671 Neu-Aachener: Einbürgerungsfeier auf Öcher Platt

Von: jgr
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Aachen. Ein herzliches Willkommen auf Öcher Art – das bereitete der Integrationsrat der Stadt Aachen 671 eingebürgerten Neu-Aachenern. Der Opernchor empfing mit Liedern aus „Carmen“ und „Die lustigen Weiber von Windsor“, Thouet-Mundartpreisträger Herbert K. Oprei, Lehrer im Ruhestand, gab den Neu-Aachenern ihre ersten Brocken Öcher Platt mit auf den Weg.

„Sprache ist das beste Mittel zur Integration“, sagte er. Es ist bereits das sechste Mal, dass Aachen Menschen aus aller Welt mit solch einer Einbürgerungsfeier mit offenen Armen aufnimmt. „Der heutige Tag ist für Sie aber auch für die Stadt Aachen eine Feier“, erklärte Oberbürgermeister Marcel Philipp. Er betonte außerdem, wie wichtig ein „guter gesellschaftlicher Grundkonsens und Zusammenhalt“ seien, um die Stadt weiterzubringen. Bedeutend sei es auch, die Chancen zu nutzen, die eine bunte Gesellschaft biete.

Aachen ist längst „bunt“

Wie „bunt“ Aachen längst ist, stellte die Feier im Krönungssaal des Rathauses dann auch denkbar eindrucksvoll dar. Während Oprei den Unterschied zwischen „Aachenern“ und Öchern“ mit einem Augenzwinkern deutlich machte und seine Schülerin Nsimba Nzila, Gewinnerin des Öcher-Platt-Wettbewerbs, die Gäste mit einem Gedicht in „der Sprache Kaiser Karls“ begeisterte, sorgte Liedermacherin Lizusha Kostyuk mit ihrer Akustikgitarre nicht nur für Lacher im Publikum, sondern auch für nachdenkliche Töne zum Thema Vorurteile.

Musik verbindet. Das zeigte die HipHop-Gruppe Kennedypark. Und gemeinsam gesungen wurde denn auch noch – und zwar ganz feierlich die Nationalhymne, begleitet vom Chor der Domsingschule. Eine Aufgabe, der sich die 671 Neu-Aachener gerne stellten. Sie alle verdienen Respekt, das machte nicht nur die Integrationsbeauftragte Heidemarie Ernst, die die Feier organisiert hatte, deutlich. Sie gratulierte den Gästen zu ihrer Durchsetzungskraft und Zielstrebigkeit, die definitiv notwendig sei, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen. Auch vor der Tatsache, dass häufig eine andere Staatsbürgerschaft aufgegeben werden müsse, habe sie großen Respekt, so Ernst weiter.

In kurzen Interviews berichteten Araya Gebrem Ehdem, Bouchra Mouhsine und Hüseyin Kapan von ihren „Anfängen“ in Aachen, über Probleme aber auch Erfolge und das Finden des privaten Glücks. Die Moderation übernahmen dabei Mira Loos, Theaterpädagogin am Theater Aachen, sowie Udo Rüber, Verwaltungsdirektor und Geschäftsführer des Theaters Aachen. „Aachen ist eine Stadt mit internationalem Flair. Es ist immer wieder schön, andere Bräuche und Sichtweisen kennenzulernen“, Paola Blume, stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates.

Und einen besonderen Öcher Brauch bekamen die 671 Neu-Aachener dann auch noch vermittelt. Gemeinsam mit Herbert Oprei lernten sie, was der Öcher meint, wenn er „Och härm“ sagt. Und die Aussprache ging dann auch schon ganz flott über die Lippen.

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