Aachen - Aachen rechnet wieder mit mehr Erzieherinnen

Aachen rechnet wieder mit mehr Erzieherinnen

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Aachen kann wieder mit mehr Erzieherinnen rechnen. Denn die Käthe-Kollwitz-Schule wird ab Sommer eine dritte Klasse öffnen und statt bislang 60 nun 90 Erzieherinnen (noch sind es in der Regel Frauen) ausbilden. Das Berufskolleg geht aber noch einen Schritt weiter.

Die dritte Klasse läuft als sogenannte Modellklasse. Sie wird frühzeitig überaus praktisch arbeiten. „Quasi vom ersten Tag an”, erklärt Michael Kremer, zuständiger Abteilungsleiter.

Während sich bislang das Berufspraktikum für staatlich geprüfte Erzieher im dritten Jahr der Ausbildung anschließt, erfahren die Schüler der praxisintegrierten Modellklasse schon im ersten Jahr bei Praktika den Arbeitsalltag. Verpflichtend ist unter anderem ein Praktikum in einer Kita. Es ist unglaublich, aber wahr: Nach dem bisherigen Ausbildungsmodell (das in zwei Klassen weiterläuft) ist es immer wieder möglich, dass ausgebildete Erzieherinnen nie in einer Kindertagesstätte waren.

Anders als in den „normalen” Klassen werden die Schüler der Modellklasse in ihrem zweiten Jahr bereits mit einer halben Stelle (19,5 Wochenstunden) arbeiten. „Das ist mit dem dualen Ausbildungssystem vergleichbar”, erklärt Kremer. So lernen sie ihren möglichen Arbeitsplatz, die Kinder und Kollegen frühzeitig kennen.

Das ist auch für die Einrichtungen interessant, die neue Mitarbeiter früher als bisher erleben. Und es ist kein Geheimnis, dass Erzieherinnen händeringend gesucht werden. „Nun besteht die Möglichkeit, sie im eigenen Betrieb 2,5 Jahre auszubilden. Sie kennen die Menschen dann und engagieren nicht die Katze im Sack”, sagt Kremer.

Das neue Lehrmodell hat sich anderswo - etwa in Düsseldorf - bereits bewährt. Auch in Aachen wäre denkbar, irgendwann alle Klassen umzustellen. Doch zunächst gilt es, den ersten Jahrgang abzuwarten. Der öffnet auch für andere Interessengruppen Türen - etwa im OGS-Bereich. Die dortigen 400-Euro-Kräfte hätten in der Modellklasse die Möglichkeit, weiterhin zu arbeiten und sich darüber hinaus zur Fachkraft weiterzubilden. Das wird von Kritikern des OGS-Systems so immer wieder gefordert.

„In den OGS können wir auch wieder mehr Männer erreichen”, sagt Käthe-Kollwitz-Schulleiter Hans Pontzen außerdem. Und alle Teilnehmer haben gemein, dass sie ihre Erfahrungen aus dem Unterricht sofort in der Praxis einsetzen können - und ihre Erfahrungen aus den Einrichtungen in den Unterricht einfließen. „Davon profitieren alle”, verspricht Pontzen. Nicht nur quantitativ erscheint der Ausbau der Erzieherausbildung vielversprechend.
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