Aachen - „Aachen soll blühen” lautet das Motto

„Aachen soll blühen” lautet das Motto

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
„Aachen soll blühen” lautet
„Aachen soll blühen” lautet die Devise: Der Stadtbetrieb soll neu organisiert werden, um das Ziel zu erreichen. Das trifft allerdings auf einige Skepsis. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Aachen soll blühen” lautet das Motto. Unter diesem Slogan soll der Stadtbetrieb in Teilen umgebaut werden. Insbesondere betrifft das die Grünpflege, mit der es Unzufriedenheit insbesondere in der Innenstadt gebe.

So zu lesen in einer Vorlage für die Politik, die am 3. Mai in einer Sondersitzung des Betriebsausschusses für den Stadtbetrieb beraten wird.

Das Papier kommt allerdings nicht aus dem Stadtbetrieb selber, sondern wurde im Fachbereich Personal und Organisation geschrieben. Jetzt soll es eine „sichtbare Steigerung der Qualität” geben, heißt es. Erreicht werden soll das mit einem Maßnahmenpaket, das unter anderem eine „Optimierung der Arbeitsprozesse” und „transparente Kostenstrukturen” enthalten soll.

„Regiekolonnen” als Beispiel

Gegründet werden soll eine neue, zusammengefasste Abteilung „Garten- und Landschaftspflege”. Das System der „Regiekolonnen” in den Stadtbezirken soll beispielhaft für die Innenstadt sein und auch dort eingeführt werden. Außerdem soll es eine zentrale kaufmännische Abteilung geben und ab Anfang nächsten Jahres eine Doppelspitze in der Leitung des Stadtbetriebs.

Das Ganze soll natürlich auch noch zur Reduzierung der (Personal-)Kosten und zu einem ausgeglichenen Wirtschaftsplan führen. Und unter dem Strich soll die Umstrukturierung das „Erscheinungsbild im Grün- und Freiflächenbereich deutlich verbessern”. Und weiter: „Die sichtbare Qualität verschiedener funktionaler Nutzungen für die Bürger soll nachhaltig gesteigert werden. Hierzu gehören beispielhaft Grünanlagen, Spiel- und Sportplätze.”

Ein hehres Ziel, das allerdings im Stadtbetrieb auf einige Skepsis stößt. Dass es an einigen Ecken der Stadt nicht gerade schön aussieht, räumt Franz Narloch, noch bis zur seiner Pensionierung Ende des Jahres Chef des Stadtbetriebs, ein. Das habe allerdings auch ganz handfeste Gründe.

So sei der Aufgabenkatalog in den vergangenen Jahren deutlich angewachsen, das Geld zur Bewältigung dieser Aufgaben sei allerdings im Zuge des allgemeinen Sparens weniger geworden. Beispielhaft nennt Narloch den Elisengarten, der als grünes Kleinod mitten in der Stadt für den Stadtbetrieb mit einem enormen Aufwand verbunden sei. Schon deswegen, weil er hervorragend angenommen wird. So hervorragend, dass ständig der Rasen „kaputt getrampelt” sei. Dann liege der schwarze Peter immer ganz schnell beim Stadtbetrieb.

„Es liegt uns am Herzen, dass es dort schön aussieht”, sagt Franz Narloch. Aber das binde natürlich Ressourcen. Ein anderes Beispiel sei die AM-Treppe. In einem städtebaulichen Vertrag sei geregelt, dass sich die Stadt um die Verkehrssicherheit dort kümmert. Auch das sei als Aufgabe im Stadtbetrieb hinzugekommen.

Als weitere solcher aufwändigen Arbeiten nennt Franz Narloch den großen Brander Wall oder auch den Müschpark am Lousberg, der zwar sehr schön sei, aber auch lange nicht gepflegt worden sei, bevor die Stadt ihn übernahm. Wenn man die Grünpflege zur Daseinsvorsorge einer Stadt rechne, dann müsse man auch irgendwann Abschied davon nehmen, dies als „freiwillige Leistung” einzustufen, so der Betriebsleiter.

Kritik am Elisengarten

Skeptisch ist auch Marc Topp, Vorsitzender des Personalrats im Stadtbetrieb und des Gesamtpersonalrats der Stadt. Und auch er hebt auf die Finanzen ab: „Man kann tausend Umstrukturierungen einleiten. Das bringt alles nichts, wenn man nicht genügend Geld hat, um die Aufgaben qualitativ hochwertig zu erledigen.” Zudem habe es schon viele Reorganisationen gegeben, „nach denen trotzdem wenig anders geworden ist”.

Beispielhaft für den großen Aufwand nennt auch Topp den er gestalterisch zudem als misslungen ansieht. Rasen vor die viel frequentierten Sitzstufen zu pflanzen, sei geradezu widersinnig. „Da darf man sich doch nicht wundern, dass da nichts wächst”, sagt der Personalratsvorsitzende. Über die Umstrukturierung sei er vom Personaldezernenten „grob informiert” worden, Details habe man dem Personalrat allerdings bislang nicht mitgeteilt.

Dafür wird es dann allerdings Zeit. Denn am 23. Mai soll der Stadtrat in Sachen Umbau des Stadtbetriebs schon eine Entscheidung fällen.
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