Aachener Initiativen fordern: Tihange stilllegen

Von: Katrin Fuhrmann
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Aachener Initiativen wollen Wiederinbetriebnahme des AKW verhindern. Foto: dpa

Aachen. Mehrere Initiativen und Vereine haben sich in einem offenen Brief an die NRW-Landesregierung gewandt. Sie fordern, dass diese sich bei den belgischen Behörden dafür einsetzt, dass es nicht zur geplanten Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks Tihange in Huy, 60 Kilometer entfernt von Aachen, kommt.

In den vergangenen Wochen haben der Evangelische Kirchenkreis und der Solarenergie-Förderverein dieses Anliegen mit Aachener Vereinen und Initiativen diskutiert. Letztlich ist es, da sind sich alle Beteiligten einig, dringend nötig, gegen die Wiederinbetriebnahme des AKW tätig zu werden. Aus diesem Grund haben insgesamt zwölf Initiativen ihre Unterschrift unter den offenen Brief gesetzt. Mit dem Schreiben wollen sie der Landesregierung deutlich machen, welche Konsequenzen die Wiederinbetriebnahme für die Zivilbevölkerung haben könnte.

In dem offenen Brief heißt es, dass es eine vordringliche Aufgabe der Landesregierung sei, bei den belgischen Partnern auf die Beseitigung der Gefahr zu dringen, die das AKW darstelle. Eine solche Gefahrenabwehr müsse mit sofortiger und endgültiger Stilllegung der Anlange beginnen.

„Wir haben es hier auch mit einer ethischen Frage zu tun“, sagte Hans-Peter Bruckhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises. Er wies im Sinne des evangelischen Leitbilds darauf hin, dass die Politik immer mit der Frage wirtschaften sollte, ob es dem Leben aller diene. Im konkreten Fall von Tihange könne davon nicht die Rede sein. „Die Notfallpläne sind willkürlich und das Gefahrenpotenzial für die Bevölkerung ist nicht abschätzbar“, sagte er.

In dem Brief weisen die Initiativen weiter darauf hin, dass in der Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel aus dem Jahr 2011 betont wurde, dass selbst in einem Hochtechnologieland wie Japan die Risiken der Kernenergie nicht sicher beherrscht werden konnten. Somit seien auch die Folgen für die Aachener Bevölkerung als Betroffene im Fall eines Reaktorunfalls von Tihange nicht ersichtlich.

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 hätte deutlich gezeigt, welches Ausmaß ein solches Unglück haben könne. „Die Zeit läuft uns weg. Wir müssen jetzt tätig werden, bevor es zu spät ist. Es geht hier immerhin um Menschenleben“, sagte Ralf Welter, Vorsitzender der Katholischen Arbeiternehmerbewegung (KAB) des Diözesanverbands Aachen.

Die Zivilbevölkerung habe ein Recht darauf zu erfahren, was im Fall eines Reaktorunfalls passiere. „Die Bevölkerung will den Atomenergie-Ausstieg. Das zeigen zahlreiche Demonstrationen ganz klar“, betonte Susanne Jung, Mitarbeiterin des Solarenergie-Fördervereins Deutschland (SFV).

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