Aachen - Aachen plant Eisbahn und Public Viewing

Aachen plant Eisbahn und Public Viewing

Von: Robert Esser
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Magnet für Massen: Tausende Fußballfans sollen die Deutschlandspiele beim Public Viewing - hier ein Archivbild von einer Ubertragung auf dem Katschhof - auf dem Aachener Markt sehen können. Verhandelt wird aber auch über weitere Standorte und Spieltage. Foto: Markus Schuldt

Aachen. Erst gab´s Streit, dann raufte man sich zusammen. Mit frischen Ideen und in einträchtiger Harmonie wollen jetzt rund 30 Einzelhändler die neue „Interessengemeinschaft Marktviertel” beleben.

Dabei geht´s nicht nur um mindestens fünf Public-Viewing-Tage vor dem Rathaus für jeweils bis zu 5000 Zuschauer bei den Deutschland-Spielen der Fußball-WM zwischen dem 11. Juni und dem 11. Juli. „Wir planen unter anderem eine Eisbahn zum Schlittschuhlaufen in den Wintermonaten”, erklärte am Mittwoch IG-Sprecher Wilhelm Schillings. Die könnte nach dem Weihnachtsmarkt im Januar und Februar Touristen und heimische Kunden an den Karlsbrunnen locken.

Apropos: Kaiser Karl - ausgestattet mit Einkaufstüte und Kaffeetasse - ziert das neue grün-rote Logo der IG Marktviertel. Die Aufkleber kennzeichnen die beteiligten Geschäfte - von der Mode-Boutique über die Apotheke bis zu Restaurants und Kneipen. „Nur die großen Filialisten haben uns wieder einmal die kalte Schulter gezeigt”, ärgerte sich Schillings. „Die überlassen uns Einzelhändlern die Finanzierung sämtlicher Aktionen - angefangen bei der Weihnachtsbeleuchtung.” Vierteljährich erscheinen zudem ab sofort die „Marktviertel-News”. Das Faltblatt mit vielen Terminen, Tipps und historischen Verweisen der Aachener Touristenführerin Sabine Mathieu liegt jetzt in den Geschäften aus.

Darin wird auch aufs Public Viewing zur Fußball-WM hingewiesen. Zunächst sollen nur die Vorrundenspiele der deutschen Elf am 13. Juni gegen Australien (20.30 Uhr), am 18. Juni (Serbien/13.30 Uhr) und am 23. Juni (Ghana/20.30 Uhr) auf einer 30 Quadratmeter großen Leinwand übertragen werden, die links vom Rathaus vor dem „Sausalitos” positioniert wird.

Verantwortlich für das Public Viewing zeichnet der Geschäftsführer des Cinekarrees, Stefan Hanrath. Er plant ebenso Übertragungen im alten Posthof vor dem Kinokomplex am Kapuzinergraben. Am 24. Juni erwartet Aachen zudem Prominenz auf einer Extra-Bühne auf dem Markt. Zum Spiel Kamerun-Niederlande, das ebenfalls ins Public-Viewing-Programm rückt, wird RTL in der Kaiserstadt eine Live-Sendung mit Moderator Günther Jauch und Dortmunds Trainer Jürgen Klopp produzieren. Die Fußballfans auf dem Markt dürfen dann bei den „Expertengesprächen” vor und nach dem Spiel die jubelnde Kulisse mimen.

Falls Deutschland die Vorrunde übersteht, sind weitere Übertragungen im Stadtkern vorgesehen. Entscheidend sei aber, dass die Großbildleinwand sowie die umfangreiche Technik nach jedem Übertragungstag wieder abgebaut wird, damit die historische Szenerie im Herzen der Stadt nicht täglich über einen Monat lang beeinträchtigt werde, teilte die Stadt mit. An den Spieltagen der deutschen Mannschaft können aber auch weitere Begegnungen anderer Nationen übertragen werden - nachmittags und abends.

Alkohol ist dabei für die Zuschauer übrigens nicht tabu. Allerdings will man - wie zur Weiberfastnacht üblich - an Sicherheitsschleusen sämtliche Glasflaschen einsammeln. Das wurde bereits mit Polizei und Ordnungsamt abgestimmt.

An anderer Stelle - nämlich am Kármán-Auditorium - hatte der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) noch Größeres vor: Hier wollte man eigentlich vor bis zu 3000 Studenten an ausnahmslos jedem WM-Tag möglichst sämtliche Fußballspiele aus Südafrika zeigen. „Schließlich gibt es hier immerhin 5000 ausländische Studierende”, erklärte der 2. AStA-Vorsitzende Christian Piest. Gespräche mit dem RWTH-Rektorat und der Stadt laufen schon länger - allerdings bislang nicht mit dem gewünschten Erfolg.

Hinter den Kulissen soll es dem Vernehmen nach unterschiedliche Ansichten darüber geben, ob tägliche und lautstarke Fußballübertragungen unter freiem Himmel in unmittelbarer Uninähe den Hochschulbetrieb stören. Und auch bei der Frage, wie viele tausend Menschen denn zu den dann insgesamt drei Public-Viewing-Orten strömen werden, wird aus betriebswirtschaftlicher Sicht der Veranstalter nicht einmütig beantwortet. Zumal vor allem entlang der Pontstraße dutzende Großbildfernseher in den außengastronomischen Bereichen flimmern werden.

Sicher ist aber, dass es ein kulturelles Rahmenprogramm zur Fußball-WM geben soll. Ob man hier mit den Studentenvertretern kooperiert und welche Programmpunkte tatsächlich stattfinden, will die Stadt in den kommenden Tagen verraten. Ganz ohne Streit.
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