Aachen - 600 Postkarten gegen Rassismus im Alltag

600 Postkarten gegen Rassismus im Alltag

Von: Katrin Fuhrmann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Unter dem Motto „Vielfalt erleben – Awo gegen Rassismus“ werden Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (Awo) sowie Eltern und ehrenamtlich Tätige am Freitag ab 14 Uhr eine Mahnwache auf dem Münsterplatz halten.

Insgesamt sollen rund 600 Postkarten verteilt werden, die allesamt ein Zeichen für Menschlichkeit gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung setzen und zum Nachdenken anregen.

Damit will sich die Awo von jeglicher Art von Rassismus distanzieren und ein klares Zeichen gegen die rechte Szene in Aachen setzen. „Aufgrund eigener historischer Erfahrungen und unserer demokratischen Grundüberzeugung stellen wir uns gegen jede Vorstellung, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder ihres Glaubens in vermeintlich minderwertige Gruppen einteilt und ausgrenzt“, sagt Gabriele Niemann-Cremer, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Aachen-Stadt.

So fühle sich die Awo und mit ihr jeder einzelne Mitarbeiter den Grundwerten Solidarität, Toleranz, Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit verpflichtet. Häufig käme es vor, dass Menschen auf Grund ihrere Hautfarbe oder ihres Aussehens direkt als Ausländer abstempelt werden. Dass sie aber durchaus auch in Deutschland geboren sein können, bedenken viele meistens nicht. „An dieser Stelle fängt Alltagrassismus an“, so Niemann-Cremer.

Aber auch in Kindergärten, in Schulbüchern und im Fernseher ist Alltagsrassismus präsent. „Wenn man von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund spreche, zeige man meistens nur ihre Not, ihre Flucht und Hilfebedürftigkeit, aber nie die Vielfalt und Bereicherung, die diese Menschen mitbringen“, beklagt die Geschäftsführerin.

Die Awo will diese Stereotypen benennen und dafür sorgen, dass sie im Alltag immer weniger Bedeutung finden.

In fünf Kitas der Awo wachsen Kinder vieler Nationalitäten respektvoll miteinander auf. „Weil Demokratie Hinsehen und Gesicht zeigen bedeutet, ist es notwendig auch öffentlich für Werte der Demokratie einzutreten und Gesicht zu zeigen“, betont Niemann-Cremer.

Aus dem Grund will man bei der Mahnwache mit Passanten ins Gespräch kommen und ihnen aufzeigen, dass Vorurteile teils unbewusst geschaffen werden, aber ganz einfach vermieden und abgebaut werden können.

Die Awo beteiligt sich mit dieser Aktion bereits zum dritten Mal am Tag gegen Rassismus, der 1967 von der Uno eingeführt wurde. Bundesweit engagieren sich mehr als 70 Organisationen im Rahmen der internationalen Aktionswoche gegen Rassismus.

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