Aachen - „Aachen olé“: Ohne Wendler, aber mit Genehmigung

„Aachen olé“: Ohne Wendler, aber mit Genehmigung

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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2013 lag die Besuchergrenze noch bei 27.500 Gästen – kommen. Der Veranstalter hatte im vergangenen Jahr einen Besucherrekord von 60.000 verkündet, dies jedoch später relativiert. Foto: Archiv/Steindl
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Michael Wendler ist wohl diesmal nicht dabei. Foto: Archiv/Steindl

Aachen. Ob am Samstag Andreas Gabalier in der Soers „a Liad für di“ singen wird, ob sich Mickie Krause zehn nackte Friseusen aufs ALRV-Gelände wünscht oder Tim Toupet mit Zwiebel auf dem Kopf zum Döner mutiert, war am Dienstag – fünf Tage vor dem „Aachen olé“-Festival – immer noch offen.

Allerdings ist die Chance für eine städtische Genehmigung der dritten Auflage der Schlager-Sause mit bis zu 30.600 Besuchern deutlich gestiegen, wie Stadtpressesprecher Hans Poth am Dienstag sagte. Zuvor hatte es eine Sitzung zu diesem Thema bei OB Marcel Philipp gegeben, an der alle maßgeblichen Ämter teilgenommen hatten. Fazit: Die Auflagen, die die Stadt der veranstaltenden „Pro Event Entertainment GmbH“ und deren Chef Markus Krampe gemacht hatte, sind nun weitgehend erfüllt. „Eine Genehmigung ist aber noch nicht erteilt worden“, so Poth. Polizei und Feuerwehr haben noch Fragen.

Die große Runde traf sich am Dienstag im Rathaus genau zu dem Zeitpunkt, als die „letzte Frist“, die die Stadt Krampe gesetzt hatte, auslief. Bis Dienstag, 12 Uhr, musste der Veranstalter nachweisen, was er aus Sicht der Stadt bis dato nicht nachgewiesen hatte. So hatte die Stadt der „Pro Event“ noch am Montag einen geharnischten Brief, unterzeichnet von Dezernent Lothar Barth, zukommen lassen und mit der Absage des Festivals gedroht. Krampe musste 220 Sicherheitskräfte namentlich benennen. Doch zuletzt lagen laut Stadt erst 110 Namen vor.

Zahlen nachgebessert

Zudem heißt es in dem Schreiben, dass der Veranstalter zunächst das DRK als Auftragnehmer für den Sanitätsdienst angegeben, dieses den Auftrag jedoch abgelehnt habe. Nun sei die Firma „Resqmed“ Vertragspartner, doch sei gar nicht die erforderliche Zahl an Sanitätern nachgewiesen. Die Stadt verlangt 40 Sanitätshelfer auf dem Gelände und 13 weitere an „Unfallhilfestellen“. Sowohl in Bezug auf die Sicherheit wie auch die Zahl der Sanitäter legte Krampe bis Dienstagmittag jedoch die erforderlichen Nachweise vor, wie Poth aus dem ultimativen „Olé“-Gespräch beim OB berichtete.

Zu letzterem Punkt habe die Feuerwehr jedoch noch eine Nachfrage. Sie wolle wissen, ob „Resq-med“ – ein Dienstleister aus Köln – überhaupt befähigt ist, eine solche Aufgabe zu übernehmen. Diese Frage verwundert, denn die Firma hat laut Angaben auf ihrer Internetseite bereits das erste Festival im Jahr 2012 sowie weitere „Olé“-Partys betreut. Die Polizei will laut Poth von Krampe wissen, was er tut, wenn mehr als die erlaubten 30.600 Besucher – 2013 lag die Grenze noch bei 27.500 Gästen – kommen. Der Veranstalter hatte im vergangenen Jahr einen Besucherrekord von 60.000 verkündet, dies jedoch später relativiert. Diese Zahl habe sich auf den Besuch über den ganzen Tag verteilt bezogen. Die Stadt hatte die Aussagen eher als Marketingtrick eingestuft und die Besucherzahl bezweifelt.

Während Krampe diese letzten Fragen nun noch beantworten muss, wird im Internet nach einer Meldung der „Bunte“ kräftig diskutiert. Die Zeitschrift hatte „herausgefunden“, dass Michael Wendler auf seiner Internetseite Aachen am Samstag als Auftrittsort angibt, er aber eigentlich Teil der aktuellen „Promi Big Brother“-Auflage ist. So wird im Netz gemutmaßt, dass Wendler wie jüngst im „Dschungelcamp“ vorzeitig den TV-Abflug macht. Diese weltbewegende Nachricht und Debatte ist erstaunlich, denn der Veranstalter hatte bereits vergangenen Donnerstag offiziell wissen lassen, dass sowohl Wendler wie auch „Bachelor“ Paul Janke entgegen früherer Planungen in Aachen wegen ihrer „TV-Verpflichtungen“ passen werden.

Stadt will strikt kontrollieren

Während nun wahrscheinlich grünes Licht in Form der Genehmigung gegeben wird, will die Stadt dies nicht als Freibrief gewertet wissen. „Sollte am Samstag um 9.30 Uhr trotz Vorlage der vorgenannten Nachweise nicht die zugesagte Zahl an Ordnungskräften oder Sanitätshelfern [...] eingecheckt sein, werden wir ebenfalls die Durchführung der Veranstaltung untersagen“, schreibt Dezernent Barth. Man werde dies strikt kontrollieren, so Hans Poth, der Vorwürfe des Veranstalters nicht nachvollziehen kann. Krampe hatte gegenüber Medien bekundet, sich eine Neuauflage der Party in Aachen 2015 gut überlegen zu müssen, weil die Zusammenarbeit mit der Stadt „speziell“ sei. Das habe laut Poth in den Ämtern für Befremden gesorgt, schließlich sei ein schlüssiges Sicherheits- und Sanitätskonzept unabdingbar. Eine Katastrophe wie bei der Loveparade in Duisburg will in Aachen niemand erleben. „Wir werden immer als pingelig hingestellt, aber es kann doch nicht sein, dass wir immer erst Antworten erhalten, wenn wir auf den Tisch hauen“, so Poth. Sollte es 2015 nochmal ein „Olé“-Festival in Aachen geben, will die Stadt das nicht mehr hinnehmen. Poth: „Wir werden dann darauf drängen, dass uns die Sachen früher vorgelegt werden.“

Die Tore in der Soers werden am Samstag indes anders als in den Vorjahren bereits um 11 statt um 12 Uhr geöffnet. Damit will man die Besucherströme entzerren, denn um 13 Uhr wird auch noch das Heimspiel der Alemannia gegen Fortuna Düsseldorf II angepfiffen. Und auch dahin dürften angesichts des tollen Saisonauftakts knapp 10 000 Fans pilgern. Mit Anpfiff der 2. Halbzeit um 14 Uhr legt wenige Meter entfernt Tim Toupet als „Olé“-Eisbrecher lautstark los. Dann kann die Fankurve gleich einen auch in Fußballstadien beliebten Toupet-Hit mitgrölen: „Du hast die Haare schön!“

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