50 Jahre Städtepartnerschaft: Zwei Freunde, die sich innig umarmen

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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So feiern alte Freunde: Beim Festakt im Krönungssaal sangen der Chor Vocal d‘Enfants du Conservatoire de Reims... Foto: Andreas Steindl
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... und der Mädchenchor des Doms, während... Foto: Andreas Steindl
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... OB Marcel Philipp seinen Reimser Amtskollegen Arnaud Robinet herzlich begrüßte. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Bei allen gewichtigen Reden, freundlichen Zusammenkommen bei regionalen Spezialitäten, musikalischen Leckerbissen und geplanten Symbolen – das Bild zu den Feierlichkeiten, mit dem das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft Aachen-Reims am Wochenende zunächst hier in Aachen begangen wurde, lieferten Henri Desdouits und Wolf Steinsieck, beide ehemals Vorsitzende der jeweiligen Städtepartnerschaftskomitees, völlig ungeplant.

Die beiden Herren fielen sich, nachdem Desdouits das Karlssiegel in Silber für seine Verdienste um die Städtepartnerschaft von Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp erhalten hatte, herzlich und innig in die Arme und verdrückten ein paar Tränchen.

Eine tiefe Freundschaft zwischen zwei Männern, die als Sinnbild für die Freundschaft von Aachen und Reims stehen kann. Denn nachdem vor 50 Jahren Bürgermeister Jean Taittinger von Reimser Seite und Aachens Oberbürgermeister Hermann Heusch den Städtepartnerschaftsvertrag unterschrieben hatten, war es an den Menschen, diesen Vertrag mit Leben zu füllen. „Was wir wollen, ist, dass aus dieser großen Zahl (der Reimser und Aachener Bürger) möglichst viele sich kennen und schätzen lernen, Freundschaften schließen von Mensch zu Mensch, von Familie zu Familie, dass ein Austausch von Erfahrungen auf allen Gebieten, wo dies nützlich sein kann, angebahnt wird, kurz gesagt, dass diese Verschwisterung auf eine möglichst breite Basis gestellt wird“, hatte Heusch damals seine Hoffnungen formuliert.

Beim Austausch lieben gelernt

Nicht nur zwischen Desdouits und Steinsieck hat das funktioniert. Im Krönungssaal waren einige deutsch-französische Paare vertreten, die sich bei Austauschaktionen lieben gelernt haben. Die aktuellen Vorsitzenden der Partnerschaftskomitees, Catherine Delot und Georg Schmidt, arbeiten eng zusammen, Marcel Philipp ist im regelmäßigen Austausch mit seinem Reimser Amtskollegen Arnaud Robinet. Der Mädchenchor am Aachener Dom und das Ensemble Vocal d’Enfants du Conservatoire de Reims gaben am Freitagabend in der Citykirche nicht ihr erstes gemeinsames Konzert. Schulen pflegen den sprachlichen Austausch, Universitäten den wissenschaftlichen Diskurs, Vereine die kulturelle oder sportliche Zusammenkunft.

Eine lebendige Freundschaft, die allerdings nicht selbstverständlich war und es auch zukünftig nicht sein muss. Darauf hinzuweisen, war Philipp und Robinet wichtig. „Europa ist der Sicherheitsriegel gegen einen Rückfall in Nationalismus, gegen innereuropäische Konflikte und letztlich gegen Krieg“, sagte Philipp und appellierte beim Festakt im Krönungssaal an Deutsche wie Franzosen: „Die Bürgerschaften unserer Städte sind deshalb aufgerufen, dafür zu kämpfen, dass die alte Vision der Gründer aufrecht erhalten bleibt, alles zu tun, dass die Völker zueinander finden statt sich voneinander abzugrenzen.“ Und Robinet sagte: „Toleranz und Frieden sollte die Basis auch der nachfolgenden Generationen sein. Lassen Sie uns die Speerspitze des Friedens sein. Erheben Sie sich gegen jede Form der Gewalt!“

Die Mädchenchöre unter Leitung von Yves Weeger und Marco Fühner, die schon zuvor die musikalischen Leckerbissen lieferten, unterstützten Philipps und Robinets flammende Appelle für ein geeintes Europa und für eine lebendige Städtepartnerschaft Aachen-Reims mit einem musischen Symbol mit Gänsehautcharakter: Nach der Marseillaise und der deutschen Nationalhymne sangen sie gemeinsam die inoffizielle europäische Hymne „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven.

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