Aachener Jusos wollen nicht nur Rosen und Flyer verteilen

Von: Katharina Redanz
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Wollen im Wahljahr 2017 richtig Einsatz zeigen: Die Aachener Jusos haben sich mit teils neuem und teils bestätigtem Vorstand aufgestellt. Foto: privat

Aachen. Geschlechtergerechtigkeit, Aktionen gegen Rechts und pro Europa sowie natürlich Wahlkampf im laufenden Super-Wahljahr: Das sind Themen, die die Aachener Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD (Jusos) für 2017 auf dem Zettel haben.

Jetzt werden sie mit neuem Vorstand angegangen. Der geschäftsführende Vorstand wurde nun vorgestellt: Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung wählten die Jusos Aachen-Stadt die 23-jährige Studentin Halice Kreß-Vannahme erneut zur Vorsitzenden, als Stellvertreter wurden Laura Kwietzinski und Johann Vohn bestimmt. Geschäftsführer ist Philipp Bruhn, bislang stellvertretender Vorsitzender.

„Wir haben viel vor in diesem Jahr“, bringt es Kreß-Vannahme auf den Punkt, gerade weil mit Landtags- und Bundestagswahl zwei ganz wichtige Wahlen anstünden. Im Wahlkampf würden sich die Jusos auf jeden Fall aktiv und engagiert miteinbringen, aber „wir werden nicht nur am Holzgraben stehen und Rosen und Flyer verteilen“, so die Vorsitzende grinsend. Stattdessen seien Pendler-Aktionen am Bahnhof, Kneipenwahlkampf und Aktionen, mit denen gezielt Studierende und Auszubildende angesprochen werden, geplant.

Viel wichtiger als der Wahlkampf selbst aber seien die Inhalte, für die die Jungsozialisten sich stark machen. So seien sie stolz darauf, dass manche Kernthemen der Jusos sich jetzt im Programm der SPD wiederfänden, etwa ein ÖPNV-Ticket für Azubis, ähnlich dem Semesterticket für Studierende oder der gebührenfreie Meister. „Außerdem ist Europa ein sehr zentrales Thema für uns“, ergänzt Johann Vohn, „Wir freuen uns sehr über die aktuelle ‚Pulse of Europe’-Bewegung.“

Dennoch stellen die Aachener Jusos, an die die Brüsseler Jusos angeschlossen sind, ganz klare Forderungen an die EU: „Wir wollen mehr Transparenz und einen Abbau der Bürokratie“, so Kreß-Vannahme. Zudem plädieren sie für legale Fluchtwege und für offene Grenzen: „In Aachen haben wir die Situation, dass der Großteil der Bevölkerung auch für offene Grenzen ist, weil es hier ganz anders wäre, gäbe es nicht die Möglichkeit mal eben nach Belgien oder Holland zu fahren. Viele haben das ja auch noch miterlebt. In anderen Teilen Deutschlands ist das Bewusstsein dafür nicht so da“, sagt Kreß-Vannahme.

Ein weiteres Thema, mit dem sich die Aachener Jusos in den nächsten Monaten intensiv beschäftigen möchten, ist Bildungsarbeit, unter anderem für ihre Mitglieder. Ein Schwerpunkt soll hierbei auf Inklusion gelegt werden. Außerdem soll es mit den Aachener Juso-Schülern und schülerinnen vermehrt um Bildungspolitik und dabei insbesondere um die G8/G9-Problematik gehen.

Bei all diesen Themen können die vier Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands auf große Unterstützung zählen: Wie bei der SPD insgesamt konnten auch die Aachener Jusos nach Bekanntgabe der Kanzler-Kandidatur von Martin Schulz einen enormen Mitgliederzuwachs verzeichnen: „Seitdem haben wir über 70 neue Mitglieder, das ist phänomenal“, sagt Geschäftsführer Bruhn, „insgesamt sind wir jetzt fast 400 Jusos in Aachen“. Während Mitglieder vorher tröpfchenweise dazukamen, ist es Anfang des Jahres zu einem Zusammenbruch des Onlinesystems gekommen, sagt Kreß-Vannahme lachend.

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