Aachen - Aachen will an Bahnhöfen arbeiten

Aachen will an Bahnhöfen arbeiten

Von: Thorsten Karbach
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Tristesse pur: der Haltepunkt in Eilendorf. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Eingestiegen sind Stadt Aachen und der Aachener Verkehrsverbund in ein europäisches Projekt zur Verbesserung von Bahnhöfen. Wohin die Reise die beiden deutschen Partner führen soll, ist auch klar: Ziele sind eine Verbesserung des Haltepunktes Eilendorf, die (Wieder-)Einrichtung eines Bahnhofs in Richterich und der umfassende Umbau der Haltestelle West zu einem Bahnhof für den RWTH-Campus.

Neun Millionen Euro werden bis September 2015 in Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Aachen aufs Gleis gesetzt. 50 Prozent kommen von der Europäischen Union. Auf Aachen entfallen 550.000 Euro. „Ohne die Fördermittel hätten wir für so ein Projekt kein Geld“, sagt Planungsdezernentin Gisela Nacken. Einen Namen hat es auch: „Citizens‘ Rail“ heißt es, was so viel bedeutet wie „Bahn für Bürger“ und „Bahn mit Bürgern“. Zu allen Maßnahmen sollen nämlich Bürgerwerkstätten eingerichtet werden. Frei nach dem Motto: Bitte einsteigen!

Bahnhof Eilendorf: AVV-Geschäftsführer Hans Joachim Sistenich nennt Eilendorf einen vernachlässigten Haltepunkt. Seit Jahren kritisieren die Eilendorfer den schlimmen Zustand an den Gleisen, wo alle 30 Minuten die Euregiobahn stoppt. „Da haben wir eine vollkommen unbefriedigende Situation“, sagt Sistenich. Die Aufenthaltsqualität soll verbessert werden, Sistenich spricht von mehr „sozialer Sicherheit“ und einer besseren Verbindung mit anderen Verkehrsmitteln.

Bahnhof Richterich: Den gibt es nicht mehr, er soll aber wiederbelebt werden – entweder an seinem ursprünglichen Standort an der Roermonder Straße oder weiter nördlich, um das Neubaugebiet Richtericher Dell zu erreichen. Für die erste Variante spricht die mögliche Einbindung an eine Bahnlinie von Aachen über Heerlen nach Maastricht (Avantis-Linie). Das Problem: „Es handelt sich bereits um eine hoch belastete Strecke. Aber wir sehen eine kleine Chance“, sagt Sistenich.

Bahnhof West: Das größte Projekt, welches aber letztlich kaum mit 550 000 Euro gestemmt werden kann. „Der Haltepunkt ist uns ein Dorn im Auge“, sagt Sistenich. Insbesondere durch den Campus müsse hier eine attraktive Alternative im Sinne eines RWTH-Bahnhofs geschaffen werden. Wie dieser aussehen könnte, kann nun eine Woche lang im Foyer des Verwaltungsgebäudes am Marschiertor erlebt werden: So lange hängen dort 14 visionäre Arbeiten von RWTH-Studenten. Professor Hartwig Schneider vom Lehrstuhl für Baukonstruktion hat seine Studierenden Entwürfe fertigen lassen, die ökologisch sinnvoll, städtebaulich spannend und nicht zuletzt optisch ansprechend erscheinen.

Da gibt es spektakuläre Brücken, gläserne Hallen und geschwungene Radwege. Und überall galt es, einen Übergang zur Campusbahn zu schaffen. Ob und wie die Entwürfe umsetzbar sind, muss nun geprüft werden.

Der Fahrplan: Er sieht vor, dass für Eilendorf und Richterich genannte Bürgerwerkstätten alsbald einberufen werden. Dann wird geplant. In einem Jahr sollen Pläne zu den Maßnahmen vorliegen. „Dann haben wir in allen Fällen sehr qualifizierte Vorlagen, über die wir mit der Bahn reden können“, sagt Nacken. Denn so sehr Stadt und AVV neue Bahnhöfe auch aufs Gleis setzen wollen – die Bahn kann sich immer noch querstellen. Bahn-Tochter DB Service ist letztlich für die Bahnhöfe verantwortlich. Und sie ist in dieses Projekt nicht eingestiegen.

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