Aachen - Aachen-Nord bekommt kulturelles Herz

Aachen-Nord bekommt kulturelles Herz

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:
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Der Umbau beginnt: Für 9,4 Millionen Euro wird das alte Straßenbahndepot an der Talstraße zu einem kulturellem Zentrum für Aachen-Nord umgebaut.
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Jede Menge Information: Planungsdezernentin Gisela Nacken, Karl Hütten und Nadya Bascha vom Atelierhaus, Gunther Adler (Staatssekretär im NRW-Städtebauministerium) sowie OB Marcel Philipp standen AZ-Redakteur Robert Esser Rede und Antwort.

Aachen. Die Sektflasche brauchte einen kleinen Extra-Schubser, um auf dem Boden zu zerspingen. Doch der Rest der Eröffnung der Baustelle am alten Straßenbahndepot in der Talstraße verlief reibungslos. Im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ soll hier ein Zentrum für den Stadtteil Aachen-Nord entstehen. Drei Zielsetzungen verknüpft die Stadt damit: soziale Stabilisierung des Stadtteils, kulturelle und öffentliche Wirkung sowie die Förderung der lokalen Wirtschaft.

Dafür sollen verschiedene Träger die Immobilie zukünftig gemeinsam nutzen. Neben der Jugendeinrichtung Offene Tür Talstraße, die das alte Verwaltungsgebäude bereits genutzt hatte, sollen unter anderem die Jugendberufshilfe und der Kinderschutzbund hier Räume beziehen, auch verschiedene kulturelle Einrichtungen, darunter eine Dependance der Bleiberger Fabrik, und die Stadtteilbibliothek sowie Gastronomie werden hier einziehen.

Oberbürgermeister Marcel Philipp erinnerte an die „guten Erfahrungen“, die die Stadt mit dem Projekt „Soziale Stadt Aachen-Ost“ gemacht hatte. Auch hier sei er sicher, dass die Stadt ein nachhaltiges Projekt hinbekommen werde. 1925 erbaut, war das Straßenbahndepot Talstraße 50 Jahre in Betrieb.

Als die Tram verschwand, zogen die Karnevalswagen ein, die von hier aus zum Rosenmontagszug starteten. Doch in der Halle stecke mehr Potenzial, so Philipp. 18 Monate dauerten die Planungen für das neue Quartierszentrum. Von Beginn an wurden dabei die verschiedenen Interessen der beteiligten Gruppen im Stadtteil einbezogen, so Gisela Nacken, Leiterin des Dezernats Planung und Umwelt. „Wir haben aus Erfahrung gelernt, dass sich die Bürger nichts Fertiges vor die Nase setzen lassen.

Wir müssen auch immer beantworten können, worin der Nutzen besteht“. Projekte wie die Kunst- und Tanzperformance „Zwischen Boden und Kuppel“ sowie die „Kettenreaktion“ im Sommer sollten einen Vorgeschmack geben, was die Bewohner im Aachener Norden vom neuen Depot haben könnten.

9,4 Millionen Euro kostet der Umbau. 80 Prozent davon trägt das Land NRW im Rahmen des Städtebauförderungsprojektes „Soziale Stadt“, 20 Prozent zahlt die Stadt selbst. „Das Geld ist in dem Projekt gut angelegt“, ist sich auch Gunther Adler, Staatssekretär im NRW-Städtebauministerium sicher. Gut zwei Jahre bleiben der Stadt für den Umbau, bis Ende 2015 soll alles fertig sein.

Der Charakter der Halle und ihre Geschichte sollen dabei sichtbar bleiben. Von den rund 8000 Quadratmetern Gesamtfläche stehen den Einrichtungen 6800 Quadratmetern zur Verfügung. Rund 1800 Quadratmeter wird das Atelierhaus Aachen beziehen. Für Geschäftsführerin Nadya Bascha und Karl Hütten, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, sind die neuen Räumlichkeiten „genau das, was wir brauchen“. Der Verein bietet Künstlern aus der Region verschiedenster Kunstrichtungen, von Bildhauerei bis zu Performance, Räume und die Möglichkeit zur Ausstellung.

Auch auf die neuen Nachbarn freut man sich. „Wir sind ein niedrigschwelliges Angebot“, bentont Bascha, die Verknüpfung von Sozialem und Kultur schließe sich nicht aus. Mit der OT entstand in der Vergangenheit bereits ein Hip-Hop-Tanzprojekt. Wiederholungen nicht ausgeschlossen. Bevor die Bohrhammer in den Hallen endgültig das Zepter übernehmen, hatten Besucher noch einmal Gelegenheit, die alte Halle auf sich wirken zu lassen, begleitet von Musik des Duos Schäfer-Proske.

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