Aachen Arkaden: Neue Ära im Kampf um die Kundschaft

Von: Naima Wolfsperger
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Stabwechsel in den Arkaden: Im Frühjahr soll ein neuer Investor übernehmen. Dann soll ein verändertes Konzept verfolgt werden, um den Einkaufstempel gegen die Konkurrenz abzugrenzen.
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Sind optimistisch gestimmt (v.l.): Arnoud van Raak (Bilfinger Real Estate), Dieter Stracke von Big Balloon und Center Manager Stephan Jaletzke.

Aachen. In der großen Einkaufsmall gegenüber dem Bahnhof Rothe Erde sollen die Weichen neu gestellt werden: Die Zukunft des Geschäftskomplexes an der Trierer Straße soll in Nahversorgung und in der Ansiedlung von Nischenbranchen liegen, sagt Stephan Jaletzke.

Er ist vom Noch-Eigentümer Bilfinger Real Estate als Center Manager der Aachen Arkaden eingesetzt. Seit Anfang des Jahres 2015 steht das Shoppingcenter zum Verkauf. „Wir rechnen mit der Vertragsunterzeichnung im ersten Quartal 2016“, sagt Jaletzke.

85 Prozent Auslastung

Mit der Eröffnung des Aquis Plaza, nur knappe zwei Kilometer von den Aachen Arkaden entfernt, muss ein neues Konzept her – auch weil die Arkaden seit der Eröffnung 2008 nicht voll ausgelastet sind. Um die 20 Prozent Leerstand verzeichnete das Einkaufszentrum, das als Magnet für Kunden aus der Region geplant war, in den vergangenen Jahren. Derzeit liegt die Auslastung mit 60 Geschäften bei 85 Prozent. Insgesamt stehen in den Arkaden 16.500 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Wurden vor der Eröffnung noch Mietverträge über zehn Jahre ausgehandelt, liegt die Dauer der neueren Verträge bei zwei bis fünf Jahren. Alle ansässigen Geschäfte könnten in den kommenden fünf Jahren neu verhandeln.

„Die Aachen Arkaden entwickeln sich in den Zahlen positiv“, sagt Arnoud van Raak von Bilfinger Real Estate. Er sei der Meinung, dass sich weitere Investitionen lohnen würden. Der potenzielle Käufer, ein junger Mann aus dem kaufmännischen Bereich, sei auch dazu bereit.

Konkurrenz in der Innenstadt

„Wir müssen uns in den Arkaden von der Konkurrenz in der Innenstadt absetzen“, erklärt Dieter Stracke, Geschäftsführer von Big Balloon. In dem Einkaufszentrum führt er sein Geschäft seit 2012, und seit zweieinhalb Jahren ist er Geschäftsführer der Werbegemeinschaft der Aachen Arkaden. Stracke zeigt sich überzeugt davon, „dass die Arkaden neben dem Aquis Plaza ihre Daseinsberechtigung haben“.

Das will van Raak mit den Nettoumsätzen der Jahre 2012 und 2013 belegen. „2014 sind die Zahlen auf Grund der Krise in der Textilwirtschaft im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die Aachen Arkaden haben aber Potenzial.“ Nach Angaben der Bilfinger Real Estate ist 2012 der Nettoumsatz um acht Prozent auf mehr als 20 Millionen Euro gestiegen. 2013 wurde ein weiterer Anstieg um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr registriert. 2014 aber ist der Nettoumsatz um vier Prozent gesunken, obwohl die Kundenfrequenz bei über zwei Millionen gelegen habe.

Die etwa 80 Millionen Euro Baukosten der Aachen Arkaden wird Bilfinger Real Estate mit dem Verkauf zwar nicht ausgleichen können, gesteht van Raak ein. „Aber der Käufer hat vor zu investieren und eine neue Konzeptidee durchzusetzen.“ Welche Vorstellungen er genau hat, könne vor dem Verkauf nicht diskutiert werden. Stephan Jaletzke will sich bei dem neuen Eigentümer als Center Manager bewerben, sagt er, und gibt sich von der Erfolgsmöglichkeit der Aachen Arkaden in Richtung Nahversorgung überzeugt.

Wie die Geschäfte ihre Perspektiven in den Aachen Arkaden verstehen, ist unterschiedlich. Deichmann hat im Oktober 2015 eine Filiale in dem Einkaufszentrum eröffnet. Der Mietvertrag laufe noch zwei Jahre, teilt Ulrich Effing, Leiter der Unternehmenskommunikation, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Das Geschäft sei gut angelaufen. Der Gebietsverantwortliche des Drogeriemarkt „dm“, Torsten Wentland, lässt durch eine Sprecherin mitteilen, dass das Geschäft im Nahversorgungsbereich den Konzernerwartungen entspreche. Auch der Kodi-Markt werde von den Geschäften im Aquis Plaza nicht negativ beeinflusst, sagt Jan Busse, Bereichsleiter Immobilien. „Unser Geschäft fällt ohnehin unter die Nahversorgung und steht nicht in Konkurrenz mit Geschäften in der Innenstadt.“

Einige Unternehmen sind derzeit nicht bereit, zu den anstehenden Veränderungen in den Aachen Arkaden Stellung zu nehmen. Darunter Apollo Optik und die Textilunternehmen Hennes & Mauritz, Jack and Jones und Vero Moda.

„Branchenmix zu schwach“

Anders sieht es bei der Bäckerei Ditsch aus. „Nach derzeitigem Stand gehen wir nicht von einer Verlängerung des Mietvertrags aus“, sagt Andreas Klensch, Mitglied der Geschäftsführung und Bereichsleiter der Abteilung Filialen der Bäckerei Ditsch. Bis Oktober 2018 besteht der Vertrag für die Filiale in den Arkaden. „Da müsste mit dem neuen Investor schon richtig etwas passieren, damit wir sie halten“, meint Klensch.

Manja Wermelskirchen, Einzelhandelsleiterin für Hunkemöller Deutschland, erklärt, dass sie die Umsatzeinbrüche der Filiale in den Arkaden, infolge der Aquis-Plaza-Eröffnung, als langfristigen Trend einschätzt: „In den beiden Einkaufszentren ist der Branchenmix zu schwach.“ Ob die Filiale des niederländischen Kleidungsunternehmens trotzdem in den Arkaden bleibt, sei noch nicht entschieden.

Zumindest mittelfristig gesichert scheint indes die Anlaufstelle des Gesundheitsamtes der Städteregion im Parterre des Komplexes an der Trierer Straße. Der Städteregionstag hat Anfang Dezember beschlossen, den bis 2019 laufenden Mietvertrag für die Büros mit dem neuen Besitzer um fünf Jahre bis 2024 zu verlängern. „Wir gehen davon aus, dass es auch mit dem neuen Besitzer keine Schwierigkeiten bei der Vertragsverlängerung gibt“, sagt Robert Flader, Sprecher der Städteregion.

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