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Aachener Friedenspreis will sich breiter aufstellen

Von: mh
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Hoffen auf rege Beteiligung: Ralf Woelk, Dieter Spoo, Tina Terschmitten, Franz-Josef Surges und Lea Heuser vom Vorstand des Vereins Aachener Friedenspreis (von links). Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Vorstand ist neu sortiert, der Fahrplan zur Kür der nächsten Preisträger festgezurrt, und auch der Rückblick auf ein ziemlich turbulentes Jahr 2013 ist keinesfalls von Zorn getrübt – jedenfalls nicht in eigener Sache. Sagen die neuen (und weitgehend alten) Vorstandsmitglieder des Vereins Aachener Friedenspreis.

Im Gegenteil: „Wir haben uns bestens konsolidiert“, sagt Ralf Woelk, der im November das in den vergangenen zwei Jahren vakante Amt des 1. Vorsitzenden übernommen hat. Gleichwohl will die Initiative jetzt mehr denn je in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken – nicht nur, aber auch, um neue Mitglieder zu gewinnen.

„Wir freuen uns über jeden Vorschlag im Hinblick auf geeignete Menschen und Institutionen, die mit dem Friedenspreis 2014 ausgezeichnet werden könnten“, erklärt Woelk aus gegebenem Anlass. Jeder Bürger sei eingeladen, umgehend entsprechende Hinweise und Anregungen zu geben – auch ohne ein direktes Engagement im Verein, in dem derzeit knapp 400 Mitglieder organisiert sind. Traditionell werden die Preisträger am Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkriegs, dem 8. Mai, verkündet. „Im Vorfeld werden alle Vorschläge dokumentiert und diskutiert“, betont Woelk. Allerdings müssen die spätestens am 15. Februar vorliegen, erläutert Vorstandsmitglied Tina Terschmitten. Danach wird zunächst mit der Vereinsbasis beraten.

Im März nimmt der achtköpfige Vorstand fünf Favoriten in die engere Wahl, die sich aus seiner Sicht in besonderem Maße „von unten“ und ohne professionellen Hintergrund für Frieden und Verständigung einsetzen. Sie müssen mindestens zwei Drittel der Stimmen, also sechs Voten auf sich vereinen. Im April hat die Mitgliederversammlung erneut das Wort. Auch sie muss sich mit mindestens zwei Dritteln der Stimmen für die jeweiligen Kandidaten aussprechen, die am 1. September, dem Antikriegstag, in der Aula Carolina an der Pontstraße ausgezeichnet werden. In der Regel werden zwei Preisträger gekürt.

Im vergangenen Jahr stand der Verein allerdings vor einem ziemlich spektakulären Problem: Die Düsseldorfer Hulda-Pankok-Schule hatte die Auszeichnung nach deren offizieller Verkündigung zurückgewiesen. „Letztlich hat die Debatte darüber aber nicht geschadet – im Gegenteil“, meint Woelk.

Zurzeit freilich hofft der Vorstand vor allem auf rege Beteiligung in puncto neue Preisträger – und damit dürfe sehr gern eine Art Frischzellenkur einhergehen, sagt Woelk. „Wir freuen uns über jedes neue Mitglied und setzen insbesondere auf jüngere Menschen.“ Denn der Altersdurchschnitt im Verein liege ziemlich hoch. Und Anlass zu politischem Protest gebe es reichlich, wie schon die Debatte um die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Bundeswehr im Zusammenhang mit dem „Korb“ seitens der Düsseldorfer Einrichtung gezeigt habe. So dokumentiere der neue Koalitionsvertrag, dass die schwarz-rote Bundesregierung „einer weiteren Militarisierung der Gesellschaft“ und einer „höheren Akzeptanz für Auslandseinsätze der Bundeswehr“ Tür und Tor zu öffnen gedenke, kritisiert der Verein.

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