Aachen freut sich: „Das Tour-Fieber steigt!“

Von: Stefan Herrmann
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Drehen für die Tour in Aachen das große Rad: OB Marcel Philipp, Aachens Tour-Koordinator André Schnitker, Stadtsprecher Bernd Büttgens und Zugvogel-Präsident Guido Diefenthal. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es wird nichts dem Zufall überlassen, wenn sich die 200 besten Radprofis der Welt in den Sattel schwingen, um den Besten der Besten – den Mann im gelben Trikot – auszufahren. In knapp 100 Tagen kommt die Tour de France nach Aachen.

Und alles – also wirklich alles! – wird von den Verantwortlichen im Vorfeld minutiös geplant. So wird die gigantische Werbekarawane, die dem Fahrerfeld vorauseilt, am 2. Juli exakt um 13.59 Uhr (!) Aachener Stadtgebiet erreichen. Timing ist alles.

Gute anderthalb Stunden später folgen dann die Sportler. 12,4 Kilometer düsen sie durch Aachens City – über Alt-Haarener Straße und Jülicher Straße, Peterstraße, Seilgraben hinein ins Nadelöhr Neupforte, Mostardstraße, über das Marktpflaster am Rathaus entlang und über die Jakobstraße und Lütticher Straße bis zum ehemaligen Grenzübergang Bildchen. Dort verlässt die Tour Deutschland in Richtung Etappenziel, das im belgischen Lüttich liegt. Zuvor hat bereits Düsseldorf als Startpunkt der Tour de France 2017 ein zweitägiges Sportspektakel erlebt, zu dem die Rheinmetropole bis zu eine Million Besucher erwartet.

Hunderte Streckenposten

Und auch in Aachen laufen die Vorbereitungen für das Rad-Event, das hinter olympischen Spielen und Fußball-Weltmeisterschaften als drittgrößtes Sportereignis der Welt gilt, auf Hochtouren. 50 000 Euro kostet es, wenn die Tour in eine Stadt zu Besuch kommen soll. In Aachen haben die Sponsoren Stawag, Sparkasse und NetAachen dieses „Eintrittgeld“ bezahlt.

„Das Timing ist einfach perfekt“, findet Oberbürgermeister Marcel Philipp. Denn der Tour-Tross rauscht schließlich an einem Sonntag durch die Kaiserstadt. „So haben sehr viele Menschen die Möglichkeit, live vor Ort dabei zu sein“, rechnet der OB mit riesigem Andrang.

Die Koordination mit dem Tour-Veranstalter und den Organisatoren aus Düsseldorf, die auf deutscher Seite die Federführung bei der Planung haben, übernimmt von Aachener Seite OB-Referent André Schnitker. Und zu organisieren gibt es eine ganze Menge. Am Freitag landete bei ihm das „Roadbook“ auf dem Schreibtisch, das weitere Vorgaben enthält, die nun umgesetzt werden müssen. „Jetzt geht‘s an die Details“, sagt er.

Fest steht bisher: Die Sperrung der Strecke erfolgt am 2. Juli von etwa 13 bis 17 Uhr. Absperrgitter werden im historischen Stadtkern auf jeden Fall dafür sorgen, dass es zu keiner Kollision zwischen Zuschauern und Radsportlern kommt. Vielleicht auch darüber hinaus. Hunderte Streckenposten werden zudem auf dem Stadtgebiet eingesetzt, um neuralgische Punkte zu sichern.

Auch Lkw-Sperren ähnlich wie bei den großen Karnevalsumzügen werden voraussichtlich wieder errichtet, um das Großereignis vor etwaigen Anschlägen zu schützen. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk, Verkehrskadetten – unzählige Akteure sind mit im Boot. Darüber hinaus sucht die Stadt noch Freiwillige, die beim großen Radsportwochenende mithelfen wollen.

Doch vor allem soll möglichst die gesamte Stadt zu einer großen Partyzone werden. Auf dem Markt werden Besucher den Tour-de-France-Auftakt am Samstag und Sonntag auf einer großen Videoleinwand verfolgen können. Auf dem Katschhof findet zeitgleich der „Aachener Fahrradtag“ mit zahlreichen Aktionen und Ständen statt. An vielen Stellen in der City wird es darüber hinaus „mobile Musik- und Kulturaktionen“ geben, so Stadtsprecher Bernd Büttgens.

Nicht zu vergessen: der Klassiker „Rund um Dom und Rathaus“, der am Vortag, 1. Juli, das bunte Radsportwochenende in Aachen komplettiert. „Eines der schönsten Amateurrennen, das wir in Deutschland haben, im Vorfeld der Tour veranstalten zu können, ist ein echter Glücksgriff“, frohlockt Guido Diefenthal, Präsident des ausrichtenden Radsportclubs RC Zugvogel.

Die grobe Planung steht also. Nun geht es an die Detailarbeit. Und da, versichert Schnitker, werde auch in Aachen an alles gedacht. So muss zum Beispiel eine andere Notdienst-Apotheke für den 2. Juli gefunden werden. Die, die eigentlich an diesem Tag geöffnet haben sollte, liegt nämlich ausgerechnet an der Jülicher Straße...

In knapp 100 Tagen wird sicherlich auch dieses eher kleine Problem gelöst sein, wenn um exakt 13.59 Uhr zunächst die Werbekarawane und wenig später der Tour-Tross durch Aachen rollt.

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