Aachen - Aachen schrumpft: Stadt zählt nur noch 244.528 Einwohner

Aachen schrumpft: Stadt zählt nur noch 244.528 Einwohner

Von: Robert Esser
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Adalbertsteinweg / Dom / St. Foillan
Die Stadt Aachen schrumpft, aber der Anteil jüngerer Einwohner wächst. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Die Stadt schrumpft, aber der Anteil jüngerer Einwohner wächst. Nur noch 244.528 Bürger (49,3 Prozent weiblich) hat das Aachener Einwohnermeldeamt zum Jahresende 2009 gezählt. Das sind 1414 weniger als 2008 und 6139 weniger als 2007. 2006 verfügte Aachen sogar noch über 252.512 Einwohner.

Damit verliert Aachen in nur drei Jahren eine Menschenmenge, die den Katschhof Schulter an Schulter füllen würde.

Seit 2002, als Aachen noch über 256.000 Einwohner hatte, bemüht sich die Stadt angesichts der schmerzhaften Abwanderungen darum, jungen Hochschulabsolventen in der Kaiserstadt auch eine berufliche Zukunft schmackhaft zu machen. Und dies jetzt offenbar mit Erfolg. Der Anteil der Aachener in der Altersgruppe 20 bis 29 Jahre ist im vergangenen Jahr um 499 Personen gestiegen und liegt nun bei über 50.000.

Deutschlandweit sinken die Einwohnerzahlen seit 2003. Allerdings verzeichnete Aachen 2008 einen Rückgang um 1,88 Prozent - das war neun Mal so viel wie im bundesweiten Durchschnitt (minus 0,2 Prozent). „Der Rückgang fiel 2009 sehr viel geringer aus als in den Vorjahren. Im Vergleich zu anderen Städten stehen wir relativ gut da”, erklärte Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Man müsse jetzt weiter daran arbeiten, die Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen nach Abschluss ihres Studiums zu erhöhen, um sie in der Stadt zu halten. „Dafür schaffen wir zum Beispiel mit dem Campus Melaten gute Voraussetzungen”, sagte Philipp.

Noch weicht die Einwohnerentwicklung erheblich von der wohlwollenden Bevölkerungsprognose ab, die 2006 als „Wegweiser Demographischer Wandel 2020” von der Bertelsmann-Stiftung publiziert worden war. Diese hatte Aachen von 2003 bis 2020 einen Zuwachs um 10,4 Prozent (26.705 Personen) zugesagt. Danach müsste Aachen in zehn Jahren über 280.000 Einwohner verfügen - also 35.500 mehr als jetzt.

So weit neben der Realität landet nicht einmal das ehemalige Landesamt für Statistik, das mittlerweile IT NRW heißt: Zwar haben die Düsseldorfer Analysten, deren Datenbasis noch auf der Volkszählung des Jahres 1987 beruht, ihre Angaben zur Einwohnerzahl Aachens zuletzt von 257.935 auf 257.529 korrigiert.

Aber man liegt immer noch 13.000 Menschen über den Angaben des hiesigen Einwohnermeldeamtes. IT-Pressesprecher Leo Krüll: „Wir gleichen zwar die Zu- und Abwanderungszahlen regelmäßig mit dem Einwohnermeldeamt Aachen ab. Aber die Tatsache, dass die letzte Volkszählung mehr als 20 Jahre her ist, trägt offenbar nicht gerade zur Datenstabilität bei.” Wo die 13.000 Bürger (mehr Menschen als in Haaren wohnen) zwischen dem Aachener Einwohnermeldeamt und der Düsseldorfer IT NRW in den vergangenen Jahrzehnten statistisch abgeblieben sind, bleibt unklar.

Völlig unzweifelhaft dagegen die schönste Zahl des Jahres 2009: Es gab 2608 Geburten. Genauso sicher ist die traurigste: 2926 Aachener sind gestorben.

Mehr Hochzeiten, aber auch mehr Scheidungen

Im Jahr 2009 wurden nach Angaben des Standesamtes 1245 Ehen geschlossen (zuzüglich 27 Lebenspartnerschaften homosexueller Paare). Das sind immerhin 22 mehr als 2008 und 56 mehr als 2007. Vor 20 Jahren gaben sich allerdings noch wesentlich mehr das Jawort: 1703 Brautpaare.

In rekordverdächtiger Höhe bewegen sich mittlerweile die Scheidungszahlen in Aachen: 1113 Ehepaare trennten sich 2008. Aktuellere Zahlen liegen dem Aachener Amtsgericht noch nicht vor. 2007 ließen sich 1075 Paare scheiden.

2005 verzeichnete man mit 462 Ehelösungen nicht einmal halb so viele Scheidungen. Statistisch spielt das „verflixte 7. Jahr” übrigens nicht die Hauptrolle. Die meisten lassen sich nach vier Jahren scheiden - und heiraten dann wieder.
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