Aachener Chor begeistert beim Konzert in der Citykirche

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
12486358.jpg
Konzert der Aachener Liedertafel: Beim Franz-Schubert-Konzert in der Citykirche überzeugte das Ensemble – auch mit seinen romantischen Liedern. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Über Jahrzehnte waren die Freunde von Männerchören gewohnt, dreimal jährlich die Aachener Liedertafel von 1832 in einem Chorkonzert erleben zu dürfen. Es liegt am Lauf der Zeit, dass die Zahl der Sänger dieses vierstimmigen Männerchores peu á peu rückläufig war.

Umso größer die Überraschung beim großartigen Franz Schubert-Konzert der Liedertafel in der nahezu voll besetzten Citykirche St. Nikolaus.

Luis Castellanos dirigiert

Unter der Leitung ihres Dirigenten Luis Castelleanos faszinierte die Sängerschar mit makellosem und klangreinem Gesang die Zuhörer, die bereits beim Einzug die Sänger mit anhaltendem Applaus empfingen. Dabei erwies sich der frühere Altarbereich als ein Tempel für Chorgesang.

Es war jedoch nicht nur die Liedertafel selbst die sang, sondern durch die Sänger des Männergesangvereins Harmonia von 1897 und des Männergesangvereins Polyhymnia, Mariadorf Verstärkung erfuhr. Dabei war es nicht der erste gemeinsame Auftritt, sondern ist inzwischen eine liebgewordene Tradition, sich gegenseitig bei Auftritten zu verstärken. Der Vorschlag, ein „Franz Schubert-Konzert“ zu geben, war aus den Reihen der Liedertäfler selbst gekommen, informierte Liedertafelpräsident Dieter Rodermann in seinen Begrüßungsworten. Dazu gehörte auch eine Kurzvita Schuberts, der in seinem kurzen Leben (er wurde nur 31 Jahre alt) sehr fleißig komponiert hatte.

Er startete als Sängerknabe in der Wiener Hofmusikkapelle, hatte mit 20 Jahren bereits sechs Klaviersonaten geschaffen und in seinem Leben insgesamt 600 Lieder komponiert. „Er war arm, neigte zu Alkoholexzessen und ‚bezahlte’ den Wirten die Getränke mit neuen, kleinen Symphonien, die er an der Theke auf Bierdeckel schrieb“, so Rodermann.

Mit drei romantischen Liedern zum Thema: „Abendfrieden“, „Abendrot“ und „Nächtliches Ständchen“ wurde das Konzert mit vierstimmigem Gesang eröffnet. Im Wechsel mit dem Chor faszinierten als Instrumentalsolisten: Liedertafel-Dirigent Luis Castellanos, der als begnadeter Pianist, mit einem „Nächtlichen Ständchen“ und dem „Impromptu Ges Dur“, sensibel und gefühlsbetont begeisterte.

Faszinierendes Duett

Schier atemlos lauschte das Publikum, bis verdienter Beifall aufbrandete. In Harmonie vereinten sich Castellanos am Klavier und die hochbegabte junge Cellistin Soraya Ansari zum bewegenden Zusammenspiel bei „Gretchens Träumereien“, die bei „Fausts Kuss“ in spürbarer Leidenschaft gipfelten. Mit virtuoser Meisterschaft ließ auch Zeyu Huang aus China, als junges Talent und Solist am Flügel mit dem Volkslied: „Der Lindenbaum“ aufhorchen und erhielt Sonderbeifall selbst vom Chor.

In der Sängerschar wiederum war es Ralf Pütz, der mit klangvoller, heller Tenorstimme in konzertanter Interpretation die „Nachthelle“ besang und einen der Höhepunkte des Konzerts bot. Sah das ursprünglich zweistündige Programm zum Finale Schuberts „Nachtgesang im Walde“ vor, so provozierte das Publikum mit seinem anhaltenden, kaum abebbenden Applaus eine Zugabe und wurde mit dem kraftvollen Gesang der „Öcher Jonge Hymne“ überrascht.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert