Aachen - „Aachener Ansichten“ – mit den Augen von Flüchtlingen gesehen

„Aachener Ansichten“ – mit den Augen von Flüchtlingen gesehen

Von: Ricarda Timm
Letzte Aktualisierung:
9282889.jpg
Haben das Fotoprojekt unter dem Titel „Aachener Ansichten“ begleitet: Andrea Milcher, Dr. Mona Pursey, Daniela Mehenga und Dominik Clemens (von links). Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Gleise des Bahnhofes, der Bushof, die grünen Aachener Parks, das SuperC, Kaiser Karl auf dem Markt und viele andere bekannte Plätze in Aachen bedeuten 15 unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen vor allem eines: willkommen zu sein. Das haben sie jetzt im Fotoprojekt „Aachener Ansichten“ vom Eine Welt Forum Aachen zeigen können.

Welche Plätze haben für sie eine besondere Bedeutung? Wo fühlen sie sich besonders wohl? Und welche beeindrucken sie besonders? Und warum? Das zeigen 20.000 Postkarten und 1500 Broschüren, die in Büchereien, Bildungswerken, Museen oder der Volkshochschule zur kostenlosen Mitnahme ausliegen.

Es sind Perspektiven, die anders sind, den Blick verändern und doch gar nicht fremd wirken. Die Postkarten schaffen eine Verknüpfung zwischen dem Fotografen und dem Betrachter, sie verbindet sie, erklärt Andrea Milcher, die Projektkoordinatorin. Die Bilder erschaffen eine neue Sicht auf die Stadt und integrieren sie gleichzeitig in die Vorhandene.

Die Fotos sind mit Zitaten der Jungen versehen. So erfährt der Betrachter noch mehr über ihren Blick, ihre Erfahrungen und ihre Ziele. „Ich komme oft hierher, denn ich möchte später einmal hier studieren“, so ein 16-jähriger Junge aus Afghanistan unter dem Foto vom SuperC.

Die beteiligten Jugendlichen sind bereits seit über einem Jahr in Aachen, lernen die deutsche Sprache und wollen hier heimisch werden, erzählt Daniela Mehenga vom Zentrum für soziale Arbeit in Burtscheid, das die Jugendlichen im Welthaus aufgenommen hat. Dabei helfen sollen natürlich ganz praktische Dinge, wie Organisation und Bewältigung von Behördengängen, Hausaufgabenhilfe, der Anmeldung in Sportvereinen oder der Deutschkurs an der Volkshochschule.

Dazu gehört allerdings auch, eine Willkommenskultur zu schaffen, die es den Jugendlichen aus Afghanistan, Guinea, dem Senegal oder aus Kamerun erleichtert, hierzulande anzukommen. Es gibt immer wieder Unsicherheiten. Unter einem Foto vom Ausländeramt schreibt ein 16-jähriger Afghane: „Hier bin ich oft. Mein Sachbearbeiter ist immer sehr freundlich zu mir. Wenn ich einen Termin bei ihm habe.“

Das Projekt wurde durch Gelder des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als Einzelprojekt des Aachener „lokalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus“ umgesetzt. Von diesen Einzelprojekten gab es bis jetzt über 50 und mehr als 10.000 Menschen in Aachen konnten erreicht werden, erklärt Dominik Clemens, Koordinator dieses Aktionsplans.

Das Bundesprogramm ist mittlerweile ausgelaufen, Clemens ist aber zuversichtlich, dass auch mit dem neuen Programm „Demokratie leben“ wieder neue Projekte gefördert werden können. Für das letzte standen 300.000 Euro zur Verfügung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert