Aachen - Aachener Gitarrenpreis: Wenn Ventilatoren die Saiten in Schwingungen versetzen

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Aachener Gitarrenpreis: Wenn Ventilatoren die Saiten in Schwingungen versetzen

Von: Eva Onkels
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Gitarrenmusik vom Feinsten: Thomas Kirchhoff (2.v.l.) und Dale Kavanagh (Amadeus Guitar Duo) und Christian Gruber (l.) und Peter Maklar (r., Duo Gruber & Maklar) begeisterten im Krönungssaal. Foto: Andreas Schmitter
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Setzten sich beim 2. Aachener Gitarren-Preis durch: Florian Larousse Mitte, 1. Platz), Chiawei Lin (r., 2. Platz) und Tristan Angenendt (3. Platz). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Gitarre hat mittlerweile das Klavier als beliebtestes Lerninstrument abgelöst. Die Gründe, warum junge Menschen Gitarre lernen wollen, sind sicherlich vielfältig, aber auch die Gitarre ist ein vielseitiges Instrument. Ob in der Pop- und Schlagermusik, der Rockmusik oder auch der klassischen Musik, überall findet sie ihren Platz. Mit der „Guitar-Gala-Night“ hat die Reihe der „Accordate“-Konzerte nicht nur die Gewinner des 2. Aachener Gitarren-Preises geehrt, sondern auch die Gitarre als Instrument selbst.

Im Krönungssaal spielten zwei renommierte Duos, das Amadeus Guitar Duo und das Gitarrenduo Gruber & Maklar Musik aus verschiedenen Jahrhunderten für Gitarre oder für Gitarre bearbeitet. Das Amadeus Guitar Duo, bestehend aus der Kanadierin Dale Kavanagh und dem deutschen Gitarristen Thomas Kirchhoff, bestach mit virtuoser Gitarrenmusik und dem Einsatz ungewöhnlicher Hilfsmittel. Bei Jaime M. Zenamons „Casablanca – A story, a place and a kiss“ konnte man nicht nur die Hitze der Wüste auf der Haut spüren, sondern auch den erleichternden Eintritt in eine kühlen Raum.

Mittels Handventilatoren, die an die Saiten gehalten wurden, weckten die Musiker beim Publikum nicht nur Erinnerungen an den Film Casablanca und „Rick‘s Bar“, sondern auch an Deckenventilatoren. Der Klang der durch die Ventilatoren in Schwingungen versetzten Saiten ist definitiv ungewöhnlich und für den Hörer ein interessantes Erlebnis. Es fehlte auch nicht eine Anlehnung an „As time goes by“, jenes Lied, das im Film „noch einmal“ gespielt werden soll. Viel Applaus und „Bravo“-Rufe gab es vom Publikum.

„Streitgespräch“ der Instrumente

Eröffnet wurde das Konzert mit einem Stück des italienischen Komponisten Carlo Domeniconi, „Oyun“, geschrieben 1999 für vier Gitarren. Interessante Wechselspiele im ersten Satz und ein mitreißend wehmütiger zweiter Satz wussten das Publikum zu begeistern. „Con Fuoco“, mit Feuer, der letzte Satz, war hingegen mitreißen, aufwühlend. Anders als man es häufig hört, schien es in diesem Stück keine Dialog zu geben, sondern ein wütendes „Streitgespräch“ zwischen den einzelnen Instrumenten. Bei der Kommunikation der Musiker untereinander kann jedoch wohl kaum von einem Streit die Rede sein. Präzise und genau waren die Einsätze.

In der Konzertpause fand unter Leitung von Hans-Werner Huppertz die Preisverleihung des 2. Aachener Gitarrenwettbewerbs statt. „Es gibt nichts Subjektiveres als eine objektive Vergabe von Preisen an Künstler“, so Huppertz bei der Bekanntgabe der Sieger. Die Reihenfolge, so Huppertz, hätte auch anders sein können. Prämiert wurden Tristan Angenendt (3. Platz), Chiawei Lin (2. Platz) und Florian Larousse (1. Platz).

Im zweiten Teil des Konzertes entführten Peter Maklar und Christian Gruber das Publikum in das Spanien des italienischen Komponisten Gioachino Rossini. Die ohnehin schon leicht klingende Ouvertüre „Der Babier von Sevilla“ ist in der Bearbeitung von Mauro Giuliani für zwei Gitarren noch ein Stückchen südeuropäischer, erinnert an laue Sommernächte, weniger an vollen, lauten Orchesterklang. Ein neuer Höreindruck eines schon sehr bekannten Stückes. Die Kommunikation zwischen Maklar und Gruber funktioniert auf höchstem Niveau. Ständiger Augenkontakt ermöglichte genau gesetzte Einsätze und zeigte ein durchweg harmonisches Duo.

Abgeschlossen wurde das Konzert ganz klassisch mit einer Bearbeitung des dritten Satzes aus Johann Sebastian Bachs drittem Satz aus dessen „Brandenburgischem Konzert Nr. 6“.

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