„Aachen für Öcher”: Stadttheater statt Louvre und Big Ben
Joachim Neumann ist Concierge im Hotel Quellenhof, der Grande Dame der Aachener Hotels. Und in das Traditionshotel haben sich dieses Wochenende dutzende „Ottonormalaachener” wie Sandra Schäfer und Andrea Klemps eingemietet. Die beiden Damen nehmen wie rund 500 Kaiserstädter an der Aktion „Aachen für Öcher” teil.
Diese ist ein gemeinsames Projekt des „aachen tourist service”, der Hoteliers und der Stadt. Für zehn Euro pro Person, Nacht und Stern können Aachener das Wochenende in einem der 16 teilnehmenden Hotels verbringen und die Heimatstadt bei Führungen und Sightseeingtouren einmal aus der Sicht eines Touristen kennenlernen. Darauf hatten die Öcher richtig Lust: „Die Aktion ist toll eingeschlagen”, sagt Peter Theunissen vom Quellenhof, der an diesem Wochenende 84 Zimmer an Aachener Gäste vermietet hat.
„Eine super Idee”, findet auch Sandra Schäfer. Denn die reiche Historie und die Sehenswürdigkeiten der Kaiserstadt kenne manch Aachener meist nur vom vorübereilen. „Im Alltag fehlt oft der Blick dafür”, meint die 38-Jährige. Eine Stadtführung ist an diesem Wochenende fest eingeplant.
Auch Ruth und Peter Reich sind mit ihren Söhnen Robin und Lutz für eine Nacht ins Hotel Quellenhof gezogen. Reeperbahn, Louvre und Big Ben kennen sie bereits, immerhin haben sie Hamburg, Paris und London schön längst einmal bereist.
Nun sind einmal die Sehenswürdigkeiten der eigenen Stadt dran. „Das ist eine tolle Aktion. So können die Kinder die Stadt einmal aus einer anderen Perspektive kennenlernen”, sagt Ruth Reich. Aber bevor es in der Stadt auf Tour geht, schaut die Familie erst einmal im Theater hinter die Kulissen. Denn neben den Stadtführungen gehört auch eine Führung über Aachens Bühne und eine Segway-Tour über den Lousberg zum Rahmenprogramm der Aktion.
Rathaus, Dom und die anderen aachentypischen Attraktionen kennt das Mediziner-Ehepaar Greta Müller und Tobias Bernd schon. „Wir haben mit unseren Verwandten von außerhalb schon einmal eine Stadtführung gemacht. Deshalb wollen wir jetzt etwas mehr über die Geschichten und Anekdoten über Aachen erfahren”, sagt Greta Müller.
Die Möglichkeit bietet sich ihnen in der gleichnamigen Führung. Aber natürlich ist die Tour nicht der einzige Grund, um an der Aktion teilzunehmen. „Klar wollten wir auch gerne mal in der Perle von Aachen einchecken. Wenn schon, denn schon”, sagt Müller und lacht.
Ob es sich nach einem anstrengenden Sightseeing im Fünf-Sterne-Bett besser schläft, als in den eigenen Federn, das werden die teilnehmenden Aachener wohl erst am Sonntag wissen. Man darf gespannt sein.









