Aachen rollt Fachkräften den roten Teppich aus

Von: Julia Nadenau
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Willkommens-Paket für Neu-Aac
Willkommens-Paket für Neu-Aachener: Mit dem neuen „Newcomer-Service” will die Stadt Neubürgern das Einleben erleichtern und sich selbst für dringend gesuchte Fachkräfte attraktiver machen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Wir möchten Neu-Aachener mit offenen Armen empfangen”: Oberbürgermeister Marcel Philipp stellte jetzt den neuen Servicedienst der Stadt Aachen für Zuwanderer vor. Der sogenannte „Newcomer-Service” soll es Neuzugängen mit einem breiten Informations- und Serviceangebot leicht machen, Aachen kennen und lieben zu lernen.

Dahinter steckt mehr als Öcher Gastfreundlichkeit: Wie eine Unternehmensbefragung der RWTH ergab, leiden zwei Drittel der Firmen in der Region unter Fachkräftemangel. Dem soll der Service entgegenwirken, indem er Neuzuziehende bei jeglichen Herausforderungen, die ein Wohnortswechsel mit sich bringt, unterstützt. Vorgemacht haben das bereits Maastricht oder Jena, bei denen ähnliche Projekte auf durchweg positive Resonanz gestoßen sind.

Zu einer ersten Veranstaltung im Rathaus erschienen direkt neunzehn Interessierte. Unter ihnen Pan Piriyaprernt, eine 29-jährige Thailänderin, die der Zielgruppe nahezu perfekt entspricht. „Ich wohne schon seit längerem in Aachen und freue mich, dass es jetzt einen solchen Service gibt. Ich werde ihn mit Sicherheit nutzen”, resümierte die Hochschulabsolventin, die einen Job in der IT-Branche sucht. Auch Student André Möllensiep (28) aus dem Ruhrgebiet war sichtlich begeistert: „Ich bin schon öfter umgezogen, aber so einen warmen Empfang habe ich noch nirgends erlebt.”

Das Angebot ist beachtlich: Auf einer Internetseite des Service finden Wunsch-Aachener hilfreiche Informationen und Links rund ums Thema Ortswechsel. Unter der neuen Hotline stehen mehrsprachige Ansprechpartner zur Verfügung, die erste Auskünfte geben und Hilfestellung bei Behördengängen oder Wohnungssuche leisten. Auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz: Sechs Mal im Jahr findet der „Newcomer-Friday” statt, bei dem die Neu-Öcher Gleichgesinnte treffen und erste Kontakte knüpfen können.

Breites Freizeit-Programm

Zudem sollen dort Aachens Angebote in den Bereichen Freizeit, Kultur oder Sport vorgestellt und ein breites Programm geboten werden - vom Besuch des Zeitungsmuseums bis zur Printen-Kostprobe. Zu guter Letzt widmet Aachen seinen Neuzugängen einen Tag im Jahr: Mit dem Newcomer-Day dürfen sie sich auf ein weiteres Kennenlern-Event freuen.
„Wir rufen auch die Unternehmen auf, unseren Service zu nutzen”, erklärte Thomas Hissel, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung und Europäische Angelegenheiten. So sollen Firmen neue Arbeitnehmer schon bei der Bewerbung auf das Angebot aufmerksam machen. Auch Marcel Philipp betonte, dass die Kooperation mit den Unternehmen durchaus ausbaufähig sei - etwa in Form eines Übernachtungsangebots inklusive Stadtführung, mit dem Firmen die Fachkräfte direkt anwerben könnten.

Für viele Unternehmen stellt der Fachkräftemangel, insbesondere im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), zurzeit die größte Herausforderung dar. So wird der Kammerbezirk Aachen laut einer Studie bis zum Jahr 2030 rund 76 000 Erwerbspersonen einbüßen. Der neue Newcomer-Service bildet neben Projekten wie „Perspektive 50plus” und „SWITCH” die dritte Initiative der Stadt, um dem Mangel entgegenzuwirken.

Nächster „Newcomer-Friday” am 20. April

Der nächste Newcomer-Friday findet am 20. April statt und gibt den Teilnehmern einen Überblick über Ausbildungsmöglichkeiten, von Kindergärten bis zu weiterführenden Schulen. Auf dem Programm steht unter anderem der Besuch des St.-Leonhard-Gymnasiums.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.aachen.de/newcomerservice oder unter der Telefonnummer 0241/432-7777 bei der Stadtverwaltung. Anmeldungen für den „Newcomer-Friday” werden per E-Mail unter newcomerservice@mail.aachen.de entgegengenommen.
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