Aachen - 80 Unfälle, kein Verletzter bei „tierisch” viel Schnee

80 Unfälle, kein Verletzter bei „tierisch” viel Schnee

Von: Robert Esser und Stephan Mohne
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Eiskalt erwischt: Tierpark-Chef Wolfram Graf-Rudolf reichte den Pinguinen angesichts der Schneemassen das „Weihnachtsmahl” in aufopferungsvoller Handarbeit. Foto: Manfred Kutsch

Aachen. „Leise rieselt der Schnee...” Das verträumte Weihnachtslied dürfte sich dieses Jahr unterm Tannenbaum besonderer Beliebtheit erfreut haben. Doch so still die Heilige Nacht und die Weihnachtstage für viele Aachener gewesen sein mögen: Bei der Polizei stand tagelang das Telefon kaum einmal still.

Was laut Polizeihauptkommissar Walter Beginen weniger mit schwerwiegenden Einsätzen oder Kriminalität zu tun hatte. „Die Menschen erkundigten sich vor allem, ob Straßen gesperrt sind oder ob Busse fahren”, so der Dienstgruppenleiter der Polizeileitstelle. So man konnte, wurden diese Fragen beantwortet oder die passenden Ansprechpartner genannt.

Kaum Krawall gemeldet

Ansonsten verlebte die Polizei ein außergewöhnlich ereignisarmes Weihnachtsfest. Rund 80 Unfälle waren zu verzeichnen, davon 60 wetterbedingt. Zum Glück gab es aber keinen einzigen Verletzten. Auch Krawall wurde kaum vermeldet - obwohl viele Clubs und Diskotheken zu speziellen Weihnachtspartys geladen hatten. Aufgrund des Wetters seien viele Nachtschwärmer wohl doch lieber zuhause geblieben, hieß es. Einbrüche gab es zwar, aber auch hier blieben die Zahlen im unteren Bereich.

Bei der Feuerwehr war es ähnlich. Löschen mussten die Helfer einen Zimmerbrand in der Nacht zum Sonntag an der Weißenburgerstraße. Verletzte gab es auch dort nicht. Der Rettungsdienst musste hingegen häufiger raus. Die Fahrzeuge schafften das mit Schneeketten problemlos. Die Polizei blieb auch kein einziges Mal „hängen”. Beginen: „Notfalls blieb der Streifenwagen stehen, und die Beamten gingen zu Fuß zum Einsatzort.”

Eine weiße Idylle bietet sich indes den Besuchern des Aachener Tierparks, der geöffnet bleibt. Doch für die Mitarbeiter ging es nicht ganz so idyllisch zu. Zunächst mussten die kilometerlangen Wege geräumt werden, damit die Tierpfleger überhaupt zu den Gehegen kommen. Schließlich wollen die Bewohner des Euregiozoos versorgt werden: „Das war eine harte Aufgabe”, so Tierpark-Chef Wolfram Graf-Rudolf.

Als die Schneemassen fielen, habe man zudem „retten müssen, was zu retten war” - vor allem auf Behausungen wie die Volieren bezogen. Meist habe man das geschafft. Nur bei einer Eulenvoliere kamen die Mitarbeiter zu spät, dort krachten Träger unter der Last. Dramatisch, so Graf-Rudolf, sei das aber nicht gewesen.

Während der Rekordschnee also tausenden Aachenern bei der Polizei, der Feuerwehr, den Rettungsdiensten, in Krankenhäusern, in Seniorenheimen - aber auch als Taxifahrer und in Restaurants - viel Arbeit bescherte, war es auf den Straßen außergewöhnlich ruhig. Vor allem, weil der motorisierte Verkehr vom Schnee begraben wurde. Was ein weiteres Weihnachtslied im Jahr 2010 - viel mehr als sonst - treffend beschreibt: „Stille Nacht, heilige Nacht...”
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