60 Jahre Training mit „Rennpferden des kleinen Mannes“

Von: Günther Sander
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Sein großes Hobby: „Die Rennpferde des kleinen Mannes“ haben es Peter Bonnie seit 60 Jahren angetan. Momentan dürfen seine Schützlinge allerdings ein wenig pausieren. Foto: Günther Sander

Sief/Schmithof. Wenn es um Brieftauben geht, ist Peter Bonnie aus Sief hellwach. Der Vorsitzende der „Möwe“ Schmithof, 1926 gegründet, ist durch seine beiden älteren Brüder auf den Geschmack gekommen, Brieftauben zu züchten. Die „Rennpferde des kleinen Mannes“ und deren Zucht sind für Bonnie eine „echte Sucht“, erzählt er.

Die Brieftauben werden eigens für Flugwettbewerbe gehalten und gezüchtet. Versteht sich von selbst – für echte Taubenzüchter ist dieses Hobby natürlich auch Sport. „Und das nun schon seit über 60 Jahren“, lacht Peter Bonnie, ein erfolgsverwöhnter Züchter, der immerhin schon 200 Pokale einheimsen konnte. Derzeit verfügt er über 90 Brieftauben, die seine Stallungen bevölkern und täglich gut versorgt werden müssen.

Da steht allerhand an: Ställe säubern, Tauben füttern und die „Rennpferde“ für das Frühjahr fit machen und für lange Reisen trainieren. Die Tauben seien „echte Flieger“, die weite Strecken zurück legen. Im Juli erst hätten die Züchter der Reisevereinigung Aachen, der sieben Vereine angehören, große Verluste zu verzeichnen gehabt. „Die Tiere sind bei einem Flug ab Pithiviers in ein schweres Gewitter geraten“, beklagt Bonnie.

Im Herbst und Winter sind die Tauben an ihre Stallungen gebunden, befinden sich in der Mauser. „Die kann ich jetzt nicht fliegen lassen, die Habichte, die größten Feinde der Tauben, lauern regelrecht darauf“, sagt Peter Bonnie. „Es gibt genug wilde Tauben, aber die mögen die Habichte nicht“, ergänzt der Züchter aus Sief. Der „Möwe“-Vorsitzende weiß, dass die Taubenzucht früher einen höheren Stellenwert besessen hat. „Leider bleibt der Nachwuchs bei den Züchtern aus.“ Die Zeiten, wo der Vater den Sohn oder der Opa den Enkel begeistern konnte, gehörten der Vergangenheit an.

Diese Feststellung kam auch deutlich bei der Hauptversammlung im Saale Kommer (Forst) zur Sprache. Im Vordergrund jedoch standen die schönen Jahresergebnisse des Reisejahres 2014. Bei 15 Flügen (April bis September) der 210 Züchter mussten die 6489 Tauben 5028 Kilometer absolvieren. Die durchschnittliche Entfernung betrug 335 Kilometer.

Die Medaillenerringer in diesem Jahr sind. Bonnie-Pokal (Flug ab Sezanne): Leo und Renate Helgers (Forst), Johann Piwko (Möwe Schmithof). Bronzemedaillen (Flug ab Pithiviers): Peter Bonnie (Möwe Schmithof), Leo und Renate Helgers (Forst), Hubert Skupien (Union Aachen-Burtscheid).

Silbermedaillen (RV intern, Flug ab Reims): Leo und Renate Helgers (Forst), Peter Bonnie (Möwe Schmithof); Goldmedaille (RV intern, Flug ab Pithiviers): Peter Bonnie (Möwe Schmithof), Gebrüder Kerres (Union Brand); Goldmedaille Gruppe B (RV intern, Flug ab Pithiviers): Dieter Ungar). Kommer-Pokal: Gebrüder Kerres (Union Brand), Johann Piwko (Möwe Schmithof). Die offizielle Siegerehrung findet am 16. Dezember, 19.30 Uhr, bei Kommer statt.

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