Aachen und Prag: Eine tiefe Verbindung

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Diesmal ist der OB selbst der Geehrte: Im Rathaus gab es eine Retrospektive auf die Verleihung des Kulturpreises Karl IV., die vergangenes Jahr in Prag stattgefunden hatte. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Dezente Noblesse bestimmte die Atmosphäre im Weißen Saal des Rathauses. Im Mittelpunkt des festlichen Empfangs stand dort diesmal der „Hausherr, nämlich Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, selbst.

Eingeladen hatte der Kulturverein Aachen – Prag, um in einer Retrospektive noch einmal die Verleihung des Kulturpreises Karl IV. in Gold am 26. September 2014 in Prag an den Aachener Oberbürgermeister lebendig werden zu lassen.

Mit dieser Auszeichnung seien seine Bemühungen um die Belebung der bedeutenden historischen Beziehungen der beiden Krönungsstädte Aachen und Prag sowie um die Intensivierung und Pflege des Austausches in Kultur, Kunst und Wissenschaft gewürdigt worden, erklärte Vera Blazek, 1. Vorsitzende des Kulturvereins Aachen-Prag in ihrer Laudatio. „Dieser Preis wird verliehen, um einen nachhaltigen Effekt für die weitere Arbeit der beiden Kulturvereine von Aachen und Prag zu erzielen“, fügte OB Philipp in seinem Grußwort hinzu.

60 Aachener waren mit auf die Reise nach Prag gegangen, um die festliche Verleihungszeremonie in der Kirche Maria Himmelfahrt und Hl. Karl der Große im Karlshof Prag mitzuerleben, aber auch, um die Gelegenheit der Begegnung mit den Menschen Prags wie auch mit bedeutenden tschechischen Persönlichkeiten zu erleben. Das dem Hl. Karl dem Großen gewidmete Gotteshaus hatte Karl IV. nach dem Vorbild der Grabeskapelle Karls des Großen in Aachen ebenfalls in Form eines Oktogons erbauen lassen.

Die Retrospektive zum Festakt in Prag blieb Dompropst Manfred von Holtum vorbehalten. Er hob darin, „die kulturellen Gemeinsamkeiten und insbesondere die Geistesverwandschaft zwischen Karl dem Großen und Karl IV., seinem begeisterten Verehrer und Nachahmer“ hervor. 1349 zum Beispiel wurde Karl IV. in der Aachener Marienkirche gekrönt. Ihm sei auch die Erweiterung des karolingischen Oktogons in Gestalt der gotischen Chorhalle zu verdanken. Ebenso war es Karl IV., der das Stiftskapitel veranlasste, alljährlich die Feier des Karlsfestes am 28. Januar, dem Todestag Karls des Großen, zu begehen.

„Die Karlsbrücke in Prag ist in den Tagen unseres Besuches zu einem Teil Aachens geworden“, so Dompropst von Holtum in seiner Ansprache. Zu den vielen, beeindruckenden Begegnungen und Gesprächen habe auch der Besuch der Deutschen Botschaft in Prag gehört. Ein Erinnerungsfilm an die „Erstürmung der Botschaft vor 25 Jahren durch Menschen der ehemaligen DDR und anderer Ostblockländer sowie die Rede von Außenminister Hans-Dietrich Genscher haben deutsche Geschichte vor Augen geführt“, so von Holtum.

Mit virtuosem Spiel begleiteten Linda Leharová (Violine) und Martin Smýkal (Viola) mit Kompositionen von Mozart, Dvorcak, Martinu und Smetana den Festempfang im Weißen Saal, in dessen Verlauf drei ehemalige Jurymitglieder mit Medaillen Karl IV. in Silber geehrt wurden: die ehemalige Bürgermeisterin Milena Kozumpliková (Prag), der emeritierte Dompropst Helmut Poqué sowie der ehemalige Stadtdirektor und Kulturdezernent Wolfgang Rombey (beide Aachen).

Über das „Warum und Wofür“ des Kulturpreises sprach der 2. Vorsitzende Herbert Zantis.

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