„Aachen Sozial 2009” für Meino Heyen

Von: Manfred Kutsch
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Preisträger Meino Heyen mit Gabriele Mohné, der Vorsitzenden der Familienunternehmer - ASU e.V.” in der historischen Kulisse von Haus Heyden: Im Hintergrund die Findungskommission mit (v. r.) Axel Deubner, Willi Claßen, Dirk von Pezold, Dieter Axmacher, Lothar Friedrich, Hans Röhlinger, Christian Mourad. Foto: Herrmann

Aachen. Meino Heyen ist der neue Preisträger der Auszeichnung „Aachen Sozial”. Der Unternehmer, Begründer der global aufgestellten Firma Aixtron AG, erhält am 27. Mai im Krönungssaal des Rathauses den renommierten, mit 5000 Euro dotierten Preis der „Familienunternehmer - ASU e.V.”

Am Mittwoch reagierte der promovierte Elektroingenieur auf die anstehende Würdigung eher überrascht: „Wir haben eigentlich nie groß darüber nachgedacht, wie und wo wir uns sozial engagieren. Wir helfen immer gerne dort, wo es brennt. Das ist für uns eine Selbstverständlichkeit.” Wir - damit schließt er ausdrücklich Ehefrau Petra Schumann ein.

Der polyglotte gebürtige Ostfriese, „ein Unternehmer von Weltgeltung”, so „Aachen Sozial”-Schirmherr Oberbürgermeister Jürgen Linden, wird damit Nachfolger von Martin Lücker, dem Vorsitzenden der „Aachener Engel”, sowie Toni Jansen, dem Gründer des Sozialwerkes „Aachener Christen e.V.”

„Wir zeichnen niemanden aus, der nur Geld verteilt”, erklärten ASU-Vorsitzende Gabriele Mohn und Vorstandskollege Axel Deubner, der beim Festakt die Laudatio halten wird. „Vielmehr entscheidend ist das persönliche Engagement.” Und daran mangelt es im Fall Meino Heyen nicht. Ob in Russland, Peru oder in Aachen: Das Spektrum seiner Hilfsbereitschaft ist breit. Alles begann 1992, als er von der Aixtron-Leitung in den Aufsichtsrat wechselte und bei einer Firmengründung in Russland mit der erschreckender Armut konfrontiert wurde. Gemeinsam mit seiner Ehefrau organisierte der Unternehmer Transporte von Hilfsgütern: „Wir haben in Aachen alle Händler abgeklappert, um Medikamente, Hygieneartikel und vieles mehr zu sammeln”, so Heyen, der den Transportlastwagen selber steuerte.

In dieser Zeit entstanden ungezählte Kontakte zu russischen Künstlern, die er seit 2003 nach Fertigstellung der Restaurationsarbeiten im historischen „Haus Heyden” regelmäßig zu Konzerten und Vernissagen begrüßt.

Ohnehin nutzt der Preisträger das vier Hektar große Kleinod mit seiner imposanten Wasserburg aus dem Jahre 1303 im Sinne unterschiedlichster Aktivitäten im Aachener Norden. Von Theateraufführungen, Parteiveranstaltungen über Lesungen bis hin zu Fußballturnieren öffnet er immer wieder die Tore des prächtigen Domizils mit zwei Vorburgen, Jagdhaus und Holzterrassen und setzt dabei ein einfaches Spendenkonzept um: Eintritt, Imbiss und Getränke sind frei - im Gegenzug greifen seine Gäste für den guten Zweck tief in die Tasche. Davon profitiert auch die Region: Meino Heyen unterstützt unter anderem den „Förderkreis Schwerkranke Kinder”, die Euriade, das „Das Da Theater”, den Karnevalsverein „Horbacher Freunde” oder die Unicef-Arbeitsgruppe Aachen.

International besonders am Herzen liegt ihm der Verein IntiWaWa (Kinder der Sonne), der mit jungen Leuten vor Ort Nahrungs-, Hygiene-, Wasser- und Lernarmut in Peru bekämpft. Heyens Hilfe konzentriert sich dabei gezielt auf die Wasserversorgung für ein 150-Seelen-Dorf: „Wir werden im September wieder hinfahren und in dem abgelegenen Gebiet ohne jede Infrastruktur Arbeiten vorantreiben.”

Zuvor jedoch wartet am 27. Mai eine Ehrung, die fast seiner Bescheidenheit zum Opfer gefallen wäre: „Ich habe ein Problem damit, als Gutmensch da zu stehen. Aber vielleicht können wir alle ja Impulse setzen.”
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