Aachen: Karolingerskelette ausgegraben

Von: Oliver Schmetz
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Skelett
Mindestens drei Karolinger jedenfalls haben die Archäologen im Rahmen der Kanalsanierung im beziehungsweise unter dem Hof in Aachen ausgegraben. Foto: Andreas Herrmann
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Mindestens drei Karolinger jedenfalls haben die Archäologen im Rahmen der Kanalsanierung im beziehungsweise unter dem Hof in Aachen ausgegraben. Foto: Andreas Herrmann
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Mindestens drei Karolinger jedenfalls haben die Archäologen im Rahmen der Kanalsanierung im beziehungsweise unter dem Hof in Aachen ausgegraben. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. War es eine ordentliche Bestattung oder ist jemand fies gemeuchelt und hastig verscharrt worden? Und handelt es sich um ganz normale Karolinger oder ist vielleicht auch ein Karl darunter...? Mindestens drei Karolinger jedenfalls haben die Archäologen im Rahmen der Kanalsanierung im beziehungsweise unter dem Hof in Aachen ausgegraben.

Und auch wenn kein Kaiser darunter ist - wofür im Moment auch nichts spricht -, ist das gleichwohl ein spektakulärer Fund, der etliche Fragen aufwirft.

Dass es sich bei dem einen nahezu vollständig erhaltenen Skelett und den beiden Schädeln um Karolinger gehandelt haben muss, da sind sich die Forscher relativ sicher. Denn in der Schicht, in der man die menschlichen Überreste entdeckte, fand man neben römischen Keramiken auch eine merowingische Scherbe aus dem 6. Jahrhundert und eine karolingische aus dem 8. oder 9. Jahrhundert.

„Und der jüngste Fund datiert den Befund“, sagt der Aachener Stadtarchäologe Dr. Markus Pavlovic. Ob es sich allerdings um einen mittelalterlichen Mordfall handelt, ist zumindest noch nicht vollständig geklärt. Das fast vollständige Skelett scheint ordnungsgemäß bestattet worden zu sein, über die beiden weiteren Schädel rätseln die Archäologen noch. „Aber das heißt nicht zwangsläufig, dass das Gewaltopfer gewesen sind“, sagt Pavlovic.

Wenn die Reste geborgen sind, werden sie im Übrigen weiter untersucht. Möglicherweise kommt dabei sogar eine Strontiumisotopenanalyse zum Einsatz. Strontium wird abhängig vom geographischen Ort in unterschiedlichen Isotopenverhältnissen mit der Nahrung aufgenommen und in Knochen und Zähnen eingelagert. Bei den drei Karolingern unterm Hof könnte man damit feststellen, aus welcher Region sie stammten, also ob es Öcher waren oder Karolinger mit Migrationshintergrund.

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