Aachener Band „Ringo“ spielt wieder in der Heimat

Von: Ines Kubat
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Die Band „Ringo“ mit ihren Musikern Marc Aretz, Andreas Reinard, Markus Sander, dem ehemaligen Bassisten Thomas Wosnitza und Joonas Lorenz. Der neue Bassist Chris Mayer fehlt auf dem Bild. Foto: Chrit

Aachen. Eigentlich mag Andreas Reinard Coverbands so gar nicht. Er mag es nicht, wie sich darin manche Musiker als Stars profilieren. Genau so wenig mag er es, wenn sich manche Bands so kostümieren, als spielten sie Theater, um ihre Vorbilder möglichst genau zu kopieren.

Umso erstaunlicher ist es also, dass Reinard selbst in einer Coverband spielt. Er ist der Schlagzeuger von „Ringo“, einer Aachener Band, die seit mehr als zehn Jahren Songs der Beatles covert. Diese vier Musiker aus Großbritannien sind auch der Grund, warum Reinard eine Ausnahme bei seiner Abneigung macht.

Und das kam so: Mit einigen anderen Aachener Musikern stellte Reinard über das ein oder andere Thekengespräch fest, dass sie nicht nur die Liebe zur Musik sondern vor allem zu den „Pilzköpfen“ verband. Und weil die Beatles nun mal seit vielen Jahren nicht mehr live zu bewundern sind, entschlossen sich Reinard und seine Mitmusiker, selbst einige Songs spielen. So war 2006 die Band „Ringo“ geboren.

Hobby- und Profimusiker

Und die tritt in der kommenden Woche nach anderthalb Jahren erstmals wieder in Aachen auf – mit neuem Bassisten Chris Bayer (siehe Infobox). Alle Bandmitglieder, so auch Markus Sander (Gitarre), Marc Aretz (Gitarre), Joonas Lorenz (Keyboard) und Andreas Reinard (Schlagzeug) selbst, sind Hobby- oder sogar Profimusiker. Mittlerweile wohnen sie nicht mehr alle in der Region, sondern sind in ganz Deutschland verteilt und spielen auch in anderen Bands.

Gemeinsam treten die fünf Musiker als außergewöhnliche Coverband auf, die bescheiden mit ihren Erfolgen umgeht. Auf die ersten Konzerte rund um Aachen folgten immer mehr – schließlich auch einige Auftritte im Ausland: Was „Ringo“ von anderen Beatles-Coverbands unterscheidet? Dass sie eben nicht die „gewöhnlichen“ Hits am Fließband rauf und runter spielt. Stattdessen haben sich die Musiker von Anfang an die etwas komplexeren Stücke zur Brust genommen und sich auf die Spätphase der Beatles konzentriert, in denen die Band auch rockige und experimentelle Elemente in ihre Stücke eingebaut hat. Dadurch ist auch die internationale Szene auf „Ringo“ aufmerksam geworden.

So kam es dann auch, dass „Ringo“ mehrmals im berühmten Cavern Club in Liverpool auftrat; dort, wo die Beatles fast dreihundert Mal spielten. Heiliger Boden also für alle Fans der englischen Pop-Band. Und auch hier machte sich „Ringo“ einen Namen, so dass sie dann sogar beim riesigen Beatles-Festival in den USA, dem „Abbey Road On The River“, performten. Bei dem Festival spielen jedes Jahr mehr als 100 Bands – der überwiegende Teil von ihnen ausschließlich Beatles-Songs.

Nach solch einer Zeit könne er manchmal dann kurzfristig keine Beatles-Songs mehr hören, meint Reinards schmunzelnd. Laut dürfe man sowas allerdings unter den Hardcore-Fans nicht sagen: „Für manche sind die Beatles wie eine Religion.“

Die weltweit große Begeisterung für die Beatles erklärt Reinard sich so: Mit Lennon, McCartney und Harrison seien „drei unfassbare Songwriter zusammengekommen, die jeder für sich eine großartige Band hätten Gründen können“, findet Reinard. Doch vor allem seien sie in vieler Hinsicht die Ersten gewesen: die erste Popband, die ihre Mitglieder zu Stars machte.

„Aber sie waren auch musikalische Vorreiter, bei denen sich viele Musiker heute noch Inspiration suchen.“ Auch in Sachen Studioarbeit waren sie Pioniere: Denn dort nahmen die Beatles nicht nur auf, dort lebten sie sich kreativ aus. Heraus kamen dabei schon mal Songs, wie „Rain“ in dem manche Spuren rückwärts laufen. Das war nicht nur damals eine Neuheit, sondern sei auch heute noch für „Ringo“ spannend – und live nicht ganz leicht umzusetzen.

Der Hype bleibt ungebrochen

Genauso wie bei dem Lied „A Day In The Life“, der eigentlich mit Orchester gespielt wurde. Beides sind Songs, die die Cover-Band neu spielen lernen will – und zwar für das Konzert in den Kurparkterrassen am 22. April. Knapp 35 Songs wird „Ringo“ an dem Abend performen. Schon längst hat die Band nicht mehr nur „komplexe“ Stücke im Repertoire, sondern auch gängigere Stücke; die richtigen Mitsing-Hits wie „Can’t Buy Me Love“. Es sei mittlerweile eine ausgewogene Mischung, „denn es macht uns tierisch Spaß, wenn es auch den Leuten Spaß macht“, sagt die Band. Und der Beatles-Hype sei ungebrochen. „Da sitzt eine Oma im Stuhl neben einem Teenie. Und beide singen jeden Song mit“, sagt Reinard.

Trotz der Erfolge bleibt „Ringo“ unaufgeregt. Sie wollen keine Hunderte Auftritte pro Jahr stemmen und zur Dorf- oder Zeltband mutieren. „Wenn wir uns treffen, soll es besonders bleiben. Wir möchten uns die Magie dieser Musik bewahren“, so die Band.

Eine typische Coverband will „Ringo“ eben immer noch nicht sein.

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