Aachen - Aachener Hotels stecken noch in der Krise

Aachener Hotels stecken noch in der Krise

Von: Robert Esser
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Wird 2010 noch schlechter? Quellenhof-Direktor Olaf Offer befürchtet, dass die Zahlen bei Veranstaltungen und Tagungen gegenüber dem bereits schlechten Jahr 2009 noch einmal einsacken. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Augen zu und durch? Die Zahl der Übernachtungen ist in Aachen im Jahr 2009 von 619.295 auf 576.048 gefallen. Das entspricht einem Rückgang von 7 Prozent. Die Hotelbranche in der Städteregion steckt in der Krise.

„Im Januar und Februar 2009 hatten wir im Vergleich zum Vorjahr 15 Prozent der Übernachtungsgäste verloren, dieses Jahr liegen wir immer noch acht Prozent schlechter als 2008”, rechnet Quellenhof-Direktor Olaf Offers vor. Der Präsident der Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes NRW (Dehoga) befürchtet, dass das Veranstaltungs- und Tagungssegment im Laufe dieses Jahres noch verlustreicher als 2009 verläuft.

Plus bei Kurkliniken

Nordrhein-Westfalen hatte im deutschlandweiten Vergleich mit 41 Prozent (2008) den höchsten Anteil an Geschäftsreiseübernachtungen. Deshalb schlagen die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise hier besonders hart durch.

Der Geschäftsführer des Aachen Tourist Service, Kurdirektor Werner Schlösser, glaubt indes, dass die Talsohle für die gebeutelte Branche durchschritten ist. „Irgendwann müssen die vielen seit Oktober 2008 aufgeschobenen Außendienstler-Tagungen und Geschäftsreisen ja nachgeholt werden - vielleicht schon ab dem zweiten Halbjahr 2010”, sagt er. Erfreulich sei, dass die Bettenbelegungskuve seit Dezember wieder einen leichten Aufwärtstrend zeige und die Kurkliniken mit 151.783 Übernachtungen erstmals seit Jahren wieder ein kleines Plus von 1,6 Prozent eingefahren hätten.

Dass 2009 hingegen nur noch 13.140 Gäste (minus 11,9 Prozent) auf dem Aachener Campingplatz am Branderhofer Weg übernachteten, sei bewusst gesteuert, betont Schlösser. „Wir haben uns da von einer ganzen Reihe von Dauercampern getrennt, die nicht etwa Touristen, sondern Gastarbeiter auf wochenlangen Montagetouren waren.”

„Das war eine harte Nuss”

Noch heftigere Einbußen musste Aachen in der Kategorie Erholungs-, Ferien- und Schulheime hinnehmen: Man zählte 11591 Besucher - 13,3 Prozent weniger. 17.460 Neuankömmlinge verzeichnete Aachens Jugendherberge Colynshof, 1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die stabilen Touristenzahlen konnten die Verluste der Hoteliers wegen fernbleibender Geschäftsreisenden nicht ausgleichen. Jeder dritte Gast kommt aus dem Ausland, die meisten aus Belgien und Großbritannien.

„Das Jahr 2009 war für die Hotelbranche eine harte Nuss”, resümiert Kurdirektor Schlösser. „Aber zumindest gab es bei uns keine Insolvenzen oder Schließungen.” Aachen verfügt laut Aachen Tourist Service nach wie vor über rund 3750 Hotelbetten. Dass aber der ehemalige Kreis Aachen bei den Gästeankünften - im Gegensatz zur Stadt Aachen - für das vergangene Jahr sogar ein Plus von 5,8 Prozent aufweise, liege wohl an statistischen Besonderheiten. So sei etwa ein Hotelbetrieb in Würselen über mehrere Jahre bis 2009 von den Statistikern vergessen worden, was dort jetzt zu erstaunlich positiven Zuwachsraten geführt habe.

Ähnlich hohe Einbußen wie Aachen verzeichneten Dortmund (minus 6,5 Prozent), Bonn (-4,8), Düsseldorf (-4,2) und Köln (-4,1).
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