A44: Ärger über Baustelle ohne Bauarbeiten

Von: Oliver Schmetz
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Eine Baustelle, auf der seit Monaten niemand baut: Auf der A44 zwischen Autobahnkreuz und Abfahrt Brand wird der Verkehr gebremst, obwohl der harte Winter Asphaltarbeiten unmöglich macht. Doch ein Abbau der Stahlschutzwände, die die Fahrbahn Richtung Lichtenbusch verengen (Bild, rechts), ist laut Landesstraßenbetrieb „zu teuer”. Die Baken in Fahrtrichtung Kreuz müssen aus baulichen Gründen bleiben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Stefan Keuken ist Berufspendler und passiert deshalb zweimal täglich die A44 zwischen dem Autobahnkreuz Aachen und der Anschlussstelle Aachen-Brand. Und seit geraumer Zeit muss er sich auf diesem Abschnitt zweimal täglich ärgern.

Denn kurz hinter einer Baustelle, an der Lärmschutzwände errichtet werden, kündigen Schilder erneut Straßenarbeiten an: Der Verkehr wird auch auf verengte Fahrbahnen geleitet, der Verkehrsfluss auf Baustellentempo gedrosselt. Alles ist so wie bei einer richtigen Autobahnbaustelle - bloß: Gearbeitet wird dort offenkundig nicht.

„Seit Monaten” Stillstand

„Seit Monaten sind keine Bautätigkeiten festzustellen, und es sieht für den Laien auch nicht so aus, als ob es dort überhaupt eine offene Baufläche gibt”, ärgert sich Keuken über die anhaltende und „extreme” Verkehrsbehinderung, die insbesondere im Berufsverkehr deutlich zu spüren sei. Falls an dieser Stelle tatsächlich noch eine Baumaßnahme geplant sei, empfiehlt der Aachener nicht ohne Ironie, sollte man diese vielleicht einmal zügig in die Wege leiten - oder „ansonsten einfach die Strecke wieder frei geben”.

Stefan Keuken ist beileibe nicht der einzige Autofahrer, der sich über die Baustelle ohne Bauarbeiten ärgert. Auch Christian Faber hat sich bei der AZ gemeldet und ist sogar noch wütender. Weil die offenbar unnütze Baustelle Unfälle provozieren könne, erwägt er nach eigenem Bekunden gar eine Strafanzeige gegen den verantwortlichen Landesbetrieb „Straßen.NRW”: „Wahrscheinlich hat man einfach vergessen, die Baustelle wieder abzuräumen”, vermutet er.

Solche Vorwürfe weist man beim Landesbetrieb weit von sich. Geplant sei dort die Sanierung des Fahrbahnbelages, erklärt Bernd Aulmann, Pressesprecher der für die hiesigen Autobahnen zuständigen „Straßen.NRW”-Niederlassung Euskirchen, auf AZ-Anfrage. Ein „offenporiger Asphalt” soll aus Lärmschutzgründen auf einer Strecke von knapp 1,5 Kilometern aufgetragen werden. Bloß: Dieser Belag ist laut Aulmann nur ab einer Außentemperatur ab 10 Grad plus zu verbauen. Und solche Temperaturen hat man bekanntlich in der Region schon länger nicht mehr erlebt.

„Der unerwartet strenge Winter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht”, sagt auch Michael Schlaeger, bei „Straßen.NRW” für die Bauaufsicht zuständig. Den Ärger der Autofahrer kann er „gut verstehen”, doch könne man alleine schon aus Ausschreibungs- und Vergabe-technischen Gründen nicht mit allen Baumaßnahmen erst im Frühjahr beginnen.

1,5 Kilometer Fahrbahnverengung

Auf besagten knapp 1,5 Autobahnkilometern habe man Anfang September die Baustelle eingerichtet und zunächst Erd- und Kanalbauarbeiten im Mittelstreifenbereich vorgenommen. Und als man dann den Asphalt in Angriff nehmen wollte, „kam die Kälte”, erklärt Schlaeger.

Als die Kälte dann wochenlang nicht weichen wollte, habe man auch überlegt, die Baustelle zumindest teilweise wieder abzubauen. Doch sei dies „zu teuer”, so der Bauaufseher. Das Problem: Genau auf der Seite, auf der die bisherigen Bauarbeiten einen Rückbau der Absperrungen eigentlich erlauben würden - in Fahrtrichtung Brand -, sind die verengten Fahrbahnen mit Stahlschutzwänden abgegrenzt.

Und diese jetzt ab- und später wieder aufzubauen, ist laut Landesbetrieb ein zu kostspieliges Unterfangen. „Wir haben Angebote eingeholt, das geprüft und die Idee wieder verworfen”, sagt Schlaeger. Und Pressesprecher Aulmann ergänzt, dass die Einrichtung neuer Verkehrsführungen bei Autobahnbaustellen schon wegen der Länge der betroffenen Abschnitte „immer sehr äufwändig und teuer” sei.

So müssen sich Berufspendler wie Stefan Keuken wohl weiter ärgern - und das mit Sicherheit auch noch länger als ursprünglich geplant. Denn mit Blick auf die Wetterprognosen geht Michael Schlaeger derzeit davon aus, „dass wir nicht vor Mitte März loslegen können”. Und auch wenn er verspricht, „Gewehr bei Fuß” zu stehen - den wetterbedingten Rückstand im Zeitplan wird man nicht mehr aufholen können. Denn eigentlich wollte der Landesbetrieb mit den Asphaltarbeiten am 22. März fertig sein.
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