„Aachen ist unser Zuhause”: 500.000 Euro für saubere Stadt

Von: Christina Handschuhmacher
Letzte Aktualisierung:
Zigarettenkippen drückt man n
Zigarettenkippen drückt man nicht auf dem Wohnzimmerteppich aus. Warum dann auf dem Bürgersteig?

Aachen. Ein graziler Frauenfuß drückt mitten auf dem Wohnzimmerteppich eine Zigarettenkippe aus. Ein Hund hat sein Geschäft auf dem Sofakissen verrichtet. An die Lehne des Esszimmerstuhls klebt ein kleines Mädchen einen rosafarbenen Kaugummi. Mit diesen drei Plakatmotiven startet die Stadt ihre Kampagne „Sauberes Aachen”.

Der Ansatz: Im eigenen Zuhause verhält sich kaum jemand so, wie es auf den Plakaten gezeigt wird. Warum also hören die guten Manieren bei vielen Bürgern auf, sobald sie vor die Haustür treten?

„Die Menschen sollen sich in ihrer Stadt so verhalten, wie sie es zu Hause tun”, sagt Dr. Lothar Barth, Dezernent für Personal und Organisation, bei der Vorstellung der Kampagne im Rathaus. Ziel sei es, das Denken in der Bevölkerung umzukrempeln.

Und deshalb setzt die Stadt nicht nur auf Plakate: Neue Mülleimer, beklebt mit Sprechblasen, sollen zur Benutzung einladen. In Kneipen und Restaurants weisen Gratis-Postkarten, sogenannte City Cards - treffend bedruckt mit der Aufschrift „Au Banaan” -, auf das Müllproblem hin. Beim Austritt aus öffentlichen Gebäuden mahnen Fußmatten zu Sauberkeit.

Beim Kooperationspartner Stawag, der nicht nur wegen der oft verschmierten und zugeklebten Strom- und Verteilerkästen und Laternenpfähle mit im Boot sitzt, sind ein Smart und ein Renault Kangoo mit Elektromotor „mit Energie im Einsatz”, wie es auf den Abfallautos heißt. Alles steht unter dem Kampagnen-Motto: „Aachen ist unser Zuhause. Behandeln wir es mit Respekt.”

Dieter Lennartz, Abteilungsleiter bei der Stadtreinigung, sieht sich und seine Kollegen vor eine „Mammutaufgabe” gestellt: „Die Sauberkeit und die Pflege des Stadtbildes sollten als gesamtstädtische Aufgabe betrachtet werden.”

Etwa 500.000 Euro nimmt die Stadt nun in die Hand, um die Kaiserstadt vom Unrat zu entlasten. „Ziel unserer Aktion ist es, dass Aachen von allen Menschen als saubere Stadt wahrgenommen wird”, sagt OB Marcel Philipp. Und mit dem neuen Konzept, das auf drei Säulen basiert, soll das endlich klappen: „Wir wollen mit PR-Aktionen am Bewusstsein der Menschen ansetzen und gegebenenfalls auch ordnungsrechtliche Maßnahmen ergreifen”, sagt Dr. Detlef Malinkewitz, Referent des OB.

Eine der praktischen Maßnahmen, die vielen Aachenern direkt ins Auge fallen wird, ist die neue Nutzung der Schaltkästen, die der OB im AZ-Forum bereits angekündigt hatte: 6000 verschmutzte Schaltkästen stehen in der Stadt. Die meisten gehören der Stawag, andere der Deutschen Post oder der Telekom. Ein Konzessionär - die Verhandlungen zwischen Stawag und verschiedenen Firmen laufen noch - soll die etwa 400 Kästen innerhalb des äußeren Grabenrings künftig reinigen. Im Gegenzug darf er 150 der Anlagenschränke als Werbefläche nutzen. Bei Erfolg soll das Projekt auf das gesamte Stadtgebiet übertragen werden. Gespräche mit der Telekom und der Deutschen Post laufen bereits.

„,Sauberes Aachen ist nicht nur eine einmalige Kampagne, sondern eine dauerhafte Aufgabe”, sagt der OB. Er hat noch weitere Ideen: etwa einen Aktionstag - ähnlich dem Blitz-Marathon - ins Leben zu rufen, bei dem zu bestimmten Terminen angekündigte Kontrollen stattfinden. Auch das Verbot von Aufklebern soll in die Aachener Straßenverordnung aufgenommen werden.
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