„Aachen Sozial 2011”: Das soziale Netz eng geknüpft

Von: Manfred Kutsch
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„Aachen Sozial 2011”: (v.l.)
„Aachen Sozial 2011”: (v.l.) Christian Mourad, Walter Maassen, Preisträger Michael Nobis, OB Marcel Philipp sowie Gabriele Mohné mit Mitgliedern der Findungskommission freuen sich über die großen Resonanz im Aachener Rathauses. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Es hat eine Menge Botschaften an diesem Abend der Preisverleihung von „Aachen Sozial 2011” an den Bäcker und Unternehmer Michael Nobis gegeben. „Besinnen Sie sich auf die Werte, die für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft erforderlich sind”, rief Gabriele Mohné, Vorsitzende der „Familienunternehmer - ASU” und Moderatorin, ins gefüllte Auditorium des Krönungssaals.

„Die Familienunternehmer bringen sich in die Gemeinschaft ein. Und das ist das, was zählt”, würdigte Oberbürgermeister Marcel Philipp den wichtigen Mittelstand in der Arbeitgeberschaft. Und schließlich kam auch noch Schwester Veronika zu Wort, Mitglied des Ordens vom Heiligen Franziskus, die den Spruch zitierte, der an der Wand des Frühstücksraumes für Obdachlose im Kloster Kleinmarschierstraße hängt: „Altes Brot zu haben, ist nicht hart. Kein Brot zu haben, ist hart.”

Es zählte das gesprochene Wort. Und jedes davon umriss und skizzierte nicht nur die Philosophie der Familienunternehmer im Allgemeinen, sondern die soziale Leistung von Michael Nobis, seiner Frau Jutta und 360 Mitarbeitern im Besonderen.

Gehaltvolle 90 Minuten sorgten für Klartext in einer vielfach zerrissenen, von Egoismen geprägten Gesellschaft, in der sich die Familienunternehmer nicht nur öffentlich anders positionieren als Konzerne: „Wir leben Nachhaltigkeit, Führungsverantwortung, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit”, so Familienunternehmerin Dagmar Wirtz, deren Maschinenbaufirma „3win” durch Auftragseinbrüche einst stark ins Trudeln geriet - „und mit vereinten Kräften und in Eigenleistung” ihrer Mitarbeiter wieder den Weg nach oben fand.

„Wir haben persönlich enger zusammengestanden und festgestellt, dass man sich gegenseitig aufeinander verlassen kann”, berichtete sie. Ihre Definition von „sozial” sollte sich wie ein roter Faden durch den Abend ziehen: „Dies beinhaltet die Fähigkeit, sich für andere zu interessieren, sich einfühlen zu können, das Wohl anderer im Auge zu behalten oder fürsorglich auch an die Allgemeinheit zu denken.”

Letzteres trifft auf den diesjährigen Preisträger, den 46-jährigen Inhaber von Printen Nobis in Hülle und Fülle zu. Laudator Walter Maassen zeigte in seiner facettenreichen Laudatio ein ganzes Spektrum auf: Seit 60 Jahren beliefert Nobis das Franziskus-Kloster mit Brot für Obdachlose, Michael Nobis knüpfte das traditionelle Sozialnetz seiner Vorfahren immer enger.

Sein Unternehmen versorgt nicht nur zahlreiche Kitas oder den Verein für Suchtkranke mit Backwaren, sondern stattete zum 150-jährigen Firmenjubiläum auch Grundschulen mit Koch- und Backgeräten, Geschirr und Besteck aus. Mit 17.000 Euro brachte er die Initiative „Kochen und Erziehen” in Maria im Tann auf den Weg.

Er unterstützt die Bewegung „Aachen macht satt” - und all dies ist längst nicht alles. Nachvollziehbar das kurze Aufstöhnen des Laudators Maassen: „Diese Aufzählung nimmt mir den Atem und strapaziert den Zuhörer, der sich kaum vorzustellen vermag, wie umfassend die Not, wie viele Initiativen es zu ihrer Beseitigung gibt und in welchem Umfang Nobis hilft.”

Der Preisträger selber nahm die Auszeichnung eher demütig entgegen, immer wieder seine Mitarbeiter und Kunden einschließend. Michael Nobis nutzte aber auch die Gelegenheit, sein Selbstverständnis von „sozial” im Unternehmen darzustellen: „Das beginnt mit der Einhaltung von Verträgen und Vereinbarungen. Geht über den respektvollen, angemessenen und fairen Umgang miteinander. Bis hin zur Schaffung oder besser gesagt Nicht-Abschaffung von Arbeitsplätzen.” Man arbeite in einem „Klima des gegenseitigen Vertrauens”. Kurzum: „Wir alle sitzen sprichwörtlich in einem Boot und rudern in die gleiche Richtung.”

Das breit gestreute Publikum mit ungezählten bekannten Aachener Gesichtern erlebte einen nachdenklichen Abend - musikalisch stilvoll begleitet von der Musikschule Aachen mit Auguste Möller (Oboe) und Andreas Gaida (Gitarre).
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