Aachen Tourist Service fordert Bau neuer Hotels

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Das Spielfeld haben sie gefunden, Platz zum Übernachten war dagegen Mangelware. Als die deutsche Nationalmannschaft auf dem Tivoli gegen Malta auflief, war sie zuvor aus Düsseldorf angereist.

Dort hatten die Spieler ins Hotel eingecheckt. In Aachen wäre es wohl auch nahezu unmöglich gewesen, ein passendes Übernachtungsangebot zu finden. „Die Stadt war voll”, bestätigt Werner Schlösser. Weil die Hotelbetten dank Karlspreisverleihung, Anwaltstag und dem Euregio-Treffen der Vereinigung „Round Table” fast komplett belegt gewesen sein dürften, sagt der Geschäftsführer des Aachen Tourist Service (ATS).

Schlösser möchte aus diesem Sonderfall keine falschen Schlüsse ziehen. Er sagt: „Aus einzelnen Tagen kann man das nicht ableiten. Aber grundsätzlich brauchen wir neue Hotels in Aachen.” Wer sich die Entwicklung der Branche und ihre Zahlen in den vergangenen Jahren anschaue, könne zu gar keinem anderen Schluss kommen.

2009 sollte bei dieser Betrachtung allerdings ausgeklammert werden. Dass die allgegenwärtige Krise auch am Aachener Hotelgewerbe nicht spurlos vorbeigegangen war, daraus machte Geschäftsführer Schlösser auch bei der jüngsten Mitgliederversammlung des ATS keinen Hehl. Wie ausführlich berichtet, war 2009 die Zahl der Ankünfte in Aachener Hotels gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent gesunken, im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Übernachtungen um sieben Prozent. Der Rückgang sei ausschließlich auf den Wegfall zahlreicher Geschäftsreisen zurückzuführen betont Schlösser. Bei den Privatreisen seien dagegen keine Einbußen zu beklagen.

Positive Nachrichten wurden zudem aus den Burtscheider Kurkliniken gemeldet, die Zahl der Kurtage war 2009 um 1,6 Prozent gestiegen. Ein Trend, der sich natürlich fortsetzen darf. Umso wichtiger erscheint es Schlösser, das die Burtscheider Fußgängerzone auch in Zukunft nicht für den Radverkehr freigegeben wird. Ein entsprechender Antrag war, wie berichtet, im Bürgerforum gestellt worden, wo er mehrheitlich kritische Reaktionen hervorrief.

Krücken und Rollatoren

Schlösser sieht das ähnlich. Vom Radeln in der Fußgängerzone hält er gar nichts. „Da sind Leute mit Krücken und Rollatoren unterwegs, denen können doch nicht die Radfahrer um die Ohren sausen”, sagt der ATS-Geschäftsführer. Auch die Kurkliniken und die Burtscheider Interessengemeinschaft hätten in diese Richtung Stellung bezogen.

Relativ gut aufgestellt sieht Schlösser die Aachener Hotellandschaft für das laufende Jahr: „So weit wir es jetzt erkennen können, krabbeln wir aus dem Loch vom letzten Jahr wieder raus.”

Dennoch: Mittelfristig führe am Bau neuer Hotels kein Weg vorbei. „Durchaus auch im Ein-Sterne-Bereich, aber primär sicherlich im Drei- bis Vier-Sterne-Bereich mit Konferenzmöglichkeit”, sagt Schlösser. Als Standort hält der ATS-Geschäftsführer neben der Krefelder Straße auch solche mit möglichst großer Nähe zum „magischen Dreieck” zwischen Dom, Hochschule und Eurogress für geeignet. Für Schlösser steht jedenfalls fest: „Wir brauchen im Hotelgewerbe eine Weiterentwicklung.” In Einzelhandel und Gastronomie sei sie nämlich schon längst erfolgt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert