Aachen - „Aachen Olé“: Rede von Rekordkulisse nur Werbetrick?

„Aachen Olé“: Rede von Rekordkulisse nur Werbetrick?

Von: stm
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Rekord oder Werbetrick? 60 000 Besucher sollen bei „Aachen Olé“ gewesen sein. Nicht nur die Polizei bezweifelt das. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Manch einer rieb sich verwundert die Augen. 60.000 Besucher hatte Veranstalter Markus Krampe in Sachen „Aachen Olé“ gegenüber der Öffentlichkeit bejubelt und vom „größten Olé-Festival aller Zeiten“ gesprochen. Und das, obwohl kurz vor der Party „nur“ 27.000 Tickets verkauft worden waren. Was allerdings auch schon beinahe „ausverkauft“ bedeutete.

Denn seitens der Stadt ist das Limit für diese Veranstaltung auf 27.500 Zuschauer gesetzt worden. Angesichts von 41.000 Quadratmetern Partyfläche – abzüglich Bühne, Bierständen und so weiter – wohl eine vernünftige Zahl. Ist also die Vorgabe einfach um mehr als das Doppelte übergangen worden?

Die Polizei sagt, die Zuschauerzahl von 27.500 sei „vom Veranstalter während der Veranstaltung als auch im Rahmen der Abschlussbesprechung nach dem Event gegenüber den Sicherheitskräften als real angegeben“ worden. Und: „Von ihm verkündete anderslautende Zahlen hätten eher einen werbewirksamen Charakter haben sollen“, berichtete am Montag Polizeisprecher Paul Kemen.

Auf erneute Anfrage blieb Veranstalter Markus Krampe am Montag jedoch bei 60.000 verkauften Tickets. Dennoch sei nicht mehr als die erlaubte Zahl an Menschen auf einmal auf dem Gelände gewesen. Bei derart langen Festivals wechsle das Publikum im Laufe des Tages.

Sollte die Rekordzahl ein Marketing-Gag sein, dann dürfte das Krampe allerdings noch einige Nachfragen behördlicherseits bescheren. So berechnet sich die städtische Vergnügungssteuer nach den Einnahmen. Und das Finanzamt wird wohl auch genauer hinschauen in Sachen Umsatzsteuer etc.

Alles in allem, so sagte Detlev Fröhlke, Leiter des Fachbereichs Ordnung der Stadt, sei die Party allerdings „nicht übel“ gelaufen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr seien viele Mängel abgestellt worden, es habe immer Ansprechpartner gegeben. An einigen Punkten gebe es noch Nachholbedarf, Gravierendes sei aber nicht dabei. Fakt ist aber auch: Die CHIO-Brücke wurde bisweilen als großes Freilufturinal missbraucht, und Müll stapelte sich an vielen Stellen außerhalb des Stadion. Da müsse noch Abhilfe geschaffen werden, so Fröhlke. Eine Familie berichtet, sie habe ihre Plastikwasserflaschen abgeben müssen, obwohl unter ihnen ein schwerstbehinderter Rollstuhlfahrer, Nieren- und MS-Erkrankte waren. Eine Gruppe Feierwütiger habe hingegen Getränke mitnehmen können. Auch da gibt es wohl noch Verbesserungspotenzial.

Die Polizei hatte bereits von mehreren Schlägereien berichtet, darunter eine, an der die „Karlsbande Ultras“ beteiligt waren. Vieles sei auf den Alkoholkonsum zurückzuführen gewesen, in einigen kleinen Gruppen habe es von Beginn an ein hohes Aggressionspotenzial gegeben. Der Alkohol war wohl auch Grund dafür, dass ein Besucher splitternackt Richtung Hubert-Wienen-Straße lief. Er wurde von einem vorbeifahrenden Polizeiauto „einkassiert“.

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