Aachen - Aachen ist ein hartes Pflaster für Designer

Aachen ist ein hartes Pflaster für Designer

Von: Jessica Küppers
Letzte Aktualisierung:
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Aus alt mach neu: Kannen in Lampen umzufunktionieren, hat sie mehrere Anläufe gekostet. Foto: jkü

Aachen. Den Traum vom eigenen Laden hat Caroline Conrad nie aufgegeben und das hat sich gelohnt. Vor drei Jahren hat die Designerin diesen Traum in einer alten Metzgerei im Frankenberger Viertel wahr gemacht.

Angst vor der Selbstständigkeit hatte sie keine. „Ich bin einfach ins kalte Wasser gesprungen“, sagt sie. Ohne lange über Chancen und Risiken der Selbstständigkeit nachzudenken, schrieb sie einen Businessplan und ging auf die Suche nach einem passenden Laden. Wer selbstständig sein will, „muss ein paar Regeln beachten“. Es gebe Zeiten, da verdiene man Geld und Zeiten, da verdiene man kein Geld, das müsse man wissen – und die Steuern im Blick behalten, sagt sie. Ratgeber oder spezielle Kurse hat sie keine gemacht. Geklappt hat es trotzdem.

Dass sie nach ihrem ersten Job in Wiesbaden wieder zurück nach Aachen wollte, stand von Anfang an für die Designerin fest. Auch wenn Aachen ein hartes Pflaster für Künstler ist. „Hier gibt es viele Designer und eine große Kunstszene.“

Viele Kreative in Aachen

Allein 471 Absolventen haben einen Designberuf an der Designakademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg, die der Handwerkskammer angehört, gelernt. 127 machten sich anschließend als Designer in der Region selbstständig. Auch an der Fachhochschule in Aachen werden jedes Jahr rund 30 Design-Studenten fertig. Einige von ihnen wollen in Aachen bleiben wie Caroline Conrad. Im Studium hat sie die Grundlagen gelernt. Dazu zählt Wissen über die unterschiedlichen Materialien, aber auch „dass man nicht aufgeben darf, wenn etwas nicht klappt“.

Diese Erfahrung hat sie erst kürzlich beim Betongießen wieder gemacht. „Da habe ich einen Moment nicht aufgepasst und der Beton klebt am Glas fest“, sagt sie lachend. Manchmal erlebe man, dass etwas erst beim zweiten oder dritten Mal klappe. So ist es auch bei ihren Lieblingsstücken gewesen: Alte Kaffeekannen, die sie zu Lampen umbaut. „Bis ich die Technik heraus hatte, das hat ein bisschen gedauert“, erzählt sie. Aus etwas Altem etwas Neues zu machen – das sogenannte Upcycling –, ist eines ihrer Herzensthemen „Das ist in mir drin“, sagt sie. Für ihr Kleindesign und die Einzelstücke stöbert sie immer wieder auf Flohmärkten oder nimmt Gegenstände von Haushaltsauflösungen mit.

Anders jedoch als klassische Designer, entwickelt sie kein Konzept mit Prototypen für den Gegenstand. Stattdessen lässt sie sich von dem jeweiligen Gegenstand inspirieren. So kommt es vor, dass sie alte Vasen, Stoffe oder Möbel lange Zeit nicht gebrauchen kann, bis ihr plötzlich die passende Idee kommt. Inspirationen holt sie sich aus Bastelbüchern und aus dem Internet. Auch wenn sie geübt darin ist, neue Ideen zu entwickeln, greift sie auf diese Quellen zurück. „Kreativität sprudelt nicht immer heraus“, sagt sie. Davon, etwas Neues auszuprobieren, hält es sie nicht ab. Deshalb hat sie sich so lange beruflich verändert, bis ihr großer Traum wahr geworden ist.

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