67 Einbrüche in einer Woche: Rekord in 2012

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:
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Auch Mehrfamilienhäuser schrecken Einbrecher nicht ab: Über Feuerwehrleitern können sie Balkone in oberen Stockwerken erreichen und durch ein gekipptes Fenster in eine Wohnung eindringen. Foto: imago/Jochen Tack

Aachen. Alle Jahre wieder haben Wohnungseinbrecher in der Vorweihnachtszeit Hochkonjunktur. Während viele Menschen über Weihnachtsmärkte bummeln oder auf der Suche nach Geschenken ausgiebig auf Einkaufstour sind, verschaffen sich ungebetene Gäste Zutritt zu ihrer Wohnung. Sprunghaft steigt in dieser Zeit die Zahl der Anzeigen bei der Polizei.

Allein in der vergangenen Woche wurden der Aachener Polizei zwischen Baesweiler und Monschau, Aachen und Alsdorf 67 Wohnungseinbrüche gemeldet. „Das ist bislang der Höchststand in einer Woche in diesem Jahr“, sagt Polizeisprecherin Sandra Schmitz, die aber betont, dass die Zahl der Einbrüche insgesamt noch auf dem Vorjahresniveau liegen. In der Stadt Aachen gab es vergangene Woche 19 Einbrüche, die anderen waren mehr oder weniger gleichmäßig verteilt auf die ehemaligen Kreiskommunen – wobei Würselen mit zwölf Wohnungseinbrüchen herausragte. „Wir reden hier nur von den bis jetzt angezeigten Wohnungseinbrüchen“, stellt Schmitz klar. Wahrscheinlich gebe es mehr Fälle, denn erfahrungsgemäß erfolgten Anzeigen häufig verspätet, etwa weil die Wohnungsinhaber ein paar Tage verreist waren und den Einbruch bei ihrer Rückkehr entdecken.

Doch nicht nur in der Vorweihnachtszeit schnellt die Zahl der Wohnungseinbrüche in die Höhe. „Los geht es eigentlich immer schon Anfang November“, berichtet Schmitz. An der polizeilichen Wochenstatistik lässt sich auch für dieses Jahr ablesen, dass Wohnungseinbrecher bevorzugt in der „dunklen Jahreszeit“ zuschlagen. Schwanken die wöchentlichen Einbruchszahlen im Frühjahr und Sommer zwischen 14 und 25, hin und wieder auch mal 30, regis-trierte die Aachener Polizei für die 44. Kalenderwoche (Ende Oktober/Anfang November) schon 43 Anzeigen. Und von Woche zu Woche wurden es mehr – bis zum derzeitigen Höchststand von 67.

Sonderkommission eingerichtet

Da das Szenario seit Jahren bekannt ist, hat die Aachener Polizei bereits im September eine Ermittlungskommission zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen eingerichtet. Zudem geht sie mit der Kampagne „Riegel vor“ und Präventionstipps offensiv nach vorne, um die Bürger zu sensibilisieren. „Uns ist wichtig zu vermitteln, dass man selbst einiges tun kann, um nicht Opfer eines Einbruchs zu werden“, sagt Polizeisprecherin Schmitz.

Und die Beamten wollen mit einer Fehleinschätzung aufräumen: dass Einbrecher vorzugsweise Einfamilienhäuser und Parterrewohnungen heimsuchen. „Das stimmt nämlich nicht“, betont Schmitz. Will heißen: Wenn es ihnen leicht gemacht wird und sie sich unbeobachtet wähnen, dringen Einbrecher auch in eine Wohnung im vierten Stock eines Mehrfamilienhaus ein. „Das muss man sich bewusst machen.“ Natürlich seien Häuser, wo erkennbar niemand zu Hause ist, besonders gefährdet. „Da hilft es oft schon, sich mit Nachbarn abzusprechen. Sie können beispielsweise, sobald es dunkel ist, das Licht einschalten und so Anwesenheit vortäuschen.“ So gibt es eine ganze Reihe von einfach zu beherzigenden Verhaltensregeln, die Einbrechern das Leben schwer machen.

Gekippte Fenster oder nicht verschlossene Türen sind dagegen geradezu eine Einladung für Einbrecher: So stieg jetzt in der Aachener Goethestraße ein Einbrecher über eine Feuerleiter auf den Balkon der ersten Etage eines Mehrfamilienhauses. Durch das gekippt stehende Fenster konnte er die Balkontür öffnen und gelangte so in die Wohnung, die er nach Diebesgut durchsuchte. Mit einem Beamer als Beute entkam der Täter auf gleiche Weise unerkannt.

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