Aachener Hospizgespräche widmen sich der Palliativversorgung in Europa

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Aachen. Immer vergleichbarer werden die Lebensverhältnisse im zusammenwachsenden Europa, beim Sterben allerdings geht jedes Land eigene Wege. Die Servicestelle Hospiz für Stadt und Kreis Aachen hat sich dieser besonderen Entwicklung im 77. Hospizgespräch am 21. November angenommen.

Vor allem, um auf Hemmnisse hinzuweisen, um aber auch voneinander zu lernen: Regional günstige Rahmenbedingungen und lokale Erfolgsprojekte der Palliativversorgung sollten den rund 400 Besuchern der Tagung bekannt gemacht und gemeinsam diskutiert werden.

Die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt betonte im Rahmen der Veranstaltung die Bedeutung der europäischen Kooperation auch in Fragen der Palliativversorgung: „Die Frage, wie eine Nation mit ihren Sterbenden umgeht, ist ein Gradmesser für ihre humanitäre Grundeinstellung. In Deutschland muss Artikel 1 des Grundgesetzes âDie Würde des Menschen ist unantasbar´ Motor sein für unser Handeln - auch in der Palliativversorgung,” so die ehemalige Gesundheitsministerin.

Für Prof. Lukas Radbruch, Präsident des Europäischen Palliativgesellschaft EAPC, ist die gesamteuropäische Situation noch keineswegs zufrieden stellend: „In vielen Ländern ist der Zugang zu einer ausreichenden Palliativversorgung mehr vom Zufall als vom Bedarf des Patienten abhängig”, kritisiert er in seinem Vortrag. Eine gesetzliche Rahmengebung zur Sicherstellung palliativmedizinischer Strukturen sei europaweit eher die Ausnahme als die Regel.

Prof. Christof Müller-Busch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, wies auf die kulturellen Unterschiede in den Sterbekulturen der europäischen Länder hin: „Im Vergleich zur Antike stellt die gelassene Akzeptanz des Todes heute eher die Ausnahme als die Regel dar,” so Müller-Busch. Gerade in der unterschiedlichen Auffassung zu Tod und Sterben könnten und müssten sich die Länder Europas gegenseitig in ihren Ansätzen und in ihrer jeweiligen Historie befruchten.
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