahlreiche Liebhaber findet. Ausgestellt hat sie unter anderem bereits in Aachen, Bonn, Bochum, Chicago, Geilenkirchen, Marbella, Nürnberg, Plön oder Vroncourt in Frankreich.

Gemeinsam mit dem Heimatverein Haaren/Verlautenheide, der die Künstlerin unterstützen möchte, findet im „Heimatforum“, Welsche Mühle in Haaren, eine interessante Ausstellung zum Thema „Bunte Vogelwelt“ (Batiken und Keramiken von Trude Adler) statt. Die Vernissage ist am Samstag, 23. April, 15 Uhr; am Sonntag, 24. April, ist die Schau von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Der gesamte Verkaufserlös kommt der Schule in Sansibar zugute. Der Heimatverein kümmert sich um die Organisation und Getränkeausgabe. Vorsitzender Helmut Vondenhoff: „Mit Sicherheit werden wir auch ein Scherflein dazu beitragen.“

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