Aachener Künstler Gabriel Feuerstein ist tot

Von: mh
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Rückte auch die Kaiserstadt stets mit einem Augenzinkern in den Blickpunkt: Der Aachener Maler, Grafiker und Bühnenbildner Gabriel Feuerstein ist am Himmelfahrtstag gestorben. Foto: Harald Krömer

Aachen. Er hat Generationen von Aachenern nicht nur durch sein überaus charmantes und höfliches, stets fröhliches und zurückhaltendes Wesen beeindruckt, sondern vor allem durch seine meisterhaften Kunstwerke, die das „Gesicht“ der Kulturstadt Aachen über Jahrzehnte mit geprägt haben.

Am Himmelfahrtstag ist der Aachener Grafiker, Maler und Bühnenbildner Gabriel Feuerstein – wenige Tage vor seinem 69. Geburtstag am 22. Mai – nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Als freischaffender Bühnenprofi war Feuerstein weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Er hinterlässt seinen 14-jährigen Sohn Niclas und dessen Mutter, seine langjährige Lebensgefährtin Elke Kunst.

Vor allem den kreativen Nachwuchs hat Feuerstein mit seinen vielseitigen Fähigkeiten und Ideen nachhaltig geprägt. Er war ein Multitalent. Nach seinem Kunststudium in Aachen und Düsseldorf trat er 1976 als Gründungsmitglied des ersten Aachener Jugendtheaters „Avanti“ hervor, das er einige Jahre leitete. Später engagierte er sich als selbstständiger Bühnenbildner, Grafiker und Karikaturist, war mit seinen satirischen Beiträgen maßgeblich an der Erfolgsgeschichte der langjährigen alternativen Karnevals-Stafette „Strunx“ beteiligt.

Mit seinen Karikaturen rund um den Weihnachtsmarkt spießte er auch das adventliche Treiben mit spitzer, aber niemals wirklich verletzender Zeichnerfeder auf. Der Märkte und Aktionskreis City stellte ihm dafür sogar ein eigenes Marktbüdchen zur Verfügung. Auch Freunde, Bekannte und Geschäftspartner beglückte und erheiterte Gabriel Feuerstein alle Jahre wieder mit subtilen, zuweilen leicht subversiven Persiflagen auf die „klassische“ Kunst im Postkartenformat.

Sein pädagogisches Talent lebte er nicht nur als Theaterleiter stets mit einem Augenzwinkern aus. Noch kurz vor seinem plötzlichen Tod engagierte Feuerstein sich als Bühnenbildner für die Montessori-Gesamtschule, mit deren Theater-AG ihn eine langjährige Zusammenarbeit verband. Auch die jüngste Produktion der Schüler, Heiner Kondschaks „Geschichten aus dem Supermarkt“, die am 9. Juni Premiere feiern soll, bereicherte er mit seinen außergewöhnlichen Ideen und Bildern.

„Mit Leidenschaft gemalt“

„Gabriel ist so gestorben, wie er es sich gewünscht hat“, sagte Elke Kunst, mit der er rund drei Jahrzehnte zusammen gelebt und zuweilen auch gearbeitet hat, der AZ am Freitag. „Er hat bis zuletzt mit Leidenschaft und Freude gemalt.“ Leider habe er aber keine Möglichkeit mehr gehabt, sich von seinen vielen Freunden und Fans zu verabschieden. „Wir möchten das ganz in seinem Sinn bald nachholen – mit einem großen Abschiedsfest.“

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