„A Night At The Opera“: Amore, Liebe und Leidenschaft

Von: Eckhard Hoog
Letzte Aktualisierung:
000002115249baa7_ANS-kupa-classix-2014-0027.jpg
Das Sinfonieorchester Aachen unter Generalmusikdirektor Kazem Abdullah, der Opernchor Aachen und der Sinfonische Chor Aachen unter der Leitung von Andreas Klippert – sie alle gestalteten einen einzigen Abend der Sympathie für das Aachener Musiktheater. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „A Night At The Opera“: Amore, Liebe und Leidenschaft in schönsten Tönen, dazu noch im Einklang mit einer lauschigen, wenngleich durchaus etwas kühlen Nacht unter freiem Himmel – so lautete das Motto zum Auftakt der Kurpark Classix am Freitagabend und endete wie erwartet mit donnerndem Applaus des begeisterten Publikums.

Sechs Sängerinnen und Sänger des Theaters Aachen verzauberten zweieinhalb Stunden lang die 2000, von Veranstalter Christian Mourad persönlich begrüßten Zuschauer im Park mit wunderbaren Arien vornehmlich aus der italienischen Opernwelt und nach der Pause mit einem bunten Strauß beliebter Melodien aus Operetten wie „Gräfin Mariza“, „Das Land des Lächelns“ und „Die Csardasfürstin“: Emily Newton und Irina Popova (Sopran), Sanja Radisic  (Mezzosopran), Chris Lysack (Tenor), Hrólfur Saemundsson (Bariton) und Woong-jo Choi (Bass). Das Sinfonieorchester Aachen unter Generalmusikdirektor Kazem Abdullah, der Opernchor Aachen und der Sinfonische Chor Aachen unter der Leitung von Andreas Klippert – sie alle gestalteten einen einzigen Abend der Sympathie für das Aachener Musiktheater.

Den Erfolg vollendete ein wahrer Charmeur und Ausbund an Humor und Schlagfertigkeit: Malte Arkona. In seiner Moderation gewann er noch dem dramatischsten mord- und totschlagsträchtigen Operninhalt zum großen Vergnügen der Zuschauer überraschende, witzige Aspekte ab. Und manch unbekümmerter Zeitgenosse, der vor der Bühne  selbst während des laufenden Programms noch schnell mit frisch gefüllten Biergläsern vorbeihuschte, bekam vom munter aufgelegten Moderator sein Fett weg.

Und so ließ sich buchstäblich träumen zur schwingenden Ouvertüre zu „Le Maschere“ von Pietro Mascagni oder mitfühlen mit dem todgeweihten Paar Andrea Chenier und Maddalena, die sich auf dem Schafott ein letztes Mal die Liebe gestehen – ergreifend schön gesungen von Emily Newton in einem bezaubernden, luftigen Abendkleid und Chris Lysack. Der sympathische kanadische Tenor, der die Distanz zum Publikum allein mit einem Augenzwinkern mühelos überbrücken kann, gehört ab der neuen Saison fest zum Ensemble am Theater Aachen. Und als solcher kämpft im wahren Leben mit den gleichen Problemen wie du und ich: Er sucht für seine Freundin, die tatsächlich vom Hudson in New York an die Wurm wechselt, und sich noch eine Wohnung. Das  jedenfalls offenbarte Malte Arkona dem Publikum.

Technisch lief alles derart perfekt, dass man gar nicht heraushören konnte, dass hier Mikrofone und gewaltige Lautsprecher im Einsatz waren – der Klang im Konzertsaal könnte jedenfalls kaum besser sein. Das Überraschendste bei allem: Man vermisste überhaupt keine Inszenierung! Allein Gesang und Musik vermittelten unter die Haut gehende Gefühle. Keine Frage: Ohne herbeigetrommelte Zugaben ging das nicht ab. Und unglaublicherweise haargenau mit dem letzten verklungenen Ton setzte dann der Regen ein. Auch dafür: danke!

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert