Aachen - Aachener Karlsschütze geht bei Olympia an den Start

Aachener Karlsschütze geht bei Olympia an den Start

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. 60 Schuss - dann weiß Peter Hellenbrand, ob sich vier Jahre Schufterei, die Entbehrungen in dieser Zeit, die vielen tausend Stunden Training gelohnt haben. Am Montag tritt der Sportschütze in London an, bei den Olympischen Spielen.

In der Kaiserstadt fiebern seine Vereinskollegen dann fleißig mit und blicken via Internet-Livestream an die Themse. Denn der Niederländer Hellenbrand ist sozusagen Halb-Öcher und seit 2002 Mitglied der Karlsschützengilde Aachen.

„Peter will eine Medaille holen! So lautet unser Ziel. Und er kann es auch wirklich schaffen”, ist sein Trainer Josef „Jo” Frings voll und ganz von den Qualitäten seines Schützlings überzeugt. 2008 scheiterte Hellenbrand noch knapp an der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking.

„Er war einfach noch nicht soweit”, blickt Coach Frings zurück. Vier Jahre weiter hat sich der 26-jährige Hellenbrand in die Weltspitze geschossen. Der Lohn: die Teilnahme am größten Sportfest der Welt.

Heute steigt der im niederländischen Brunssum lebende Athlet in den Flieger Richtung London. Aufregung? Anspannung? „Peter wirkt entspannt”, sagt Josef Frings. Noch. Denn ernst wird es erst am kommenden Montag. Dann tritt Hellenbrand in seiner Paradedisziplin „Luftgewehr 60 Schuss Freihand” an. Hierbei hat er seine besten Resultate eingefahren, steht momentan auf Weltranglistenplatz 12.

Das Abenteuer Olympia ist damit jedoch noch nicht vorbei: Hellenbrand geht auch mit dem Kleinkaliber in der Diszplin „Olympic Match” (liegend, 60 Schuss auf 50 Meter) am 3. August und beim Wettbewerb „3 x 40” (Kleinkaliber stehend, liegend, knieend) am 6. August an den Start.

Josef Frings wird nur beim ersten Wettkampf dabei sein - und zwar als Zuschauer. Denn Hellenbrand gehört seit 2000 der niederländischen Nationalmannschaft an. Deren Trainer heißt Heinz Reinkemeier. Mit ihm geht Hellenbrand die Mission Olympiamedaille nun an. In den vergangenen Jahren hat sich Hellenbrand auch in Aachen für London in Form gebracht. „Die Trainingsbedingungen hier sind einfach optimal”, sagt Frings. Genauso wie der Sportsgeist bei den Karlsschützen.

„Sportschießen ist ein Konzen-trationssport”, erklärt Frings, der bereits seit 25 Jahren Mitglied der Schützengilde ist. Der Athlet muss alles um sich herum ausblenden können, wenn er im Schießstand steht und die Scheibe anvisiert. Um auf den Punkt fit zu sein, hat Hellenbrand in den vergangenen Jahren hart trainiert. 15 bis 20 Stunden wöchentlich - und das nicht nur im Schießstand. „Laufen, radfahren, schwimmen, all das gehört dazu”, erklärt Frings.

Vergangene Woche hat Hellenbrand bereits ein wenig olympische Luft schnuppern können. Beim Training in den offiziellen Londoner Wettkampfstätten lief alles rund. Nun zählt es. Sein Trainer Frings sagt: „Für den Athleten ist es sehr wichtig, dass er weiß, dass er aus der Heimat unterstützt wird.” Und was im Fußball fast undenkbar wäre - Deutsche, die einem Holländer die Daumen drücken - ist nun ausgemachte Sache.

In Aachen werden sie mitfiebern, wenn Hellenbrand sich in London seinen Traum erfüllen will. Und wenn es wirklich klappt mit der Medaille? „Dann wird gefeiert”, sagt Frings. Seine Aachener Vereinskollegen würden sich da sicher nicht lumpen lassen.
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