Aachen - 42 Bäume stehen „neuer“ Straße im Weg

42 Bäume stehen „neuer“ Straße im Weg

Von: Stephan Mohne
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Bald ein Fall für die Kettensäge? Bis zu 42 Bäume an der – von der Lintertstraße aus gesehen – rechten Seite des Grauenhofer Wegs könnten einem Umbau der Straße zum Opfer fallen. Gleich nebenan soll es Neupflanzungen geben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Erneut könnte es bald einer ganzen Reihe von großen Bäumen an den Kragen gehen. Je nach Variante wären es über 40. Sie säumen derzeit den Grauenhofer Weg nahe der Einmündung zur Lintertstraße. Besagter Grauenhofer Weg – wegen seines erbärmlichen Zustands von Autofahrern auch „Grauenhafter Weg“ genannt –steht schon seit Jahren ziemlich weit oben auf der städtischen Sanierungsliste.

 Ab 2014 stehen dafür rund zwei Millionen Euro im Haushalt. Und wenn schon saniert wird, dann will die Stadt auch einige aus ihrer Sicht vorhandene Missstände beseitigen. Dazu gehört eben jene Einmündung in die Lintertstraße. Doch da beginnt das (Baum-)Problem.

Die Pläne sehen vor, die Einmündung zu verändern. Bisher trifft der Grauenhofer Weg im spitzen Winkel auf die Lintertstraße. Das soll anders werden. Demnächst möchte man ein Zusammentreffen der beiden Kreisstraßen im rechten Winkel haben. Zum Beispiel werden dafür Sicherheitsgründe angeführt. Diese können bei näherem Hinsehen allerdings eigentlich kein Argument sein. Eine Nachfrage unserer Zeitung bei der Polizei ergab nämlich folgendes: In den vergangenen fünf Jahren ist es an dieser Einmündung gerade einmal zu fünf Unfällen gekommen. Von einem Unfallschwerpunkt könne da keine Rede sein, so die Polizei.

Fahrbahn soll breiter werden

Ein weiterer Punkt, den die Verwaltung anführt: Der Grauenhofer Weg habe an dieser Stelle nicht die nötigen Maße. Die Fahrbahn sei für eine Hauptverkehrsstraße zu schmal, ebenso seien es die Nebenanlagen. Also soll alles „regelkonform“ angepasst, sprich verbreitert werden. Diese Verbreiterung passe aber nicht zwischen die Baumreihen entlang der Straße. Und bei den Sanierungsarbeiten seien auch Schäden an den Baumkronen zu erwarten. Überdies seien laut einem städtischen Gutachter viele der Gehölze dort vom Zustand her gar nicht erhaltenswert. Weswegen die Fachabteilung beim Umweltamt vorgeschlagen habe, alle Bäume auf einer Seite – von der Lintertstraße kommend am rechten Fahrbahnrand des Grauenhofer Weges – abzuholzen und entlang der neuen Straßenführung entsprechend neue zu pflanzen.

Die Verwaltung nennt zwei Varianten. In der einen wären 22, in der anderen 42 betroffen. Dafür wäre im ersten Fall mehr „Landverbrauch“ für die Straßenumlegung nötig. Auch wenn es dabei nur um rund 200 Quadratmeter geht, präferiert die Stadt die Variante mit den 42 Bäumen.

Auch Lintertstraße vor Sanierung

Der Landschaftsbeirat hat am Dienstagabend über das Thema gesprochen. Beiratsvorsitzender Herbert Fleu vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (NABU) nennt dieses Ansinnen „Blödsinn“. Zumal das Sicherheitsargument nicht ziehe. Fleu, selbst 42 Jahre lang Polizist, kann sich nicht erinnern, dass es an dieser Stelle jemals größere Probleme gegeben habe. Und wenn, dann solle man dort lieber einen Kreisverkehr bauen, für den genug Platz da sei. „Das würde dann auch noch die Raser dort bremsen“, so Fleu. Dennoch winkte der Landschaftsbeirat die von der Verwaltung präferierte Variante durch. Es gab nur zwei Gegenstimmen – eine vom NABU und eine vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND).

In der „Nachbarschaft“ sollen neun weitere Bäume dran glauben. Das wiederum hat damit zu tun, dass die Städteregion die Lintert-straße auf einer Länge von rund 500 Metern sanieren will. Auch diese Maßnahme soll 2014 vonstatten gehen. Dabei sollen laut Erläuterungen der Stadt im Einmündungsbereich am Grauenhofer Weg „die vorhandenen Bushaltestellen in ihrer Größe an die Vorgaben der geltenden Richtlinien angepasst werden“. Außerdem sei „die Einrichtung einer Querungshilfe für den Fußgänger- und Radverkehr erforderlich“. Wobei besagte Bäume im Weg stehen.

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