Richterich - A4: Lärmschutzwand für Anwohner des Hander Wegs

A4: Lärmschutzwand für Anwohner des Hander Wegs

Von: Christoph Classen
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Post vom Petitionsausschuss: Der Kampf von Elisabeth Thesing-Bleck hat sich gelohnt, die Politiker gaben ihrem Ansinnen auf angemessenen Lärmschutz Recht. Foto: Michael Jaspers

Richterich. Als 1989 in Berlin die Mauer fiel, da warteten die Anwohner des Hander Wegs noch immer auf die Errichtung einer selbigen.

Sie wünschten sich ein Bollwerk gegen den dröhnenden Autolärm der nahe liegenden A4. Bereits 1979 war ihnen der Bau einer Lärmschutzwand von der Politik versprochen worden.

Manfred Kuckelkorn, der 1989 seine politische Laufbahn in der Bezirksvertretung Richterich begann, deren Vorsteher er heute ist, erinnert sich.

„Lärmschutzmaßnahmen für den Hander Weg waren schon immer ein Thema”, sagt der Sozialdemokrat. Sie sind es bis heute geblieben.

1994 zog Elisabeth Thesing-Bleck in den Hander Weg. Über lange Zeit sei der Autobahn-Lärm „unkritisch” gewesen, sagt sie. Erst in den letzten Jahren habe der Verkehr stark zugenommen, zudem seien immer schwerere Lkw auf der A4 unterwegs.

Und weil die Schnellstraße in Hochlage gebaut wurde, hörte es sich für Thesing-Bleck bald so an, als führen die Autos „einem direkt durch den Kopf.” Vor rund zwei Jahren beschloss sie, etwas dagegen zu unternehmen.

Die 57-jährige Autobahn-Anwohnerin trug das Anliegen gemeinsam mit einer Nachbarin der Bezirksvertretung Richterich vor. Die Sache wurde verhandelt, zu einem Ergebnis führte das Ganze nicht. Thesing-Blecks Nachbarin floh anschließend vor dem Lärm und zog um. Beim Packen der Kartons fiel ihr zufällig ein Dokument in die Hände, das sie Thesing-Bleck gab.

Der per Schreibmaschine erstellte Text, unterzeichnet vom damaligen Bundesverkehrsminister, überbringt die „erfreuliche Mitteilung”, dass „noch Ende des Jahres mit dem Bau von Lärmschutzwänden begonnen wird.” Das Dokument ist von 1979. Für Thesing-Bleck war das Schreiben dennoch erfreulich. „Denn darin wird ja ein politisches Versprechen gemacht. Und das muss doch gehalten werden”, meint die Apothekerin.

Thesing-Bleck gab jedenfalls nicht auf, recherchierte, kaufte Verkehrszählungen und kämpfte sich durch Statistiken. Ihre Ergebnisse fasste sie Ende 2007 in einer Petition an den Landtag zusammen. Thesing-Bleck entkräftete die Argumente, mit denen der Bau einer Wand bis dahin immer wieder abgelehnt worden war. Der Petitionsausschuss gab Thesing-Bleck Recht.

2009 sollen die Arbeiten beginnen, an der nördlichen Seite der A4 wird eine neue Wand errichtet und die an der südlichen Seite werden erneuert, so dass der Hander Weg vorm Lärm geschützt ist. Die Planungen seien schon vorangeschritten, sagt Karl Schultheis, Aachener OB-Kandidat der SPD und Mitglied des Petitionsausschusses. Die Investitionssumme liege in jedem Fall im Millionenbereich, finanziert werde das Vorhaben mit Geld aus dem „nationalen Verkehrslärmschutzpaket”.
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