Aachen - 80 Jahre und ein „Glücksfall für die Stadt“

80 Jahre und ein „Glücksfall für die Stadt“

Von: jgr
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80 Jahre und „ein Glücksfall für die Stadt“: Gertrud Zimmermann mit Agnes Zilligen vom Frauennotruf, die sie vorgeschlagen hatte. Die Auszeichnungen fanden am Mittwochabend im Rahmen des Neujahrsempfangs der Vereine im Krönungssaal statt. Foto: Andreas Herrmann
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Die Auszeichnungen fanden am Mittwochabend im Rahmen des Neujahrsempfangs der Vereine im Krönungssaal statt. Foto: Andreas Herrmann
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Der Ehrenamtspreis ging an die Familienpaten und -patinnen von SKF und SKM. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Welch‘ größeres Lob aus dem Mund des Oberbürgermeisters könnte eine Aachener Bürgerin wohl bekommen. . . Gertrud Zimmermann lächelte bescheiden, als sie im Krönungssaal des Rathauses stand, an ihrer Seite Agnes Zilligen von Frauennotruf in Aachen.

Die beiden genossen den Moment: Agnes Zilligen als Leiterin des Frauennotrufs, der – und das ist entscheidend – vom ehrenamtlichen Engagement der Gertrud „Trudi“ Zimmermann profitiert. Und dann das Lob des OB: „Wenn man einen anderen Menschen als ‚echten Glücksfall’ bezeichnet, ist das schon etwas ganz Besonderes und unsere Preisträgerin wird mit diesen Worten beschrieben.“

Dem Aufruf von Philipp folgend haben auch in diesem Jahr zahlreiche Vorschläge für den „Ehrenamtspreis“ das Rathaus erreicht. Es wurden viele Vorschläge gemacht, wer aufgrund seines besonderen ehrenamtlichen Engagements diese Auszeichnung der Stadt Aachen erhalten soll. Nach eingehender Prüfung durch das Auswahlgremium standen die Preisträger seit Mittwochabend fest. Im Rahmen des Neujahrsempfangs der Vereine wurden sie von Philipp mit dem „Ehrenamtspreis 2015“ ausgezeichnet.

Die 80-jährige Gertrud „Trudi“ Zimmermann ist seit 2008 ehrenamtlich für den Frauennotruf in Aachen tätig und hat – neben der von ihr geführten Buchhaltung – in einem Projekt zur Thematisierung von Kriegstraumatisierungen mitgearbeitet. „Sie selbst hat als Kind im Krieg miterlebt, wie Frauen Gewalt angetan wurde; heute trägt sie mit ihrem Engagement dazu bei, dass Frauen, denen dieses Schicksal widerfährt, Ansprache, Unterstützung und ein offenes Ohr finden“, so Philipp.

Zimmermann ist die älteste von insgesamt 18 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen beim Frauennotruf und wurde für ihre besonderen Verdienste mittlerweile zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt. „Wenn die Gesundheit mitspielt, bleibe ich aktiv dabei bis ich 80 bin!“, das hat Gertrud Zimmermann sich selbst einmal als Ziel vorgegeben. Dieses Ziel hat sie in dieser Woche erreicht und die Verleihung des Ehrenamtspreises markiert den Höhepunkt ihres langjährigen Engagements.

Weitere Preisträger des Abends waren die 79 Familienpatinnen und -paten von Sozialdienst Katholischer Männer und Sozialdienst Katholischer Frauen Aachen. „Eine der größten Aufgaben, der wir uns im Leben stellen können, besteht darin Kinder zu haben“, so der OB in seiner Laudatio. Es gebe aber auch Situationen, in denen Eltern an ihre Grenzen kämen: Krankheit, Trennung, sich die Aufgabe der Erziehung mit niemandem teilen zu können. An dieser Stelle kommen die Familienpaten ins Spiel. Bereits seit neun Jahren gibt es die Fachgruppe. Seither stehen die aktuell 79 Paten im Alter von 20 bis 80 Jahren den Eltern und Kindern zur Seite und schenken ihnen ihre Zeit.

Die Ehrenamtlichen bieten in der Regel ein- bis zweimal wöchentlich konkrete, auf die individuelle Situation abgestimmte Unterstützung und Entlastung an. Das kann gemeinsames Singen, Spielen, Basteln oder ein gemeinsamer Ausflug sein. Außerdem begleiten sie bei Behördengängen, beim Arztbesuch oder vermitteln weiterführende Hilfen.

Sie begegnen den Kindern mit Ruhe und Gelassenheit und schenken den Eltern ein offenes Ohr bei Sorgen und wichtigen Entscheidungen. „Das tut allen – Eltern, Kindern und Paten – gut“, meinte Philipp. Aus diesem Grund zeichnete der Oberbürgermeister auch sie gerne mit dem Ehrenamtspreis 2015 aus.

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