Aachen Bigband: Schwungvoll, pulsierend und mit Leidenschaft

Von: Sarah Sillius
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Leidenschaftlich wie am ersten
Leidenschaftlich wie am ersten Tag: Die Aachen Bigband feierte ihren zehnten Geburtstag. Drei absolute Spitzenkönner gesellten sich als Gastmusiker an diesem Abend dazu.

Aachen. Es ist schwer zu sagen, wem dieser Abend am besten gefallen hat. Vielleicht den Fans der Jazz-Szene, die das Konzert der Aachen Bigband zu ihrem zehnjährigen Bestehen rot im Kalender angekreuzt hatten.

Vielleicht auch den Gast-Stars Dave Horler, Ferdinand Povel und Rick Kiefer, die seit langer Zeit noch einmal gemeinsam auf der Bühne standen. Wahrscheinlich aber der Band selbst, die sich mit dem musikalischen Wiedersehen mit drei der besten Jazz-Instrumentalisten Europas einen Traum erfüllte.

Einig waren sich am Ende alle: Die Musik der Aachen Bigband ist nach zehn Jahren gemeinsamer Geschichte noch genauso schwungvoll, leidenschaftlich und pulsierend wie am ersten Tag. Ob Jazz, Swing, Funk oder Blues - die Profi-Musiker aus der Euregio präsentierten sich im rappelvollen Aachener „Franz” gewohnt vielseitig und stilsicher. Ganz oben auf ihrem Jubel-Programm standen Titel von Künstlern wie Count Basie, Tommy Dorsey oder John Clayton. Aber auch Kompositionen aus der Feder von Dave Horler bestimmten das Repertoire.

Die Star-Gäste fügten sich perfekt in das Aachener Ensemble ein. „Als würden sie hier mit uns im Wohnzimmer sitzen”, bemerkte Bandleader Adi Becker. Die gestandenen Weltklasse-Musiker brauchen keine große Show mehr. Sie sind einfach sie selbst und spielen ihr Instrument - und das auf ganz unterschiedliche Weise.

Der 73-jährige Rick Kiefer aus Cleveland, der einst mit seiner abgeknickten Trompete bei James Last bekannt wurde, hatte sich von Saxophonist und Band-Mitgründer Manni König überzeugen lassen, für diesen besonderen Anlass noch einmal zu seinem Instrument zu greifen. Kiefer beeindruckte die Jazz-Fans mit einem exzellent-virtuosen Trompetenspiel, das er mit einer ganz eigenen „Coolness” vermittelt, wenn er in leicht gebückter Haltung und mit gesenktem Blick auf der Bühne steht.

Nicht weniger spektakulär waren die Einsätze des niederländischen Tenoristen Ferdinand Povel (65), unvergessen für seine Zusammenarbeit mit Peter Herbolzheimer, und die des Engländers Dave Horler (68), der vielen als langjähriger Leadposaunist der WDR-Bigband in Erinnerung geblieben ist. Mal glänzten sie mit phänomenalen Soloparts, mal im rhythmischen Zusammenspiel mit Saxophonen, Trompeten, Posaunen, Kontrabass, Gitarre, Piano und Schlagzeug der Bigband. Bei Klassikern wie „There are such things” oder „Like somebody in love” zeigten die Aachener und ihre Star-Gäste, dass Bigband-Musik nicht immer laut sein muss, sondern durchaus auch Gänsehaut-Potenzial haben kann. Nach zehn Jahren Bandgeschichte durfte es auch mal ein bisschen rührig werden.

Überraschend griff Dave Horler zum Mikrofon und dankte Becker so herzlich für seinen großartigen Einsatz, dass es dem eloquenten Bandleader kurz die Sprache verschlug. Aber es ging an diesem Abend weniger um die Leistung Einzelner als vielmehr um den Zusammenhalt einer Band, die sich eigenen Angaben zufolge noch nie gestritten hat. „Es ist immer noch das Gleiche wie am ersten Tag, als wir zum ersten Mal zusammen Musik gemacht haben”, sagte Trompeter Richard Didden aus den Niederlanden, den mit den Bandkollegen nicht nur die Liebe zur Musik, sondern längst auch eine enge Freundschaft verbindet.

Getreu dem Motto der amerikanischen Jazzclubs „Monday is Bigbandnight” ist die Aachen Bigband an jedem ersten Montagabend im Monat übrigens im Aachener Franz, Franzstraße 74, zu hören, so auch am 1. Oktober und am 5. November mit Special Guest Heiner Wiberny.
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